Hansestadt Lübeck
  Suche     Index     Hilfe     Home  
Stadt/Politik Tourismus/Freizeit Wirtschaft Kultur/Bildung Bilder/Karten Dialog/Service Aktuelles
 
Aktuelles und Events
 
· Lübeck-Pressedienst
· Pressedienstarchiv
· Pressespiegel
· Termine
· Kinoprogramm
· Kulturkalender
 
· Lübecker Stadtzeitung
· Lübeck.Net-Guide
{short description of image}

Dr. Thorsten Rodiek wird neuer Museums-Direktor
990902RK 25. November 1999

Zum 1. April 2000 bekommt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte einen neuen Chef: Der Hauptausschuß der Lübecker Bürgerschaft votierte einstimmig für den 45jährigen Dr. Thorsten Rodiek als Nachfolger für den im März dieses Jahres verstorbenen Direktor Dr. Gerhard Gerkens. Rodiek, seit Mai 1991 Direktor des Kulturgeschichtlichen Museums der Stadt Osnabrück, war von der Findungskommission, die Anfang November von 30 Bewerbern acht zu Vorstellungsgesprächen nach Lübeck geladen hatte, als geeignetster Kandidat ausgewählt worden, weil er die Kriterien des Anforderungsprofils in hervorragendem Maße erfüllt.

Insbesondere seine über achtjährige erfolgreiche Leitung des Kulturgeschichtlichen Museums der Stadt Osnabrück für ältere und zeitgenössische Kunst und Kulturgeschichte, Stadtgeschichte, Wohnkultur und Kunsthandwerk überzeugte den Fachbereich Kultur, zumal diese Einrichtung durchaus mit dem Lübecker Museum für Kunst und Kulturgeschichte vergleichbar ist.

Aber auch seine Erfahrungen beim Bau des Felix-Nussbaum-Hauses, eine Erweiterung des Osnabrücker Kunsthistorischen Museums, sprachen für den gebürtigen Bremer. Denn Rodiek schlug den renommierten amerikanischen Architekten Daniel Libeskind für diesen international viel beachteten Neubau vor und begleitete Planung und Realisierung in täglichem Kontakt zu Libeskind und dessen Team. Libeskind machte sich vor allem als Architekt des neuen Jüdischen Museums in Berlin einen Namen. Da für das Lübecker Museum für Kunst und Kulturgeschichte ebenfalls ein Anbau geplant ist, bringt Rodiek umfangreiche Erfahrungen für Raumplanung und Ausstattung des Gebäudes mit.

Rodiek hat bereits umfangreiche Vorstellungen zum Lübecker Museum, zu dem die fünf Häuser St. Annen, Behnhaus/Drägerhaus, Katharinenkirche, Holstentor und Völkerkundesammlung gehören, entwickelt. Er könne sich gut vorstellen, das Museum durch ein breit gefächertes und innovatives Angebot für das heutige sehr anspruchsvolle Publikum noch interessanter zu machen. Mehrsprachige Führungen durch entsprechend geschulte Fachkräfte, CD-gestützte Audioführungen in mehreren Sprachen, regelmäßige Museumskonzerte und Diavorträge zu den einzelnen Abteilungen des Museums sowie Podiumsdiskussionen könnten das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Lübeck zu einem Ort der Diskussion, Auseinandersetzung und Begegnung mit Kunst, Geschichte und aktuellen Fragen der Gegenwart werden lassen. Dabei legt er großen Wert auf die Zusammenarbeit mit anderen Kultureinrichtungen der Stadt.

Rodiek blickt trotz seines jungen Alters auf eine fast zwanzigjährige Museumslaufbahn zurück: Nach dem Studium der Kunstgeschichte, klassischen Archäologie und Romanistik an der Georg-August-Universität in Göttingen sowie am Courtauld-Institute der University of London und der Promotion an der Uni Stuttgart, begann er 1982 als wissenschaftlicher Volontär an der Staatsgalerie Stuttgart. 1985 bis 1986 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wilhelm-Lehmbruck-Museum der Stadt Duisburg, ehe er anschließend Direktor der Emder Kunsthalle wurde. Im Anschluß daran wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Stiftung Pommern nach Kiel. Dort war er unter anderem für die Betreuung der Gemälde- und Grafischen Sammlung des ehemaligen Museums der Stadt Stettin zuständig. Daneben hielt er Lesungen am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Kiel.

Als Osnabrücker Museumsdirektor hat Rodiek natürlich auch umfangreiche Verwaltungserfahrung. Da auch in der niedersächsischen Stadt das neue Steuerungsmodell mit der Budgetverantwortung der einzelnen Bereiche vor einiger Zeit eingeführt worden ist, ist er mit moderner Verwaltung vertraut. Der fließend Englisch, Italienisch und Französisch sprechende Kunsthistoriker hat darüber hinaus erfolgreich Drittmittel einwerben können und einen intensiven Kontakt zu Sponsoren und Mäzenen gepflegt, so daß wichtige Sammlungen, etwa Grafiken Dürers, auch ohne finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand für das Museum erworben werden konnten. +++

   

© Copyright, 1999 Hansestadt Lübeck  -  Publishing: LYNET Kommunikation

Lübeck Adler