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2. Sinfoniekonzert
Konzert Klassik

2. Sinfoniekonzert

Peter Tschaikowsky (1840‑1893)
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35

Dmitri Schostakowitsch (1906‑1975)
Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

Wenn Menschen ihre Persönlichkeit nicht frei entfalten dürfen, Empfindungen verbergen und sich ständig anpassen und verstellen müssen, hinterlässt das Spuren. Peter Tschaikowsky und Dmitri Schostakowitsch kannten diese psychische Belastung - jeder auf seine Weise. Der eine konnte seine Homosexualität im zaristischen Russland nicht offen leben, der andere stand unter dem Druck der sowjetischen Diktatur und ihrer Kulturpolitik. Die Werke im 2. Sinfoniekonzert entstanden in Momenten des Umbruchs, des Rückzugs und Innehaltens. Aus ihnen sprechen Hoffnung und Sehnsucht, aber auch Angst, Zerrissenheit und der Wunsch nach Freiheit.

Nach dem Scheitern seiner Ehe und einer schweren Depression floh Tschaikowsky aus Russland an den Genfersee. Dort fand er Ruhe und Abstand. Unterstützt von Iosif Kotek schrieb er das Violinkonzert, geprägt vom neuen Lebensmut, den Tschaikowsky schöpfte.

Schostakowitsch komponierte seine Zehnte Sinfonie kurz nach dem Tod Josef Stalins 1953. Das Werk wird oft als Abrechnung mit dem Diktator und dessen Terrorherrschaft gedeutet, aber auch als persönliches Zeugnis eines Künstlers, der, um zu überleben, zwischen Anpassung und Widerstand gefangen war.