Veröffentlicht am 12.04.2021

Hansestadt Lübeck beseitigt Angsträume

Die Ergebnisse der Online-Umfrage liegen vor

An der Online-Umfrage zum Thema „Angsträume“, die vom Fachbereich Planen und Bauen und dem Bereich Stadtgrün und Verkehr der Hansestadt Lübeck im Dezember 2020 durchgeführt wurde, haben sich insgesamt 454 Personen beteiligt. Da pro Person auch mehr als ein Angstraum genannt werden konnte, kamen rund 600 Meldungen zusammen.

Nach Abschluss der umfangreichen Auswertungsarbeiten kristallisierten sich 26 Angsträume heraus, zu denen es jeweils mehr als fünf Mehrfachnennungen gab.

Die am häufigsten gemeldete Ursache für einen Angstraum ist die oft als unzureichend empfundene Beleuchtung. Der Wunsch nach mehr Licht steht allerdings im Widerspruch zu einigen anderen Aspekten wie z.B. der Lichtverschmutzung, den sensiblen naturnahen Bereichen und dem Altstadtcharakter, die in diesem Zusammenhang ebenfalls mit betrachtet werden müssen.

Zweiter Hauptkritikpunkt ist laut Umfrage das Publikum – feiernde Jugendgruppen oder Ansammlungen von obdach- bzw. wohnungslosen oder suchtkranken Personen erzeugen bei den Befragten ein Angstgefühl.

An Orten wie dem ZOB hat auch der Zustand in Bezug auf Müll, Wandschmierereien und bauliche Verwahrlosung eine größere Bedeutung. Zu starker, unübersichtlicher Grünbewuchs wurde hingegen selten genannt.

Am 02.03.2021 hat der Bereich Stadtgrün und Verkehr, Sachgebiet Verkehrswegebeleuchtung umgehend die Beleuchtungssituation an den 26 genannten Angsträumen bei Dunkelheit vor Ort überprüft. Oftmals besteht bereits eine technisch einwandfreie Straßenbeleuchtung, die sich in diesem Jahr durch die sukzessive Umrüstung auf LED noch weiter verbessern wird, da das weißere Licht der LED-Technik im Gegensatz zur konventionellen Leuchte mehr Helligkeit bringt. Hier wird der Bereich Stadtgrün und Verkehr dafür sorgen, dass die Umrüstung an den gemeldeten Angsträumen vorgezogen wird. Die an einer Stelle vorgefundene defekte Straßenleuchte konnte kurzfristig instandgesetzt werden.

Zurzeit noch nicht beleuchtete Wegebeziehungen wie der Fußweg vom Steinrader Weg zur Ziegelstraße wurden geprüft und in die Planung aufgenommen. Bei anderen genannten Wegen, wie der Johnny-Felgenhauer-Straße und dem Weg Auf der Kuppe – Hasselbreite sind bereits Aufträge für eine Beleuchtung erteilt, sodass die Ausführung zeitnah erfolgen wird.

Die Auswertung der Online-Umfrage lässt außerdem erkennen, dass sich der Eindruck der Bürger:innen mit der fachlichen Einschätzung der Verwaltung deckt. So entsprechen die bereits im Vorwege unternommenen Schritte den Wünschen aus der Bevölkerung, wodurch eine sinnvolle Verwendung der für die Beseitigung von Angsträumen zusätzlich bereitgestellten Gelder gewährleistet ist.

Die mehrfach gewünschte Beleuchtung von Grünanlagen, Parks und den Wegen am Kanal bedarf allerdings einer umfangreicheren Prüfung. Nach einer ersten Einschätzung des Fachbereichs Umwelt- Natur- und Verbraucherschutz ist die erstmalige Beleuchtung bisher unbeleuchteter naturnaher Bereiche besonders sensibel. Dies gelte insbesondere für Flächen an Gewässerrändern.

Der Bereich Stadtgrün und Verkehrs wird deswegen gemeinschaftlich mit dem Fachbereich Umwelt- Natur- und Verbraucherschutz prüfen, ob die Installation moderner Leuchtmethoden eine Lösung darstellen könnte, die sowohl die Aspekte des Umweltschutzes berücksichtigen, als auch für ein höheres Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sorgen würde. Hierfür werden intelligente Systeme, die nur „auf Anforderung“ leuchten und der Einsatz von Solarleuchten untersucht.

Im nächsten Schritt wird die Auswertung in die Arbeitsgruppe „Öffentliche Sicherheit“ des Kommunalen Rates für Prävention zur weiteren Prüfung und Beratung eingebracht. Hier werden dann die anderen im Rahmen der Online-Umfrage genannten sonstigen Ursachen für Angst betrachtet werden.

Eine Präsentation der Ergebnisse der Online-Umfrage steht unter www.luebeck.de/angstraeume zur Verfügung.+++