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Lübecker Altstadt: UNESCO-Welterbe

Lübecker Altstadt von Südwesten, etwa 2004

Lübecker Altstadt von Südwesten, etwa 2004

Im Dezember 1987 hat das Welterbe-Komitee der UNESCO mit dem mittelalterlichen Stadtkern der Hansestadt Lübeck erstmals in Nordeuropa einen ganzen Stadtbereich als Welterbe anerkannt. „Die Altstadt stellt als Gesamtkunstwerk ein hervorragendes Beispiel eines Siedlungsgebietes dar, dass einen bedeutsamen Abschnitt in der Entwicklung der Menschheit versinnbildlicht“, so die Begründung der Ausschussmitglieder. Ausschlaggebend für die Aufnahme war die markante und unverwechselbare Stadtsilhouette mit den sieben Türmen der monumentalen Kirchen, der planmäßig angelegte Stadtgrundriss mit den historischen Raumgefügen der Straßen und Plätze sowie die originale historische Bausubstanz in den unzerstörten Altstadtbereichen.

Lübeck wurde 1143 gegründet und ab 1159 unter Heinrich dem Löwen in den bis heute erhaltenen Grundlinien angelegt. Kerngerüst der Stadtarchitektur sind die im Mittelalter entstandenen Strukturen, die in ihrer Vielfalt, Qualität, Maßstäblichkeit, Parzellierung, Fassadenabwicklung und Dachlandschaft einzigartig in Europa sind.

Blick auf den östlichen Altstadtrand mit Katharinenkirche

Dachlandschaft im nordwestlichen Teil der Altstadt

Blick auf den östlichen Altstadtrand mit Katharinenkirche

Dachlandschaft im nordwestlichen Teil der Altstadt

Ein vom Wasser umgebener Stadthügel mit zwei mittig in Nordsüdrichtung verlaufenen Hauptstraßen, von denen rechtwinklig die Rippenstraßen zu Trave und Wakenitz hinabführen kennzeichnen den im 12. Jahrhundert planmäßig angelegten Stadtgrundriss. Hinzu kommt die für Lübeck besonders typische Anlage von Wohnhöfen und Gängen auf den rückwärtigen Flächen der Blockrandbebauung, die aus der Verknappung des Baugrundes auf dem Altstadthügel resultiert.

Die früh ausgeprägte wirtschaftliche und gesellschaftliche Differenzierung innerhalb des Stadtgefüges – im Westen die Kontor– und Wohnhäuser der wohlhabenden Kaufleute, im Osten das Kleingewerbe und die Handwerker – ist noch heute erlebbar. Besonders deutlich wird dies in der Anordnung von Gangbuden und Werkstätten auf den rückwärtigen Grundstücken der Kaufmannshäuser, zu denen ein enges Netz von Gängen führt.

Blick durch die Kleine Petersgrube auf den Turm von St. Petri

Untere Fleischhauerstraße im Osten der Altstadt

Blick durch die Kleine Petersgrube auf den Turm von St. Petri

Untere Fleischhauerstraße im Osten der Altstadt

Neben der historischen Raum- und Baustruktur sind von besonderem Denkmalwert die in vielen Fällen erhaltenen inneren Strukturen und Ausstattungen der alten Bürgerhäuser – mit Dielen in unterschiedlichster Form und Größe, herausragenden Wand- und Deckenmalereien und kostbaren Stuckdecken in besonders gestalteten Räumen.Die durch Jahrhunderte gewachsene und durch viele hervorragende Einzelbauten geprägte Bausubstanz in den Altstadtbereichen weisen Lübeck als architektonisches Erbe von europäischer Bedeutung aus, dass unter städtebaulichen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ein einzigartiges Beispiel mittelalterlicher Stadtbaukunst darstellt.

Lübeck hat als Führerin des Hansebundes Jahrhunderte lang europäische Geschichte geschrieben. Der Stadtgrundriss, die Stadtbaukunst und das Lübsche Stadtrecht wurden Grundlage für viele Städte im Hansebund und Ostseeraum.

Aktuelle Entwicklungen im Welterbe finden Sie auch unter www.unesco.luebeck.de.