10.05.2021 - 6.1 BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN: Konzept "Wege von Verf...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Zusätze:
- Der Antrag wurde am 25.02.21 mehrheitlich an den Kulturausschuss überwiesen zur abschließenden Beratung.
- Datum:
- Mo., 10.05.2021
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 16:01
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Antrag der Bürgerschaftsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
- Federführend:
- Bürgerschaftsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
AM Burkard teilt mit, dass sich die Fraktion DIE LINKE dem Antrag anschließe.
AM Schedel erinnert, dass sie bereits im Bauausschuss drei Anträge zur Entfernung der Zusatzschilder an den Straßenschildern der Kalkbrennerstr. und des Porträts von Georg Kalkbrenner aus dem Rathaus gestellt habe, die jeweils abgelehnt worden seien. Sie hebt hervor, dass es Aufgabe des Stadtarchivs sei, die Rolle Kalkbrenners in der NS-Zeit zu erforschen. AM Rottloff merkt an, dass die Ehrenbürgerschaft Kalkbrenners bereits 2015 aberkannt wurde und die Zusammenarbeit Kalkbrenners mit den Nationalsozialisten ausreichend bewiesen sei. Bzgl. Entfernung des Porträtbildes von Kalkbrenner schlägt er in Richtung AM Schedel vor, sich direkt an den Bgm. zu wenden, der im Rathaus Hausherr sei.
AM Steffen verweist auf den AK Straßenumbenennung. Auf einer Sitzung in 2018 sei ein von den Historikern Dr. Lokers und Dr. Zimmermann verfasster Bericht vorgestellt worden, indem auch Georg Kalkbrenner Forschungsgegenstand gewesen sei. Seinerzeit habe AM Steffen die „soll“-Formulierung im Fazit des Berichts bemängelt, da dies seines Erachtens kein historisches Ergebnis darstelle. AM Steffen führt weiter aus, dass der parteilose Georg Kalkbrenner kein Nationalsozialist gewesen sei, er habe – wie andere auch in seiner Zeit – unter Drohung der Nationalsozialisten ungeschickt agiert. AM Steffen ergänzt, dass die Sozialdemokraten und Bürgerschaftsmitglieder Otto Passarge und Adolf Erdmann, die Zeitzeugen der Ereignisse von 1933 bis 1945 in Lübeck gewesen und bis 1945 mehrmals verhaftet und in Konzentrationslagern gebracht worden seien, eine Ehrung von Georg Kalkbrenner mit der höchsten Ehrenmedaille der Stadt Lübeck vorgenommen haben.
Sen. Frank teilt mit, dass das Grundlagenkonzept für die Entwicklung der Erinnerungskultur in Lübeck derzeit erarbeitet werde. Das Konzept schaffe erst die Grundlage darüber, wie über Personen der jüngeren Geschichte geforscht, diskutiert und erinnert werden soll. Daher greife der Antrag der Entwicklung des Erinnerungskonzeptes vor. Sen. Frank bittet um Vertagung der Vorlage.
AM Schedel teilt mit, dass sie mit dem Verfahrensvorschlag einverstanden sei, zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Erinnerungskonzept ausgearbeitet sei, noch einmal auf das Thema Erforschung der Aktivitäten Georg Kalkbrenners in der NS-Zeit zurückzukommen.
