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Staatsangehörigkeit: Einbürgerung

Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt in Deutschland
» Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung
Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit

Informationen:

In Deutschland rechtmäßig aufhältige Ausländer und Ausländerinnen können nach §§ 8 bis 10 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) sowie nach § 21 des Gesetzes über die Rechtstellung heimatloser Ausländer (HAG) eingebürgert werden.

Nach § 10 StAG ist ein Ausländer, der seit 8 Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat, auf Antrag einzubürgern, wenn er

  • sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bekennt,
  • freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger oder gleichgestellter Staatsangehöriger eines EWR-Staates ist oder eine Aufenthaltserlaubnis- EU oder eine Niederlassungserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, die auf einen Daueraufenthalt ausgelegt ist,
  • den Lebensunterhalt für sich und seine unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten oder dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch bestreiten kann,
  • seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt oder verliert, sofern sie keine EU-Bürger sind,
  • nicht wegen einer Straftat verurteilt worden ist,
  • über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt. Erforderlich ist der Nachweis auf dem Niveau der Sprachprüfung zum Zertifikat Deutsch (B1) und
  • durch einen Einbürgerungstest oder erfolgreichen Hauptschulabschluss Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland nachweisen kann.

Der Ehegatte und die minderjährigen Kinder des Ausländers können mit eingebürgert werden, auch wenn sie sich noch nicht seit 8 Jahren rechtmäßig im Inland aufhalten.

Weist ein Ausländer durch eine Bescheinigung die erfolgreiche Teilnahme an einem Integrationskurs nach, wird die Aufenthaltsfrist von 8 auf 7 Jahre verkürzt. Bei Vorliegen besonderer Integrationsleistungen, z. B. B2 und Ausübung eines Ehrenamtes, kann die Aufenthaltsfrist auf 6 Jahre verkürzt werden.

Ein Anspruch auf Einbürgerung nach § 10 StAG besteht nicht, wenn der Ausländer nicht über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt, tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, dass der Ausländer Bestrebungen verfolgt oder unterstützt, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind, oder entsprechende Ausweisungsgründe vorliegen.

Straftaten, insbesondere Verhängung von Erziehungsmaßregeln nach dem Jugendgerichtsgesetz, Verurteilungen zu Geldstrafen bis zu 90 Tagessätzen und Verurteilungen zu Freiheitsstrafen bis zu 3 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt und nach Ablauf der Bewährungszeit erlassen worden sind, fallen außer Betracht. Mehrere Verurteilungen werden zusammengerechnet.

Bei § 10 StAG handelt es sich um eine sog. Anspruchseinbürgerung. Bei einer Ermessenseinbürgerung nach § 8 StAG ergeben sich gegenüber einer Anspruchseinbürgerung folgende Unterschiede:

  • Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge, Staatenlose können schon nach 6 Jahren rechtmäßigen Inlandsaufenthalts eingebürgert werden
  • Deutsch-adoptierte Ausländer/innen, Einbürgerungsbewerber/innen aus dem deutschsprachigem Raum und Abkömmlinge von Deutschen können nach 4 Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit erlangen
  • Bei besonderem öffentlichen Interesse können Berufssportler verkürzte Aufenthaltszeiten für sich in Anspruch nehmen
  • Der Lebensunterhalt muss in jedem Fall gesichert sein
  • Straftaten und Ausweisungsgründe dürfen nicht vorliegen
  • Ausreichende Sprachkenntnisse müssen vorhanden sein
    (Bei Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben und seit zwölf Jahren ihren rechtmäßigen Aufenthalt im Inland haben, genügt es, wenn sie sich ohne nennenswerte Probleme im Alltagsleben in deutscher Sprache mündlich verständigen können).

§ 9 StAG befasst sich mit der Einbürgerung von Ehegatten und Lebenspartnern von Deutschen. Diese sollen unter den Voraussetzungen des § 8 StAG eingebürgert werden, wenn

  • sie ihre bisherige Staatsangehörigkeit verlieren oder aufgeben oder ein Grund für eine Aufnahme von Mehrstaatigkeit vorliegt und
  • gewährleistet ist, dass sie sich in die deutschen Lebensverhältnisse einordnen,

es sei denn, dass der Einbürgerung erhebliche Belange der Bundesrepublik Deutschland entgegenstehen.

Die Einordnung des Einbürgerungsbewerbers in die deutschen Lebensverhältnisse muss nicht abgeschlossen, sondern lediglich für die Zukunft gewährleistet sein. Erforderlich ist in der Regel ein rechtmäßiger Aufenthalt im Inland von 3 Jahren. Die eheliche Lebensgemeinschaft des Einbürgerungsbewerbers mit dem deutschen Ehegatten oder Lebenspartner muss zum Zeitpunkt der Einbürgerung seit 2 Jahren bestehen. Der Einbürgerungsbewerber muss über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen (B 1) und Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland nachweisen.

Die Einbürgerung der in der Hansestadt Lübeck ansässigen heimatlosen Ausländer ist nahezu abgeschlossen. Nach § 21 HAG wird ein heimatloser Ausländer auf Antrag eingebürgert, wenn er

  • seit 7 Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat und
  • nicht wegen einer Straftat verurteilt worden ist; außer Betracht bleiben Verurteilungen zu Geldstrafen oder zu Jugend- oder Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Wenn Sie beabsichtigen, sich einbürgern zu lassen, stehen Ihnen die MitarbeiterInnen beratend zur Seite.

Gebühren:

Die Einbürgerungsgebühr beträgt 255 Euro pro Antragsteller. Für minderjährige Kinder, die mit eingebürgert werden und kein eigenes Einkommen haben, reduziert sich die Gebühr auf 51 Euro. Die Gebühr für Einbürgerungen nach dem HAG beträgt einheitlich 51 Euro pro Person.

Gebühren:

siehe oben

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Angelegenheiten für Ausländer/innen
Dr.-Julius-Leber-Str. 46 - 48
23552 Lübeck
Telefon:(0451) 122-33 11 (Servicetelefon)
Fax:(0451) 122-33 99
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