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Lüders-Ausstellung im Lübecker Burgkloster eröffnet

060400LK 2006-05-19

„Ich war nie ein Star – Günther Lüders. Schauspieler, Regisseur, Rezitator“ - unter diesem Titel ist von Sonnabend, 20. Mai, bis zum 27. August 2006 eine Ausstellung im Kulturforum Burgkloster zu sehen. Eröffnet wird sie am heutigen Freitag um 19.30 Uhr.

Das Kulturforum Burgkloster zeigt in Zusammenarbeit mit der Herbert Ihering Gesellschaft die Sonderausstellung „Ich war nie ein Star – Günther Lüders. Schauspieler, Regisseur, Rezitator.“ Gezeigt werden seltene kulturhistorische Dokumente wie Fotos, Briefe, Verträge und Plakate sowie Gegenstände aus dem privaten Besitz von Günther Lüders. Zur Eröffnung am 19. Mai sprechen um 19.30 Uhr Dr. Wolfgang Muth vom Kulturforum Burgkloster sowie der Kurator Ulrich Liebe.

Günther Lüders wurde am 5. März 1905 in Lübeck geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre nahm er Schauspielunterricht und begann 1923 seine Schauspielkarriere in seiner Heimatstadt. Es folgten ab 1925 Engagements an Theatern in Dessau und Frankfurt/Main. Lüders ging 1934 nach Berlin und drehte seine ersten Filme. 1935 wurde er künstlerischer Leiter des Kabaretts „Tingel Tangel“, das im Mai des gleichen Jahres von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Lüders wurde verhaftet und für drei Wochen im KZ Esterwegen inhaftiert. Wegen Verstoß gegen das „Heimtückegesetz“ wurde er 1936 angeklagt, dann aber freigesprochen.

Nach Aufhebung eines einjährigen Berufsverbotes arbeitete Lüders erfolgreich an Berliner Theatern und beim Film. Nach einem von Dezember 1939 bis September 1940 dauernden Militärdienst war er bei Theater, Film und Rundfunk gut beschäftigt. 1946 kehrte er nach Lübeck zurück. Zwischen 1947 und 1954 war er bei Gustav Gründgens am Düsseldorfer Schauspielhaus engagiert und drehte gleichzeitig zahlreiche Filme. Danach war er dann einige Jahre ohne festes Engagement, inszenierte an mehreren Theatern und war weiterhin als Schauspieler und Rezitator gut beschäftigt. Von 1960 bis 1962 war Lüders Schauspieldirektor am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart. Anschließend gab er fast nur noch Gastspiele an vielen großen deutschen Bühnen, trat aber auch immer wieder am Theater seiner Heimatstadt Lübeck auf. Seinen letzten großen Erfolg feierte er 1974 am Bochumer Schauspielhaus mit „Professor Unrat“ in der Inszenierung von Peter Zadek. Lüders starb am 1. März 1975 in Düsseldorf.

In seinem Schauspielerleben wirkte er in zahlreichen Filmen und später auch Fernsehproduktionen mit. Die wohl heute noch bekanntesten sind „Große Freiheit Nr. 7“ (1944), „Drei Männer im Schnee“ (1955) und „Das Wirtshaus im Spessart“ (1957). Große Erfolge feierte er auch als Gedichtrezitator mit Texten von Joachim Ringelnatz, Christian Morgenstern oder Wilhelm Busch, aber auch mit Lesungen von ernster Literatur wie unter anderem „Buddenbrooks“ oder „Tonio Kröger“ von Thomas Mann.

Die Ausstellung wurde für die Herbert Ihering Gesellschaft mit großzügiger Förderung durch die Dräger-Stiftung in Lübeck von dem Kulturhistoriker Ulrich Liebe erarbeitet und inszeniert. Ulrich Liebe hat sich auf die Thematik Film und Theater im 20. Jahrhundert spezialisiert und unter anderem mit großem Erfolg die im Frühjahr 2005 auch im Burgkloster gezeigte Ausstellung „Verehrt, verfolgt, vergessen“ über die Verfolgung von Schauspielern im Dritten Reich erarbeitet.

Begleitpublikation: Begleitend zur Ausstellung ist im Verlag Schmidt-Römhild unter gleichem Titel eine Biografie über Günther Lüders erschienen. Ihr Druck wurde durch eine großzügige finanzielle Förderung durch die „Gemeinnützige Stiftung Sparkasse zu Lübeck“ ermöglicht. Das Buch ist zum Preis von 24,80 Euro im Kulturforum Burgkloster und im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7950-7031-1)

Begleitprogramm: Das Kommunale Kino, Mengstraße 35, zeigt begleitend zur Ausstellung zwei Filme mit Günther Lüders:

Außerdem wird es eine öffentliche Führung durch den Ausstellungsmacher und eine Lesung von Ulrich Liebe aus seiner Lüders-Biografie geben. Die genauen Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Das Burgkloster ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet vier, ermäßigt drei Euro. Gruppen und Schulklassen können eine Führung unter (0451) 122-41 95 anmelden.

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Hinweis: Eine gleichlautende Mitteilung wird von der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck versandt.


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