Metanavigation / Stadtporträt deu
Datum
Sonntag, 21.09.2014
Temperatur
18°C

Schnellnavigation / Service

Schnellsuche

 

Weitere Informationen

Service

Standesamt

Die Lindesche Villa

Dieses klassizistische Gebäude wurde 1804 von dem dänischen Architekten Joseph Christian Lillie für den Kaufmann und Senator Hermann Haartmann errichtet.

Den Namen "Lindesche Villa" hat das Sommerhaus in der Ratzeburger Allee 16 von einem langjährigen Bewohner, dem Augenheilkundler Dr. Max Linde (1862-1940), der, von Hamburg kommend, sich hier niederließ. Ihm kommt vor allem das Verdienst zu, früher als viele andere und zeitweilig auch entgegen dem allgemeinen Geschmack die Bedeutung des norwegischen Malers Edvard Munch (1863-1944) erkannt und gefördert zu haben. Munch war oft in der Villa Dr. Lindes zu Gast, wovon heute noch zahlreiche Portraits von Angehörigen der Familie Linde und grafische Ansichten des Hauses mit seinem großen Park zeugen. (Auf Anregung des Gemeinnützigen Vereins St. Jürgen wurde am 4.6.1970 ein Lindezimmer mit Bildern von Edvard Munch eingerichtet, jetziger Warteraum für die Anmeldung zur Eheschließung.)

Die Lindesche Villa
Vorderansicht der Lindeschen Villa
© Lübecker Nachrichten

Haus und Park an der Ratzeburger Allee beherbergten früher große Kunstsammlungen, vor allem mit Bildern der französischen Impressionisten, Skulpturen (darunter auch der "Denker" von Auguste Rodin) und den Werken von Edvard Munch. Für den Norweger war Dr. Linde lange Zeit Auftraggeber sowie Finanz- und Gesundheitsberater in einer Person.


Das kompromißlose Eintreten für Munch hat mit dazu beigetragen, daß sich Dr. Linde vom gesellschaftlichen Leben ziemlich fernhielt. Nur ausgewählte Freunde sahen die großen Kunstsammlungen, und für den Außenstehenden erschien das Sommerhaus an der Ratzeburger Allee eher wie ein geheimnisumwittertes Schloß.

Das heutige Walmdach entspricht der Form des Hauses während der ersten 100 Jahre. Das um 1905 aufgesetzte Mansardendach mußte wegen Holzbockbefalls ersetzt werden. Bei den Renovierungsarbeiten wurde auch eine in der Zwischenzeit vorgesetzte Holzveranda abgebrochen. Erhalten blieben im Inneren des Hauses die ursprünglichen ornamentalen Gliederungen in der Eingangshalle sowie in dem ovalen Spiegelsaal (jetzt Trausaal) in der Querachse des Erdgeschosses. Der jetzige Trausaal ist klimatisiert.

1922 wurde das Gebäude in die damalige Denkmalschutzliste aufgenommen, und es ist auch heute beim Amt für Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck im Denkmalbuch eingetragen.

Nach dem Tode von Dr. Linde (13.4.1940) erbten seine vier Söhne das Grundstück und boten es 1964 der Stadt zum Kauf an. Die Stadt erwarb es. Später wurde es auf die Grundstücksgesellschaft Trave umgeschrieben, die auch den Umbau zum Standesamt einleitete. Am 28. August 1968 öffnete das Lübecker Standesamt seine Tore in dem neuen Domizil in Lübeck, Ratzeburger Allee 16.

Zurück zur Standesamt-Übersicht