ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage öffentlich - 20/0260

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck beschließt:

 

  1. Die Kampagne „DENKMAL Lübeck“ wird als gesamtstädtisches Vorhaben anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der UNESCO-Welterbe-Auszeichnung, des 800-jährigen Bestehens des Heiligen-Geist-Hospitals sowie der Altstadtkirchen St. Jakobi, St. Aegidien und St. Petri sowie der bundesweiten Eröffnung des Tages des offenen Denkmals® am 12. September 2027 grundsätzlich befürwortet.

 

  1. Die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) wird mit der Gesamtkoordination, der Kommunikation, Eventumsetzung Tag des offenen Denkmals® und der Partnerbetreuung beauftragt. Die LTM wird beauftragt, Drittmittel in Ausgabenhöhe zu akquirieren (inkl. Stiftungsgelder, Sponsoring) und die Kampagne sowie das Veranstaltungskonzept dementsprechend anzupassen, dass die Umsetzung ohne zusätzliche Haushaltsbelastung erfolgt.

 

  1. Die Verwaltung (Fachbereich 5) wird ermächtigt, in Abstimmung mit der LTM die erforderlichen Förderanträge bei Stiftungen in Höhe von insgesamt 560.000,00 EUR netto zu stellen sowie die Akquise von Drittmitteln und Sponsoring in Höhe von mind. 52.000,00 EUR weiter zu verfolgen sowie die akquirierten Mittel in der Folge anzunehmen. Zur Co-Finanzierung der zu beantragenden Dritt-/Fördermittel stellt die Verwaltung einen kommunalen Eigenanteil von 10 % in Höhe von 68.000,00 EUR netto in den städtischen Haushalt 2027 ein.

 

  1. Die Verwaltung (Fachbereich 5) und LTM berichten den Gremien über den Umsetzungs- und Finanzierungsstand. Bis zum 30. Juni 2028 ist ein abschließender Sach- und Verwendungsbericht vorzulegen.

 

  1. Die als Anlage beigefügte Projektskizze wird zur Kenntnis genommen.

 

  1. Eine zusätzliche Belastung des kommunalen Haushaltes ist ausgeschlossen. Werden o. g. Drittmittel nicht oder nur im geringeren Umfang akquiriert wird die Kampagne in angepasster Form umgesetzt.

 

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Begründung:

 

  1.       Sachverhalt

Im Jahr 2027 fallen in Lübeck mehrere historische und überregional bedeutsame Anlässe zusammen, die in dieser Konstellation einmalig sind und sich gegenseitig verstärken:

 

  •        40 Jahre UNESCO-Welterbe Hansestadt Lübeck

Lübeck wurde 1987 als erstes geschlossenes historisches Stadtensemble Nordeuropas in die Welterbeliste aufgenommen. Anlässlich des Jubiläums findet vom 21. bis 23. April 2027 die internationale UNESCO-Welterbetagung mit rund 200 Fachleuten in Lübeck statt.

  •        800 Jahre Heiligen-Geist-Hospital

eine der ältesten durchgehend bestehenden Sozialeinrichtungen Europas.

  •        800 Jahre St. Jakobi, St. Aegidien und St. Petri

drei der fünf großen Altstadtkirchen feiern Jubiläum.

  •        Bundesweite Eröffnung Tag des offenen Denkmals®

am 12. September 2027 vor dem Holstentor (Lübeck hat eine Bewerbung eingereicht, Entscheidung erfolgt im September 2026).

  •        100. Geburtstag Günter Grass

literarische Formate im Günter-Grass-Haus exemplarisch für Kultur im Denkmal.

  •        UNESCO-Welterbezentrum

ein temporäres Welterbezentrum in einem Innenstadt-Leerstand oder im Heiligen-Geist-Hospital, geöffnet von März bis Oktober 2027 (um den Kunsthandwerkermarkt vom Verband Frau und Kultur e.V. störungsfrei zu ermöglichen, falls die Umsetzung im HGH erfolgt).

 

Aktueller Stand: Die LTM hat in Abstimmung mit der Hansestadt Lübeck (Bereich Stadtplanung und Bauordnung und Bereich Archäologie und Denkmalpflege) sowie kirchlichen und kulturellen Trägern die Dachkampagne „DENKMAL Lübeck“ skizziert. Sie verbindet das gebaute Erbe („ein Denkmal“) mit einer Einladung zur Reflexion („denk mal“) und ist als offenes System angelegt, an dem sich Einzelhandel, Gastronomie, Hotels, Kultureinrichtungen, Kirchengemeinden, Schulen und private Denkmaleigentümer:innen sowie Bürger:innen beteiligen können. Bestehende, jährlich wiederholend stattfindende Formate werden unter einer Dachmarke zusammengeführt, um das Jubiläumsjahr wertschöpfend und öffentlichkeitswirksam zu begehen. Neben der Akquise von Drittmitteln zur Entlastung des städtischen Haushaltes, werden bestehende Eigenleistungen der Verwaltung wie Veranstaltungsorganisation, Führungen und Vorträge weiterhin umgesetzt und in die übergeordnete Kampagne integriert.  

 

Die ausführliche fachliche Darstellung ist der beigefügten Projektskizze (Stand: Mai 2026) zu entnehmen die Bestandteil dieser Vorlage ist. Das Projekt entwickelt sich fortlaufend weiter.

 

 

  1.       Begründung und Bedeutung für die Hansestadt
    1.   Stadtentwicklung und kulturelle Identität

Das gebaute Lübeck ist mit über 1.000 denkmalgeschützten Gebäuden in der Altstadt identitätsstiftend. Die Kampagne stärkt das Bewusstsein für das Welterbe in der Stadtgesellschaft, eröffnet niedrigschwellige Zugänge und verbindet Denkmalpflege ausdrücklich mit Fragen der nachhaltigen Nutzung und einer positiven und zukunftsbejahenden Stadtentwicklung.

 

  1.   Tourismus und regionale Wertschöpfung

Die bundesweite Eröffnung des Tages des offenen Denkmals® am 12. September 2027 sowie die internationale UNESCO-Welterbetagung im April 2027 schaffen überregionale Aufmerksamkeit. Über die niedrigschwelligen Partnerformate – Schaufenster-Aktion, „Hausdenkmal“, Stadtrouten – profitieren Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie unmittelbar.

 

  1.   Bildung und Teilhabe

Das Jahresprojekt „Mein Lübeck“ mit Schulen, Archäologie-Vortragsreihe und Wanderausstellung in den Stadtteilen sichern eine breite Beteiligung jenseits der Altstadt. Formate wie „DENKMAL WEITER“ richten sich mit einem offenen Schulwettbewerb gezielt an Kinder und Jugendliche. Zudem werden bereits vorhandene digitale Formate und Projekte des Bereichs DOS sowie das Digitale Kulturwerk zur digitalen Umsetzung der möglichen, in der Projektskizze aufgeführten Module genutzt und in die Dachkampagne eingebunden.

 

 

  1.   Internationale Sichtbarkeit

Die UNESCO-Welterbetagung positioniert Lübeck als Diskursort für Welterbe-, Stadtplanungs- und Kulturpolitik. Das temporäre UNESCO-Welterbezentrum gibt dem Welterbe erstmals einen niedrigschwelligen physischen Anlaufpunkt in der Innenstadt.

 

 

  1.       Finanzielle Auswirkungen

Die Gesamtkosten der Kampagne belaufen sich nach derzeitigem Planungsstand (Mai 2026) auf 680.600,00 EUR netto. Die Finanzierung erfolgt aus mehreren Quellen; der Trägeranteil der Hansestadt Lübeck für das temporäre UNESCO-Welterbezentrum beträgt 85.000,00 EUR. In der Haushaltsplanung 2027 sind diese Mittel bereits für das Jubiläumsjahr 40 Jahre UNESCO-Welterbe Hansestadt Lübeck und ein temporäres Welterbezentrum vorgesehen.

 

  1.   Kostenplanung im Überblick

Pos.

Position

Netto

A1

Kampagnen-Landingpage, digitale Karte, mehrsprachige Pflege

18.000,00 EUR €

A2

Social-Media-Redaktion Instagram & Facebook (12 Monate)

24.000,00 EUR

A3

Blog „Zwischenzeilen“ – DENKMAL-Sonderedition

9.000,00 EUR

A4

Podcast „Zwischentöne“ – Sonderserie (10 Folgen)

12.000,00 EUR

A5

Out-of-Home: Plakatflächen, City-Light, Großflächen

28.000,00 EUR

A6

Überregionale PR und Medienkooperationen

30.000,00 EUR

A7

Kampagnen-Key-Visual und Grafikproduktion

14.000,00 EUR

A8

Partnermarketing und Co-Branding

6.000,00 EUR

Zwischensumme A

141.000,00 EUR

B1

DENKMAL-Starter-Kit für rund 300 Partner:innen

9.000,00 EUR

B2

Vier thematische Stadtrouten plus digitale Umsetzung

22.000,00 EUR

B3

Schulprojekt „Mein Lübeck“ und offener Schulwettbewerb

8.000,00 EUR

B4

DENKMAL DIGITAL – AR und digitale Stadtführungen

18.000,00 EUR

B5

DENKMAL VERBORGEN – Führungsorganisation

7.500,00 EUR

B6

UNESCO-Welterbetagung – kommunikative Begleitung

12.000,00 EUR

B7

Kirchenjubiläen – LTM-Kommunikationspaket

15.000,00 EUR

B8

DENKMAL GEMEINSAM – Community-Management

6.000,00 EUR

B9

Digitaler Adventskalender

4.500,00 EUR

B10

DENKMAL AN DIE NACHT – Buchungsplattform und Koordination

8.000,00 EUR

Zwischensumme B

110.000,00 EUR

C1

Wanderausstellung „Mein Lübeck“ (Oktober/November)

14.000,00 EUR

C2

Jahrespublikation „DENKMAL – Das Jahr“ (rund 1.000 Ex.)

12.000,00 EUR

C3

Fotodokumentation Kampagnenjahr

8.000,00 EUR

C4

Videoproduktion: Kampagnenfilm und Kurzclips

16.000,00 EUR

Zwischensumme C

50.000,00 EUR

D1

Technik: Bühne, Licht, Ton, Ausstattung Holstentorplatz

42.000,00 EUR

D2

Programm Samstag: Konzerte, Interventionen, Moderation

30.000,00 EUR

D3

Programm Sonntag: Eröffnungszeremonie und Bausteine

25.000,00 EUR

D4–D6

Flächen, Deko, Werbung, Marketing, Personal LTM

90.000,00 EUR

D7–D15

Logistik, Sicherheit, Gebühren, Catering, Sonstiges

62.000,00 EUR

Zwischensumme D

249.000,00 EUR

E1

Temporäres Welterbezentrum – Konzept, Planung und Umsetzung

 

85.000,00 EUR

E2

Ausstattung: Ausstellungsbau, Möblierung, Technik, Licht

10.000,00 EUR

E3

Betrieb: Aufsicht, Programmkoordination, Verbrauchskosten

35.000,00 EUR

Zwischensumme E

130.000,00 EUR

Gesamtkosten DENKMAL Lübeck 2027

680.000,00 EUR

 

  1.   Finanzierungsplan (netto)

Gesamtkosten

680.000,00 EUR

Eigenleistung Hansestadt Lübeck (FB 5)

68.000,00 EUR

Antragsumme lokale Stiftungen + Deutsche Stiftung Denkmalschutz-Anteil (Veranstaltungskonzept, Kampagne, Anteil UNESCO-Welterbezentrum (Pop up in Leerstand oder HGH))

560.000,00 EUR

Sponsoring und Kooperationen

52.000,00 EUR

 

Die LTM fokussiert im Jahr 2027 sämtliche vorhandene Marketing- und Veranstaltungskapazitäten in Lübeck auf den Schwerpunkt DENKMAL. Vorhandene Formate wie Stadtführungen, Pop up-Formate sowie bestehende jährliche, teilweise verpflichtende Veranstaltungen wie beispielsweise der Tag des offenen Denkmals® und Tag der Städtebauförderung werden thematisch fokussiert, alle bestehenden Kanäle sowie die Pressearbeit werden dem Jahresmotto zugeordnet, sodass ein „Grundrauschen“ erfolgen kann. Die einzuwerbenden Drittmittel werden vollständig der Kampagne zugeordnet. Je höher die Drittmittelakquise, desto umfänglicher erfolgt die Kampagnengestaltung. 

 

 

  1.       Risiken und Chancen
    1.   Risiken
  •           Bewilligung der beantragten Stiftungsmittel und Kooperationen kann nicht vorausgesetzt werden, die Umsetzung der Module erfolgt je nach Drittmittelakquise.
  •           Die Eröffnungsveranstaltung des Tages des offenen Denkmals® wird von einer unabhängigen Fachjury vergeben. Die Entscheidung für die auszutragende Stadt fällt im September 2026.
  •           Umsetzung des temporären UNESCO-Welterbezentrums im Heiligen-Geist-Hospital resp. Verfügbarkeit eines geeigneten Innenstadt-Leerstands (Standortwahl bis November 2026 vorgesehen).

 

  1.   Chancen
  •           Bundesweite Medienpräsenz durch die Eröffnung des Tages des offenen Denkmals® und Kooperationen mit überregionalen Medien.
  •           Stärkung des Welterbe-Bewusstseins in der Bevölkerung.
  •           Aktivierung lokaler Partnerschaften sowie des Engagements der Bürger:innen in der und für die eigene Stadt.
  •           Nachhaltige Strukturen über 2027 hinaus durch Schulprojekte, Stadtrouten, Ausstellungsequipment und das digitale Welterbe-Angebot.
  •           Modellhafte Erprobung und Sammlung von wertvollen Erkenntnissen (Aufbau, Angebot, Frequenz, Betreiberhinweis) für die langfristige Umsetzung eines dauerhaften UNESCO-Welterbezentrums.

 

 

  1.       Nachhaltigkeit

Denkmalschutz ist im Kern ein Akt der Nachhaltigkeit. Die Kampagne setzt zusätzlich auf regionale Wertschöpfung (lokales Handwerk und Gastronomie), nachhaltige Mobilität (Altstadtinsel zu Fuß und mit ÖPNV erlebbar), Abfallvermeidung (Mehrweg, klimaneutraler Druck) und Bestand vor Neubau – das temporäre UNSESCO-Welterbezentrum wird ausdrücklich im Innenstadtgebiet in einem Leerstand oder im Heiligen-Geist-Hospital installiert. Ausdrücklicher Wunsch nach Teilhabe und Mitwirkung der Bürger:innen im Kampagnenjahr sowie nach fachübergreifender Kooperation bei der Umsetzung und partizipativer Stadtentwicklung.

 

 

 

6. Organisation und Zeitplan

Die Gesamtkoordination liegt bei der LTM. Die Gesellschaft wird dafür mit einem Geschäftsbesorgungsvertrag (GBV) seitens des Fachbereiches 5 (Fördermittelempfänger) beauftragt.

 

Die Hansestadt Lübeck verantwortet Genehmigungen, Verkehrskonzept, Sicherheit sowie die Trägerschaft des Pop-up UNSESCO-Welterbezentrums. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gestaltet die Eröffnungsveranstaltung programmatisch und bindet bundesweite Partner:innen ein. Kulturelle Institutionen und Kirchengemeinden sowie weitere Kooperationspartner:innen aus der Stadtgesellschaft bringen eigenverantwortlich Programmbeiträge ein.

 

Wesentliche Meilensteine:

 

  • Drittmittelakquisition (ab Juni 2026)
  • Planung und Umsetzung von Informations-/Beteiligungsformaten für Institutionen, Schulen und Stadtgesellschaft (ab August 2026)
  • Offizielle Zusage Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Umsetzung der Eröffnungsveranstaltung in Lübeck (September 2026)
  • Kick-off für Partner:innen (November 2026)
  • Kampagnenstart (Januar 2027)
  • Eröffnung UNESCO-Welterbezentrum (März 2027)
  • UNESCO-Welterbetagung (21.–23. April 2027)
  • UNESCO-Welterbetag Deutschland (6. Juni 2027)
  • Bundesweite Eröffnung/Tag des offenen Denkmals® (11./12. September 2027)
  • Wanderausstellung (Oktober 2027)
  • Finissage und Jahrespublikation (Dezember 2027)

 

 

Begründung Dringlichkeit

Es wird die Freigabe noch vor der Sommerpause durch die Gremien benötigt, um die Antragsstellung zur Förderung bei der Possehl-Stiftung noch fristgerecht vornehmen zu können. Andernfalls ist der Erhalt von Drittmitteln im geplanten Umfang gefährdet und eine Umsetzbarkeit wäre nur mit zusätzlicher städtischer Haushaltsbelastung möglich.

 

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Anlagen

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