St. Annen-Museum
Deutschlands bedeutendste Sammlung mittelalterlicher Schnitzaltäre nach deutscher Prägung
Das in einem ehemaligen Augustinerinnen-Kloster aus dem frühen 16. Jahrhundert eingerichtete Museum beherbergt Deutschlands bedeutendste Sammlung mittelalterlicher Schnitzaltäre norddeutscher Prägung. Sie wird ergänzt durch sakrale Werke niederländischer Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts, herausragend darunter der Passionsaltar von Hans Memling von 1491. Zweifelsfrei gehört dieser Altar mit seinen allseitig gemalten Flügeln zu den größten Kostbarkeiten der Hansestadt mit internationaler Bedeutung.
Zumeist stammen diese Werke aus Lübeck selbst und belegen in eindrucksvoller Weise die Bedeutung Lübecks als Stätte der Kunst und der Kunstproduktion. Aus der reichen Fülle ragen einzelne Werke heraus, die weit über Lübeck hinaus Geltung haben. Unter den zahlreichen Marienfiguren ist die Niendorfer Madonna von 1420 wohl die anmutigste.
Sie entstand in der Zeit der Pest, in der die Bevölkerung besonderen Trostes für die Qualen des irdischen Daseins bedurfte. Der so genannte weiche Stil brachte den Typus der „schönen Madonna" hervor, anmutige Geschöpfe, die wie ein Abglanz des Himmels selbst erscheinen. In dieselbe Zeit gehören die Sandsteinfiguren der Törichten und Klugen Jungfrauen. Sie waren im Burgkloster als Mahnung und Zeichen für das kommende Weltgericht in der ehemaligen Burgkirche aufgestellt. Heute bezaubern vor allem die Törichten den Betrachter durch ihren Liebreiz und den modischen Putz.
Eine weitere Besonderheit zeichnet das Museum aus: die Paramentenkammer. Diese Abteilung beherbergt ebenfalls eine exquisite Sammlung liturgischer Gewänder und Geräte des Mittelalters. Zudem zählt der „Danziger Paramentenschatz" zu den kostbarsten Beständen mittelalterlicher Textilien in Deutschland.
Die obere Etage des Klosters wurde 1843 durch einen Brand schwer beschädigt. Dort befindet sich heute die Abteilung für Wohnkultur. In Epochenräumen wird aufgezeigt, wie die Bürger der Hansestadt vom Mittelalter bis um 1800 lebten. Möbel von erlesener Qualität, Prunkgläser, Silber, Porzellan und Fayence zeugen von dem Wohlstand und Geschmack der Bewohner der "Königin der Hanse". Hinzu kommt eine Abteilung für Spielzeug.
Das Museum veranstaltet regelmäßig Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen aus dem Bereich der bildenden Kunst und der Kulturgeschichte. Organisatorisch ist das St. Annen-Museum - wie vier weitere Lübecker Museen - dem Museen für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck zugeordnet.
Zu finden ist das St. Annen- Museum in den Räumen des St. Annen-Klosters, das 1502 zur Unterbringung der unverheirateten Töchter Lübecker Kaufleute gegründet wurde.
Anschrift:
die LÜBECKER MUSEEN
Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
St. Annen-Museum
St. Annen-Straße 15
23552 Lübeck
Tel.: +49 (0) 451 / 122-4137
Fax: +49 (0) 451 / 122-4183
E-Mail: mkk@luebeck.de
weitere Informationen: www.st-annen-museum.de
