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Dienstag, 31.05.2016
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Geschichte


Geschichte der Hansestadt Lübeck

Schon früh erkannte Graf Adolf von Schauenburg die verkehrspolitisch günstige Lage der Kaufmannssiedlung, die sich auf einer fast vollständig von Wasser umgebenden Halbinsel zwischen Trave und Wakenitz befand. Im Jahr 1143 gründete er Lübeck und verlieh der Ansiedlung das Stadtrecht. Damit legte er den Grundstein für den späteren Erfolg der Stadt als „Königin der Hanse“. Ab sofort stand das Bestreben der lübschen Kaufleute, Handel zu treiben und dabei internationale Kontakte zu nutzen, im Mittelpunkt des städtischen Geschehens. Der Fernhandel war letztlich der entscheidende Punkt, der dazu führen sollte, dass die Hansestadt Lübeck für rund 100 Jahre die bedeutendste Handelsstadt im Ostseeraum sein sollte.

Die Reichsfreiheit von 1226 gab Lübeck die Möglichkeit einer starken und selbständigen Handelspolitik. Das in der Stadt entwickelte Recht erlangte in rund 120 Ostsee-Städten als lübisches Recht Geltung. Mit seinem Hafen als „Tor zur Ostsee“ gewann Lübeck immer mehr Bedeutung im Handel mit den Ostsee-Anrainern. In einem langen Prozess entstand aus der gemeinsamen Handelspolitik niederdeutscher Kaufleute die Hanse. Im Laufe der Jahrhunderte schlossen sich immer mehr Städte dem Bund an: Im 15. Jahrhundert nahmen rund 70 Städte aktiv an der hansischen Politik teil, indem sie die Hansetage besuchten, und Kaufleute aus weiteren über 100 Städten nutzten die Privilegien der Hanse im Ausland. Lübeck, in der Mitte der Hansestädte gelegen, nahm eine vorherrschende Stellung ein und wurde zum „Haupt der Hanse“.

Das Ende der Hanse begann mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien und durch die Silber- und Goldvorräte Amerikas: Es entstand die atlantische Wirtschaft, in der das große Geld gemacht wurde. England und Holland erstarkten. Zunehmend wickelten sie den Ostseehandel mit eigenen Schiffen ab, so dass die hansischen Kaufleute an Bedeutung verloren. Die hansischen Privilegien gingen verloren und immer mehr Städte mussten auf Druck ihrer Landesherren aus dem Bund austreten oder wandten ihm freiwillig den Rücken zu.

Aber die Stadt versank nicht in Bedeutungslosigkeit: Nach wie vor trafen sich hier die bedeutendsten Handelswege und nach wie vor war sie eine Reichsstadt. Die Stadt überstand den 30jährigen Krieg und Napoleon Bonaparte. Und trotz aller Niederlagen und Rückschläge, die Stadt erholte sich und blühte wieder auf. Erst 1937 verlor Lübeck seine staatliche Selbständigkeit und wurde durch die Nationalsozialisten mit dem „Groß-Hamburg-Gesetz“ in die preußische Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert.

Der Zweite Weltkrieg traf Lübeck mitten ins Herz: Große teile der Altstadt wurden am Palmsonntag 1942 zerstört. Aber auch hiervon erholte sich Lübeck. Der Aufbau ließ nicht nur die gestürzten Kirchtürme wieder auferstehen, sondern auch die Wirtschaft. Wissenschaft und Handel kehrten mit der Universität und Fachhochschule sowie den Fährverbindungen nach Skandinavien in die alte Hansestadt ein. Doch die Lübecker vergaßen darüber niemals ihre Geschichte. Mit aufopfernder Mühe bewahrten sie das alte Stadtbild und erhalten es bis heute. Seit 1987 ist die gesamte historische Altstadt ein Weltkulturerbe und mit Recht sind die Lübecker stolz darauf.

Lübeck mag eine alte Geschichte haben, aber gleichzeitig ist sie eine junge und moderne Stadt!