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Digitales Pressedienstarchiv

Ferdinand Heinrich Grautoff-Stiftung stellt sich vor

030383LK 2003-05-19

Mit einer Pressekonferenz im Mantelssaal der Stadtbibliothek Lübeck hat sich heute die neu gegründete Ferdinand Heinrich Grauthoff Stiftung vorgestellt. Die 2001 als unselbständige Stiftung in der Gesellschaft zur Beförderung Gemeinnütziger Tätigkeit gegründete Ferdinand Heinrich Grautoff-Stiftung hat im Februar 2003 zum dritten Mal ein Jahresprogramm von Restaurierungsvorhaben beschlossen. Zweck der von Professor Dr. Gerhard Ahrens errichteten Stiftung ist die Bereitstellung von Mitteln zur Konservierung und Restaurierung von Handschriften und seltenen Drucken zur Lübeckischen Geschichte im Besitz der Bibliothek der Hansestadt Lübeck. Dem Verwaltungsausschuss gehören neben einem Mitglied der Vorsteherschaft der Gemeinnützigen als Vorsitzendem der Stifter, ein Vertreter des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, der Direktor der Stadtbibliothek sowie der dort für Handschriften und alte Drucke zuständige Bibliothekar an.

Im Zusammenhang hiermit soll die Öffentlichkeit über die wichtigsten Stücke aus den beiden ersten und zweiten Jahresprogrammen mit einem Volumen von jeweils etwa 13 000 Euro vorgestellt werden.

Glanzpunkt war die Restaurierung der zwölfbändigen Rehbein-Chronik (Ms. Lub. 2°54-65), die mit dem Tode ihres Autors (1629) als nahezu vollendetes Arbeitsmanuskript liegen blieb. Die Chronik beschert daher einen einzigartigen Einblick in die Arbeitsweise eines Historikers der Barockzeit. Aus einer Unzahl überklebter oder eingehefteter Änderungen und Nachträge kann man entnehmen, welche Nachrichten der Verfasser ausgewählt, modifiziert oder verworfen hat.

Die Restaurierung hatte also auch das Interesse der Forschung an der Vielschichtigkeit dieses Objekts zu berücksichtigen. So wurden an 904 Blättern Schäden (Einrisse, Schmutz, Tintenfraß u.a.) beseitigt und auf den 1808 Seiten des Textes sorgfältig freigelegte Stellen markiert und die Deckblätter beweglich fixiert.

Eines der schönsten Stücke aus dem Programm des Jahres 2002 war ein Psalterium, eine Pergamenthandschrift, geschrieben 1465 durch den Lübecker Vikar Simon Stenborch (Ms. theol. lat. 2°27), das 1998 aus Armenien zurückkehrte, aber bisher wegen dringenderen Bedarfs nicht restauriert werden konnte. Es ist ein Juwel der Lübecker Buchkunst in der Mitte des 15. Jahrhunderts (Goldene Initialen) und war für den exklusiven Gebrauch der Nutznießer einer Pfründe (Canonici Livonistae) im Dom angefertigt worden.

Weiterhin wurden Maßnahmen an dem ältesten in Lübeck gedruckten Buch (Rudimentum novitiorum, eine Weltchronik aus 1475) sowie an den handschriftlichen Lübecker Chroniken von Hermann Korner und Reimar Kock vorgenommen. +++


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