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Heiligen-Geist-Hospital

Wo man in "Kabäusterchen" wohnte

Der Reichtum und die Frömmigkeit der Bürger in der mittelalterlichen Handelsmetropole Lübeck führten nicht nur zur Errichtung von fünf großen Kirchen und zur Gründung von Klöstern. Darüberhinaus schufen die Lübecker Kaufleute auch eine große Anzahl wohltätiger Einrichtungen. An ihrer Spitze steht das von reichen Bürgern gestiftete Heiligen-Geist-Hospital, das 1286 vollendet wurde.

Heiligen-Geist-Hospital
Das Hospital ist eine der ältesten Sozialeinrichtungen Europas. Es ist gleichzeitig eines der bedeutendsten Monumentalbauwerke des Mittelalters überhaupt.
Das Hospital konnte 100 kranke Menschen aufnehmen, spätere Erweiterungen erhöhten diese Zahl. Zunächst wurde es für die Krankenpflege, danach als Altenheim genutzt. Die oben offenen, hölzernen Kammern in der großen Halle, dem Langhaus, wurden erst im frühen 19. Jahrhundert eingebaut. Dabei behielt man die Anordnung der vormals in vier Reihen freistehenden Betten bei. Die 170 Plätze des Altenheims waren stets begehrt. Auch die letzten Bewohner verließen 1970 ihre Kammern, in Lübeck "Kabäusterchen" genannt, nur widerstebend.

Mit finanzieller Unterstützung von Land und Bund wurde in den Jahren 1973 bis 1976 im Heiligen-Geist-Hospital für rund 7,67 Millionen Mark ein modernes Altenheim mit 85 Betten in 81 Ein- und Zweibettzimmern eingerichtet und damit die ursprüngliche Funktion des Bauwerks aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Daneben wurde eine Altentagesstätte geschaffen. Die Kammern des Langhauses und die Kirchenhalle werden heute regelmäßig für einen beliebten Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt und für Einzelveranstaltungen genutzt.

Die Restaurierung der sehenswerten Kirchenhalle des Heiligen-Geist-Hospitals wurde im Jahre 1977 begonnen, nachdem die Lübecker Possehl-Stiftung für diese Aufgabe Mittel zur Verfügung gestellt hatte. Zunächst wurden die Außenfassade und die Innenwände gereinigt, restauriert und imprägniert. Drei Jahre dauerte allein die Wiederherstellung der auf 23 Eichenholztafeln gemalten, besonders kostbaren Darstellungen der Elisabeth-Legende. Sie ist in die Brüstung des Lettners eingefügt. Außerdem wurden 13 hölzerne Heiligenfiguren aus dem 14. und 15. Jahrhundert, zwei Altäre und eine Kanzel wiederhergestellt. Insgesamt kostete die im Frühjahr 1984 beendete Restaurierung mehr als eine Millionen Mark.
Die gewaltigen Kellergewölbe des Heiligen-Geist-Hospitals wurden seit Jahrhunderten als Lagerräume und Warenlager genutzt. Seit 1955 gibt es dort eine Weinstube, die nach und nach zu einem Restaurant erweitert wurde. 1984 wurden durch den Ausbau von drei weiteren Gewölben erhebliche Vergrößerungen vorgenommen.

Die Unterhaltung der Gesamtanlage wird heute noch aus den eingehenden Miet- und Pachteinnahmen aus dem erheblichen Grundbesitz der Stiftung getragen. Auch daran hat sich seit dem Mittelalter nichts geändert.

Anschrift:

Heiligen-Geist-Hospital,
Koberg 11,
23552 Lübeck

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