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Donnerstag, 29.09.2016
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Lübecks Geschichte in Zahlen

Umfassender Geschichtsüberblick [PDF-Download 178 KB]

  819   Erste slawische Burganlage von Alt-Lübeck am Zusammenfluss von Trave und Schwartau.
1072   Der Name "Liubice" wird in der Chronik des Geschichtsschreibers Adam von Bremen genannt.
1138   Zerstörung Alt-Lübecks durch heidnische Slawen.
1143   Graf Adolf II von Schauenburg erhebt eine bescheidene kaufmännische Siedlung auf der Halbinsel zwischen Trave und Wakenitz zur deutschen Stadt Lübeck.
1157   Die Stadt brennt nieder. Die Siedler ziehen aus.
1159   Graf Adolf II überlässt den Hügel Herzog Heinrich dem Löwen. Lübeck entsteht dort ein zweites Mal.
1160    Verlegung des Bischofssitzes von Oldenburg (Holstein) nach Lübeck. Kurz darauf erster Dombau, um 1170 auch St. Marien, St. Petri und 1177 St. Johannes-Kloster. 1181 Heinrich der Löwe wird geächtet, Lübeck von Kaiser Friedrich Barbarossa eingenommen und mit zahlreichen Vorrechten ausgestattet.
1201    Lübeck erkennt den Dänenkönig Knud VI. als Stadtherrn an.
1226    Die norddeutschen Fürsten und Städte konnten die dänische Vorherrschaft abschütteln, Kaiser Friedrich II. erteilt Lübeck das Reichsfreiheitsprivileg. Lübeck wird freie Reichstadt, soll auf ewig dem Reichsoberhaupt unterstehen. Die Bestimmung bleibt 711 Jahre, bis 1937, in Kraft.
1227   Norddeutsche Fürsten und Städte, darunter Lübeck, besiegen in der Schlacht bei Bornhöved den Dänenkönig Waldemar II. endgültig. Zum Dank wird in Lübeck das Dominikanerkloster an der Stelle der ehemaligen königlichen Burg gegründet (Burgkloster).
1241   Bündnis zwischen Lübeck und Hamburg zur Sicherung des Überlandverkehrs. Erste Vertragsbindung zwischen späteren Hansestädten.
1251    Große Stadtbrände verwüsten die noch meistenteils aus Holz erbaute Stadt. Übergang zum Backsteinbau. Die großen gotischen Kirchen beginnen zu entstehen. Als erste und größte die (dritte) Marienkirche. Auch Teile des um 1220 entstandenen Rathauses werden erneuert.
1286   Der Neubau des Heiligen-Geist-Hospitals am heutigen Platz wird fertig gestellt.
1289/91   Aufstauung der Wakenitz.
1329   Die Stadt kauft dem holsteinischen Grafen den Ort Travemünde und die Herrenfähre ab.
1340   Kaiser Ludwig der Bayer verleiht Lübeck als erster deutschen Stadt das Recht, Goldgulden zu prägen.
1343   König Magnus von Schweden und Norwegen bestätigt die Vorrechte der deutschen Kaufleute in Bergen und auf den alljährlichen schonischen Märkten. Die Auslandsniederlassungen finden in diesen Jahren ihre endgültige Form.
1349-1350   Verheerendes erstes Auftreten der Pest ("schwarzer Tod") in Lübeck und in ganz Nordeuropa.
1350    Vollendung der Marienkirche.
1356    Vollendung des Franziskanerkloster-Neubaus St. Katharinen.
1358    Erster Hansetag in Lübeck. Der Ausdruck "Städte von der deutschen Hanse" wird erstmalig urkundlichbelegt. Die Hanse als Organisationsform ist allmählich, nicht durch einen Gründungsakt, entstanden.
1364-1370    Zweiter siegreicher Krieg gegen König Waldemar, abgeschlossen durch den Frieden von Stralsund. Sicherung der hansischen Privilegien und Wirtschaftsinteressen im Norden.
1375   Besuch von Kaiser Karl IV. in Lübeck.
1380-1384    Bürgerliche Unruhen. Die mächtigen Handwerksämter, voran die Knochenhauer, wollen am Rat der Hansestadt (allein den Kaufleuten vorbehalten) beteiligt sein. Der Umsturzplan ihres Anführers Hinrik Paternostermaker wird vorzeitig aufgedeckt und vereitelt.
1398    Vollendung des Strecknitzkanals als Wasserverbindung zur Elbe (erster deutscher Schleusenkanal).
1408    Bürgerlicher Aufstand; "Neuer Rat" unter Beteiligung der Handwerker. Der alte Rat geht ins Exil.
1416    Wiederherstellung des inneren Friedens unter Vermittlung der anderen Hansestädte. Der alte Rat kehrt zurück.
1444    Bau des heute noch erhaltenen Burgtors.
1474    Durch den Utrechter Frieden Beendigung des mehrjährigen Kriegszustandes mit England, Bestätigung der alten hansischen Vorrechte.
1479    Vollendung des Holstentores.
1504    Gründung des St.-Annen-Klosters.
1529-1530    Bürgerschaft erzwingt gegen den Rat Einführung der Reformation nach der Kirchenordnung Bugenhagens. Jürgen Wullenwever an der Spitze der demokratischen Bewegung.
1534-1536    "Grafenfehde". Wullenwever versucht mittels Kriege gegen Holland, Dänemark und Schweden die Vormachtstellung Lübecks zu erzwingen und scheitert. Er wird abgesetzt (1537 in Wolfenbüttel hingerichtet), die alte Ratsverfassung wiederhergestellt.
1535    Errichtung neuer Stadtbefestigungen (Wallanlagen).
1563-1570    Nordischer siebenjähriger Krieg (Lübeck mit Dänemark gegen Schweden), letzter ehrenvoller, aber erfolgloser Seekrieg der Stadt.
1595-1641    Errichtung neuer Bastionsanlagen.
1669   treten sechs Städte der Hanse zum letzten Mal in Lübeck zusammen, drei ließen sich vertreten. Lübeck, Hamburg und Bremen bleiben bis ins 20. Jahrhundert als Freie und Hansestädte die Erben. Abschluss der Unruhen durch Bürgerrezesse;, Neuordnung der Ratswahl, Beteiligung der Bürgerschaft an der Verwaltung.
1716    Handelsvertrag mit Frankreich ( Weinhandel).
1803    Nach dem Reichdeputationshauptschluss bleiben nur noch sechs Reichsstädte bestehen, darunter Lübeck.
1806   Am 6. November Schlacht zwischen Blücher und den Franzosen bei Lübeck. Mit den fliehenden preußischen Truppen dringen die Franzosen in Lübeck ein und halten die Stadt besetzt. Plünderung.
1806-1813    Französische Besatzung
1815-1866    Lübeck ist Mitglied des deutschen Bundes.
1847    Gegen dänischen Widerstand wird der Bahnbau Lübeck-Büchen durchgesetzt und 1851 vollendet
1848    Revolutionäre Bewegung. Verfassungsänderung, gewähltes Parlament.
1865    Die Bahnlinie Lübeck-Hamburg wird eröffnet.
1866    Eintritt in den norddeutschen Bund. Einführung der Gewerbefreiheit.
1871    Die Freie und Hansestadt Lübeck wird Gliedstaat des Reiches.
1900    Fertigstellung des Elbe-Lübeck-Kanals.
1906    Gründung des Hochofenwerkes.
1912    Fertigstellung der Traveregulierung (vertiefter und begradigter Seeschiffweg bis zur Stadt).
1920    Einführung einer parlamentarischen Landesverfassung.
1933    Absetzung des Senates, Abschaffung der Bürgerschaft, Regierung durch Bevollmächtigten der NSDAP. Gemeinsamer "Reichsstatthalter" für Lübeck und Mecklenburg mit Sitz in Schwerin.
1937    Abschaffung der Reichsfreiheit Lübecks, Eingliederung in die preußische Provinz Schleswig-Holstein.
1942   Am 28. März werden große Teile der Altstadt durch Bomben vernichtet.
1945    Lübeck wird kampflos von britischen Truppen besetzt.
1945-1948    Durch Kriegsfolgen und Grenzziehung völlige Lähmung von Wirtschaft und Verkehr. Einströmen von ca. 90.000 Vertriebenen.
1949    Beginn des Wiederaufbaus der Altstadt und der zerstörten Kirchen.
1950    Einführung der neuen Stadtverfassung nach der Schleswig-Holsteinischen Gemeindeordnung.
1961    Alle Türme der zerstörten Kirchen sind wieder aufgebaut.
1971-1973    Fußgängerzone in der Breiten Straße eingerichtet.
1975    Lübeck wird im Denkmalschutzjahr zusammen mit Regensburg und Bamberg zum Pilotprojekt einer behutsamen Stadtsanierung erwählt. Danach intensive Sanierungsarbeiten, Lübeck wird zum Sanierungsschwerpunkt der Bundesrepublik.
1987    Der Wiederaufbau der letzten Lübecker Altstadtkirche - St. Petri - wird abgeschlossen. Die UNESCO erklärt Lübeck zum Weltkulturerbe – das erste Kulturdenkmal dieser Art in der Bundesrepublik.
1993    850 Jahre Hansestadt Lübeck

Quelle: Broschüre Hansestadt Lübeck - UNESCO Weltkulturerbe, Tausend Jahre lebendige Kulturgeschichtete des Amtes für Lübeck-Werbung und Tourismus, Beckergrube 95, 23552 Lübeck, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege und dem Amt für Vor- und Frühgeschichtete.

Eine ausführliche geschichtliche Darstellung kann der Historie der Hansestadt Lübeck entnommen werden.