Anfrage eines Ausschussmitgliedes - 20/0321-02
Grunddaten
- Betreff:
-
Anfrage des AM Mascha Benecke-Benbouabdellah (Initiative Inklusion Lübeck) zum Bericht Schulbegleitung (VO 20/0321)
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Anfrage eines Ausschussmitgliedes
- Federführend:
- 4.513 - Jugendarbeit
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Bereit
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Jugendhilfeausschuss
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zur Kenntnisnahme
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Sep 3, 2026
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Anfrage:
Der Bericht „Schulbegleitung“ (VO 20/0321) beschreibt den Lübecker I-Pool als ein grundsätzlich bewährtes Instrument inklusiver Beschulung und stellt zugleich verschiedene Weiterentwicklungsbedarfe fest.
Aus dem Bericht ergeben sich insbesondere Fragen zur zukünftigen Bedarfsplanung und Steuerung. So mussten im Schuljahr 2025/26 bei 56 % der I-Pool-Schulen die Stundenkontingente nachträglich angepasst werden. Als Gründe werden unter anderem steigende Schüler*innenzahlen, komplexere Unterstützungsbedarfe, herausforderndes Verhalten sowie nicht vorhersehbare Unterstützungsbedarfe genannt.
Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass für den I-Pool keine verbindliche Personal- bzw. Bemessungsrelation besteht und eine vorausschauende Planung des zukünftigen Bedarfs dadurch erschwert wird.
Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen gebeten:
1. Vorausschauende Bedarfsplanung
Der Bericht beschreibt die bisherige Steuerung des I-Pools als überwiegend reaktiv.
Welche konkreten Schritte plant die Verwaltung, um den Bedarf an Schulbegleitung künftig stärker vorausschauend zu ermitteln und Ressourcen bereits vor Beginn eines Schuljahres bedarfsgerecht zu planen?
2. Nachträgliche Anpassungen der Stundenkontingente Bei 56 % der I-Pool-Schulen mussten die Stundenkontingente im Schuljahr 2025/26 nachträglich angepasst werden.
Wie viele zusätzliche Stunden wurden dadurch insgesamt nachträglich bereitgestellt?
Wie verteilt sich der zusätzliche Bedarf auf die im Bericht genannten Ursachen, insbesondere steigende Schüler*innenzahlen, komplexere Unterstützungsbedarfe, herausforderndes Verhalten und bei der Planung noch nicht erkennbare Unterstützungsbedarfe?
3. Bedarfsermittlung beim Übergang von der Kita in die Schule Der Bericht nennt Informationsdefizite beim Übergang von der Kita in die Schule als einen Grund dafür, dass Unterstützungsbedarfe erst nachträglich sichtbar werden.
Welche Verfahren bestehen derzeit, um relevante Informationen zum Unterstützungsbedarf bereits vor der Einschulung in die schulische Bedarfsplanung einzubeziehen?
Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, diesen Übergang künftig so zu gestalten, dass notwendige Unterstützung möglichst bereits zum Schulbeginn eingeplant werden kann?
4. Fehlende verbindliche Bemessungsgrundlage Im Bericht wird darauf hingewiesen, dass für den I-Pool keine verbindliche Personal- bzw. Bemessungsrelation besteht und dies die Prognose des zukünftigen Bedarfs erschwert.
Plant die Verwaltung, eine verbindliche Bemessungsgrundlage für die Ausstattung des I-Pools zu entwickeln?
Falls ja: Welche Kriterien sollen dabei berücksichtigt werden?
5. Entwicklung des Unterstützungsbedarfs Der Bericht beschreibt eine zunehmende Komplexität der Unterstützungsbedarfe.
Beobachtet die Verwaltung eine qualitative oder quantitative Veränderung der Bedarfe der Kinder, die über die reine Entwicklung der Schüler*innenzahlen hinausgeht?
Falls ja: Welche Entwicklungen werden festgestellt und wie werden diese bei der zukünftigen Ressourcenplanung berücksichtigt?
6. Wirksamkeit der Schulbegleitung aus Sicht der Kinder Der Bericht stellt fest, dass die Qualität bzw. Wirkung der Schulbegleitung bislang nicht systematisch aus der Perspektive der betroffenen Lübecker Schülerinnen und Schüler untersucht wurde.
Unabhängig von der bereits in der Anfrage VO/2026/14885-02 angesprochenen Beteiligung bei der Weiterentwicklung des Ganztags:
Plant die Verwaltung eine eigenständige Evaluation der Wirkung des I-Pools aus Sicht der begleiteten Kinder und Jugendlichen?
Dabei sollte insbesondere betrachtet werden, ob Schulbegleitung aus Sicht der Kinder tatsächlich mehr Selbstständigkeit, soziale Teilhabe und Zugang zum Unterricht ermöglicht.
Begründung:
Der I-Pool ist ein zentraler Bestandteil der inklusiven Beschulung in Lübeck. Gerade deshalb ist eine verlässliche und vorausschauende Steuerung der hierfür eingesetzten Ressourcen von besonderer Bedeutung.
Die im Bericht genannte nachträgliche Anpassung der Stundenkontingente bei 56 % der I-Pool-Schulen zeigt, dass der Unterstützungsbedarf vielfach erst im laufenden Schuljahr vollständig sichtbar wird. Gleichzeitig benennt der Bericht selbst fehlende verbindliche Bemessungsgrundlagen und Informationsdefizite beim Übergang von der Kita in die Schule als Herausforderungen.
Die Anfrage zielt daher nicht auf eine erneute Diskussion der in der Anfrage VO/2026/14885-02 bereits ausführlich behandelten Fragen zur Ausgestaltung des Ganztags, zur Beförderung, zur 1:2-Begleitung, zum Pooling oder zur personellen Grundausstattung. Vielmehr soll geklärt werden, wie die Hansestadt Lübeck die Bedarfsplanung, Steuerung und Evaluation des bestehenden I-Pools weiterentwickeln kann, damit notwendige Unterstützung möglichst frühzeitig, verlässlich und entsprechend dem tatsächlichen Bedarf zur Verfügung steht.
