Beschlussvorlage öffentlich - 20/0394
Grunddaten
- Betreff:
-
Neustrukturierung Preistarif Nordische Filmtage Lübeck 2026
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage öffentlich
- Federführend:
- 4.041.5 - Nordische Filmtage Lübeck
- Beteiligt:
- 1.201 - Haushalt und Steuerung; 1.300 - Recht
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Senat
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zur Senatsberatung
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Geplant
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Ausschuss für Kultur und Denkmalpflege
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zur Vorberatung
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Sep 14, 2026
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Bereit
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Hauptausschuss
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zur Vorberatung
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Geplant
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Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck
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zur Entscheidung
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Zu den 68. Nordischen Filmtagen und damit ab 2026 ist anlässlich des Bürgerschaftsbeschlusses vom 06.11.2025 auf interfraktionellem Antrag von B90/DIE GRÜNEN/CDU/FDP 2025/14306-01-01 AT eine Anpassung des Preistarifs (Anlage 2) vorgesehen. Da das Budget der Nordischen Filmtage damit 2026 und Folgejahre um 50.000 Euro gekürzt wurde, soll der Betrag in Höhe von 10.000 Euro als eine der vorgesehenen Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen über Mehreinnahmen bei den Ticketverkäufen und Akkreditierungsgebühren erwirtschaftet werden.
Preiserhöhungen allein bergen immer die Gefahr eines Rückgangs der Nachfrage zu Lasten geringerer Einkommensschichten. Aus diesem Grunde erfolgt eine weitere Neustrukturierung des Tarifs.
Im Ergebnis zieht dies eine sehr präzisierte Erhöhung der Ticketpreise von 13,50 auf 15 Euro in der hoch nachgefragten „Primetime“ (18:00 – 21:30 Uhr) nach sich. Die Preisgestaltung begünstigt Kinobesuche während der anderen Zeiten, auch um hier eine verbesserte Auslastung zu erreichen. Entsprechend sind moderate Anpassungen in den anderen Kategorien unter Beibehaltung der 50-prozentigen Ermäßigungen vorgesehen und vor allem keine Erhöhung für Kinder und Jugendliche. Das Schulkino bleibt kostenlos mit zusätzlicher ÖPNV-Nutzung.
Hiermit soll auch der von der Hansestadt Lübeck angesetzten Schwelle für den Zugang zu Kultur Rechnung getragen werden und diesen weiterhin möglichst vielen ermöglichen. Gleichzeitig soll der Zugang für Kinder und Jugendliche weiterhin sehr niederschwellig gehalten werden. Für besonders bedürftige Publikumsgruppen wird ein bedarfsgerechtes Kontingent an Freitickets zur Verfügung gestellt.
Zudem haben sich die Nordischen Filmtage zum Ziel gesetzt, zur Fortführung des noch defizitären Streaming-Angebots (Video on Demand/VoD) weitere 8.000 Euro Mehreinnahmen über den Konsolidierungsbetrag hinaus zu erwirtschaften, um hiermit Kostenneutralität zu erreichen. (Dieser Betrag ist in MACH und deshalb in der Anlage 1 noch nicht abgebildet.) Eingeführt 2020 zur „Rettung“ des Festivals, das während des Lockdowns dadurch zumindest online stattfinden konnte, stellte es vor allem eine Alternative während der Pandemie dar. Denn es galt vor allem Publikum in die Kinos zurückzuholen. Da Streaming in der heutigen Zeit beim Nutzerverhalten kaum noch wegzudenken ist, wagen die Nordischen Filmtage eine Offensive mit den „Nordic Stream Days“: VoD soll aus seinem Schattendasein hervortreten, künftig nicht mehr als „Beigabe“ offeriert werden. Denn dieses Angebot hat einen Wert, stellt nicht nur eine barrierefreie Möglichkeit dar, Filme zu schauen, sondern bietet noch eine Woche länger Festivalgenuss für rd. 60 % der Filme deutschlandweit (aufgrund Geoblocking). Es ist auch nachhaltig, denn viele Filme wären sonst nur einmal in der jeweiligen Vorstellung während des Festivals zu erleben. Um dies zu realisieren, erfolgt insbesondere bei den Fachbesucher:innen eine Neustrukturierung mit verschiedenen Preismodellen (inklusive VoD bzw. nur Kino). Sollte dies nicht gelingen, wird das Streamingangebot im kommenden Jahr eingestellt.
In 2025 löste die Einrichtung eines festivaleigenen Ticketingsystems über eventim das bis dato angemietete Kinoticketingsystem von CineStar ab. Dieses bietet den Nordischen Filmtagen immense Vorteile und zusätzliche Möglichkeiten, die in diesem Jahr Eingang in den Preistarif finden. So greift bereits bei der Ticket-Onlinebuchung eine wichtige Maßnahme: Der vom CineStar als Entgelt für digitalen Mehraufwand erhobene (und einbehaltene) Aufpreis in Höhe einer Vorverkaufsgebühr von 10 % bei Onlinekäufen wurde von den Nordischen Filmtagen abgeschafft. Die damit beabsichtigte Preisgerechtigkeit (gleicher Tarif für Käufe an der Kasse und online) hatte die erwartete Auswirkung: Betrug der Anteil der Onlinekäufe zu dem Zeitpunkt rund 40 % gegenüber 60 % der Käufe an den Kinokassen, stellte sich dies in 2025 bereits völlig anders dar: 83 % online und nur 17 % an den Kassen.
Das neue Ticketingsystem der Nordischen Filmtage ermöglicht endlich auch die Bildung von sog. „Bundles“, speziell auf die Bedarfe des Publikums zugeschnittene Sondertarife, um bestimmte Gruppen für einen Festivalbesuch zu gewinnen.
Zur 68. Ausgabe der Nordischen Filmtage Lübeck 2026 werden neu die drei nachfolgend beschriebenen Festivalpässe angeboten. Sie ergänzen das bestehende Ticketpreissystem, adressieren konkrete Besucherwünsche und flankieren die Kommunikation der allgemeinen Preisanpassung zum Festival 2026.
Festivalpass 1: „StuZubis“
Der Pass richtet sich an Studierende und Auszubildende unter 27 Jahren und gewinnt diese Zielgruppe gezielt als neues Festivalpublikum. Er berechtigt während des gesamten Festivalzeitraums (04.–09. November 2026) zum Besuch von bis zu zwei Kinovorstellungen pro Tag (nach Verfügbarkeit) sowie zum unbegrenzten Zugang zum Streaming-Portal. Der Pass ist personengebunden; der Nachweis (Studierendenausweis, Immatrikulations-bescheinigung oder Ausbildungsvertrag) ist beim Einlass zusammen mit einem Lichtbildausweis unaufgefordert vorzuzeigen.
Festivalpass 2: „Familien(s)pass“
Der Pass fördert den gemeinsamen Besuch einer Vorstellung aus dem Kinder- und Jugendprogramm durch Gruppen von bis zu sechs Personen – mindestens zwei Erwachsene, bis zu vier Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Ein Verwandtschaftsnachweis ist nicht erforderlich; angesprochen sind ebenso befreundete Kinoliebhaber:innen.
Festivalpass 3: „Spätschicht“
Das Gruppenticket fördert den gemeinschaftlichen Besuch von Spätvorstellungen ab 21:30 Uhr und richtet sich an Erwachsenengruppen, die den Festivalabend bewusst gemeinsam planen. Es gilt für fünf Erwachsene (nur Vollzahler) an allen Spielorten; die fünf Tickets müssen in einer gemeinsamen Buchungstransaktion erworben werden.
Eine wichtige Neuerung:
Der Kauf vor Ort ist nur während des Festivalzeitraumes möglich und kann wie schon in 2025 ausschließlich bargeldlos erfolgen. Die Nordischen Filmtage Lübeck werden ab diesem Jahr keine physische Vorverkaufsstelle mehr einrichten. Diese Entscheidung beruht auf der Auswertung des Pilotjahres 2025, in dem die Nordischen Filmtage das Festival-Ticketing erstmals vollständig in eigener Regie durchgeführt haben. Bewusst wurde noch ein physischer Vorverkauf angeboten, der aufgrund der bestehenden Ticketing-Kooperation im Theater Lübeck stattfand. Die Auswertung zeigt ein eindeutiges Bild und untermauert die vorstehend aufgeführte Entwicklung durch Abschaffung des bisherigen 10-prozentigen Aufschlags über das CineStar:
Da der Online-Kauf ohne Vorverkaufsgebühren der günstigste und bequemste Buchungsweg ist, bucht unser Publikum ganz überwiegend digital.
Im Vorverkaufszeitraum 2025 (von Sa., 25.10.2025, 15 Uhr bis Festivalbeginn) wurden online rund 11.000 Tickets verkauft, über die Vorverkaufsstelle dagegen nur rund 1.300 Tickets an etwa 180 Personen – das entspricht rund 5 % aller insgesamt verkauften Tickets bei den 67. NFL 2025. Die Kassenverkäufe im CineStar Stadthalle während des Festivals waren nur unwesentlich höher.
Wenn ein Vertriebsweg nur noch von einem so kleinen Teil des Publikums genutzt wird, dann steht der dafür erforderliche Aufwand an Personal, Technik und Logistik in keinem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen. Diese freiwerdenden Ressourcen werden daher künftig für den Online-Vertrieb und den Service an den Festivalkassen eingesetzt.
Wichtig dabei: Gäste ohne digitalen Zugang können ihre Tickets weiterhin persönlich während des Festivalzeitraumes an den Kassen der Nordischen Filmtage in der Stadthalle CineStar erwerben. Ein persönlicher Kaufweg bleibt damit erhalten.
Dieses wird gut kommuniziert und zusätzlich Hilfestellung bei der Online-Buchung über „Festival-Service-Hotline“ angeboten: telefonisch und per E-Mail unter der eigens eingerichteten support@nordische-filmtage.de.
Diese Entwicklung belegt einmal mehr die schnell vorangehende Digitalisierung. Sehr viele Festivals verkaufen längst nur noch online. Diesen Schritt möchten die Nordischen Filmtage in diesem Jahr noch nicht gehen.
Abschließend noch ergänzende Erläuterungen:
Der berechtigte Personenkreis für die Inanspruchnahme ermäßigter Kinotickets wird ab 2026 über Studierende, Schüler:innen, Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren, Bundesfreiwilligendienstleistende und Inhaber:innen der Lübeck-Card hinaus künftig um Schwerbehinderte ab GdB 80 erweitert.
Seit 2022 haben schwerbehinderte Menschen mit dem Merkzeichen B im Schwerbehindertenausweis bereits die Möglichkeit, eine Begleitperson kostenfrei mitzunehmen, ab 2024 ebenfalls Rollstuhlfahrer:innen. Das kostenlose Mitnehmen von Servicetieren ist ab diesem Jahr auch im Preistarif verankert. Zugleich wird für diese Personenkreise künftig eine Online-Buchung nach vorheriger Anmeldung per E-Mail geschaffen.
Beim Einlass sind unaufgefordert Ermäßigungs- und sonstige Berechtigungsnachweise zusammen mit Personalausweis oder Reisepass vorzuzeigen. Es besteht die Möglichkeit, beim Kassenpersonal die Differenz vor Ort nachzulösen. Ansonsten kann kein Einlass gewährt werden.
Festivalpässe und Karten stehen nur nach Verfügbarkeit zur Verfügung. Im Verlaufe des Tages werden nicht benötigte Karten aus dem Kontingent der Akkreditierten freigegeben, so dass auch bei ausverkauften Vorstellungen die Möglichkeit besteht, kurzfristig eine Karte zu erwerben.
Wegen der Bedeutung findet ein weiterer Hinweis aus Gründen der Sicherheit Erwähnung: Rucksäcke und große Taschen können nicht mit in die Kinosäle genommen werden; es gibt keine Möglichkeit der Abgabe. Dieses ist auch erforderlich, um Fluchtwege freizuhalten. Die Nordischen Filmtage werden deshalb auch in diesem Jahr einen Sicherheitsdienst beauftragen.
Die Entwicklung der Ticketpreise bei den Nordischen Filmtagen ist in einer Synopse (Anlage 3) dargestellt. 2022 erfolgte nach 10 Jahren erstmalig wieder eine Anpassung der Ticketpreise für die Nordischen Filmtage Lübeck (Beschluss der Lübecker Bürgerschaft vom 30.06.2022, VO/2022/11107). Nach nur redaktioneller Überarbeitung des Preistarifs in 2023 (VO/2023/12161) wurde eine weitere Tarifanpassung 2024 (VO/2024/13205) der Bürgerschaft entgegengebracht. Nachdem in 2025 keine Erhöhung erfolgte, wird den städtischen Gremien dieser Vorschlag unterbreitet. Es wird weiterhin im Zuge der Weiterentwicklung des Festivals und der Aufrechterhaltung seiner Qualität auf eine angemessene Erhöhung der Preise geachtet. Wie sich die anhaltenden, erheblichen Kostensteigerungen, insbesondere in den Bereichen Kinomiete, Technik-Installation und Personal, auswirken, wird die Zukunft zeigen.
Die Ticketeinnahmen einschl. Akkreditierung und Video-on-Demand waren aufgrund der fortbestehenden Zurückhaltung des Publikums in den vergangenen Festivaleditionen vor 2025 noch hinter den Erwartungen geblieben.
Die monetäre Entwicklung der Ticketeinnahmen stellt sich wie folgt dar:
2018: 190.684 Euro (aber 6-tägiges Festival, auf 5 Tage umgerechnet 158.903 € ohne VoD) 2019: 200.094 Euro (6-tägiges Festival, auf 5 Tage umgerechnet 166.745 € ohne VoD)
2020: 41.665 Euro (nur VoD)
2021: 153.634 Euro
2022: 146.890 Euro
2023: 165.189 Euro
2024: 169.702 Euro
2025: 178.632 Euro (PLAN erfüllt)
2026: Plan 190.000 Euro (siehe Anlage 1)
Die Veröffentlichung des Preistarifs erfolgt nach Beschlussfassung durch die Lübecker Bürgerschaft auf der Homepage der Hansestadt Lübeck - flankierend begleitet durch die Nordischen Filmtage über eine Pressemitteilung, wie auch Mailings und Social Media rechtzeitig vor dem am Samstag, 24.10.2026, beginnenden Vorverkauf der 68. Festivalausgabe.
Anlagen
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(wie Dokument)
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2
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(wie Dokument)
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118,9 kB
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3
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(wie Dokument)
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652 kB
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