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Gänge der Altstadt - Kopf einziehen, Schultern beugen und hinein!

Wie in anderen Großstädten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, gab es auch in Lübeck eine große Anzahl von Tagelöhnern und Trägern. Meist wohnten sie in kleinen, "Buden" genannten Häusern, die dicht aneinander gedrängt auf Eckgrundstücken, an den Rückseiten der Bürgerhäuser oder im inneren Bereich der Wohnblöcke standen.

Die versteckt gelegenen Wohnbereiche wurden Gänge oder Gangviertel genannt.

Mittelalterliche Buden sind kaum noch erhalten, da man erst in der Mitte des 16. Jahrhunderts begann, auch steinerne Buden zu errichten.

Schnell hatten die Kaufleute, die begüterte Mittelschicht und die Kirche erkannt, welch geldspendende Quelle ein Haus mit einem ausgebauten Hof darstellte. Es blieb nicht aus, daß der Handel mit den kleinen Wohngängen und auch der Mietwucher die herrlichsten Blüten trieb. Dabei war es dem Hausbesitzer überlassen, wieviele Familien er in die winzigen Wohnungen preßte und wieviele Buden er hinter seinem Hause errichten ließ. Die kleinste dieser Buden, in der Hartengrube Nr. 36, hatte eine Frontlänge von 3,45 m, eine Breite von 4,65 m und eine Höhe bis zum Dachfirst von 4,95 m.

Im Zuge des allgemeinen Bevölkerungswachstums in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nahm auch die Lübecker Stadtbevölkerung um knapp ein Viertel zu. Das führte zur Verarmung großer Teile der Bevölkerung und somit zum Neu- und Ausbau der Gangviertel. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts gab es in Lübeck mehr als 180 Gänge. Heute bestehen noch etwa 90 Gänge.

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