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Mittwoch, 12.12.2018
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Spezialitäten aus Lübeck

Französischer Rotwein gibt als Lübecker Rotspon Rätsel auf

Die Anfänge des Lübecker Rotweinhandels gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Damals kamen die ersten Koggen der Hanse an die französische Westküste und brachten Bordeaux-Weine mit. Bedeutung gewann der Weinhandel jedoch erst im 16 Jahrhundert, als der Lübecker Kaufmann Thomas Fredenhagen der Überlieferung nach als erster begann, Rotwein im größerem Maße einzuführen und zu veredeln. Er soll seinen Küfer beauftragt haben, den Wein reifen zu lassen, "damit seine guten Eigenschaften sich voll entwickeln und der Wein nicht laut und heftig, sondern fröhlich und gesellig macht".

Seit dieser Zeit, und verstärkt vom 17. Jahrhundert an, wurde französischer Rotwein in Lübeck "veredelt". Der Wein wird nach wie vor in Frankreich angebaut und nachdem er dort geerntet und gereift ist, wird er weiter nach Lübeck transportiert. Hier, im milden Seeklima der Stadt, wird der Wein dann abgefüllt, ehe er in den Flaschen weiterreifen kann.

Man wollte der Sache später auf den Grund gehen. In Bordeaux wurden die gleichen Weine in mehrere Fässer abgefüllt. Einige blieben in Bordeaux, andere wurden nach Lübeck gebracht und dort eingelagert. Nach einer angemessenen Zeit der Reife und Lagerung ergab eine Weinprobe, daß die französischen Offiziere sich nicht geirrt hatten. Eine Erklärung dafür gibt es allerdings bis heute nicht. Man kann nur vermuten, daß das Lübecker Klima und damit die Temperatur in den Lübecker Weinkellern dem Bordeaux besser bekommt.

Woher nun aber der Name Rotspon? "Spon ist der niederdeutsche Ausdruck für "Span" - Holzspan. Rotspon war also ursprünglich Rotwein aus Holzfässern. Der mecklenburgische Mundart - Dichter Fritz Reuter, selbst ein Freund des Lübecker Rotspon, sorgte mit seinen humorvollen Versdichtungen dafür, daß die Bezeichnung "Rotspon" in ganz Deutschland bekannt wurde.

Inzwischen ist "Lübecker Rotspon" auch ein Qualitätsbegriff ähnlich dem "Lübecker Marzipan".