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Faszination Biotechnologie, literarische Spaziergänge und
mehr
Auch in der kommenden Woche bietet die
Hansestadt Lübeck wieder interessante Führungen ihrer kulturellen
Einrichtungen an: Im Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, ist die
Ausstellung „Faszination Biotechnologie“ der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt zu sehen. Brot, Käse, Bier, Wein und Essig sind
alltägliche Produkte, die heute in großtechnischem Maßstab
biotechnologisch hergestellt werden. Interessierte Besucherinnen und Besucher
können sich im Rahmen einer Führung am Donnerstag, 14. April 2005, um
19.30 Uhr (Einlaß ab 19 Uhr) mit Dr. Susanne Füting, stellvertretende
Leiterin des Hauses, bei den zahlreichen Originalprodukten, Computeranimationen
und Modellen zum Anfassen der Biotechnologie im Umweltschutz auf die Spur zu
kommen. Die Teilnahme an der Führung kostet vier Euro.
Wer sich für die Geschichte des
Burgklosters, Hinter der Burg 2 - 6, interessiert, kann am Sonnabend, 16. April,
um 11.30 Uhr an einer Führung durch das ehemalige Dominikanerkloster
teilnehmen. Zum Dank für ihre Hilfe in der Schlacht von Bornhöved 1227
haben die Lübecker der heiligen Maria Magdalena ein Kloster gewidmet.
Erbaut wurde das „Maria-Magdalenen-Kloster“, so der eigentliche
Name, 1229 auf dem Gelände der 1225/26 geschleiften stadtherrlichen Burg
und bis ins 14. und 15. Jahrhundert erweitert. Es gehört mit Kreuzgang
und angrenzenden Klausurräumen zu den Hauptleistungen der Backsteingotik in
Norddeutschland. Die Teilnahme kostet vier Euro plus drei Euro für die
Führung zugunsten des Fördervereins Museum Burgkloster zu Lübeck
e. V.
Wer sich für Druckgrafik der
Dürer-Zeit interessiert, kann sich in der Sonderausstellung „Des
Menschen Gemüt ist wandelbar - Druckgrafik der Dürer-Zeit“ im
Rahmen einer Führung am Sonnabend, 17. April, um 15 Uhr umfassend
informieren. Die Ausstellung im Kulturforum Burgkloster, Hinter der Burg 2 - 6,
zeigt rund 120 Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte aus der Grafischen
Sammlung der Kieler Kunsthalle, die einen ungewohnt vielschichtigen Einblick in
die Lebenswelt vom Ende des 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts bieten. Den
Anfang bildet der vollständige Apokalypse-Zyklus des 27jährigen
Albrecht Dürer, der bereits 1498 Hinweise auf die Leitthemen der
Ausstellung gibt. Der Titel der Ausstellung entstammt dem Gedicht Der
Schulmeister, das Albrecht Dürer 1510 zusammen mit einem Holzschnitt als
Flugblatt herausgab. Die grafischen Werke geben Einblicke in die sich wandelnde
Lebenswirklichkeit mit ihren positiven Veränderungen, aber auch
Schwankungen und Verunsicherungen der Menschen jener Zeit. Die Teilnahme an der
Führung kostet vier Euro Eintritt plus einen Euro
Gebühr.
Interessierte haben die Möglichkeit,
„Atelier und Schreibwerkstatt von Günter Grass“ sowie die
Sonderausstellung „Linienzauber(n)“ kennenzulernen. Das Grass-Haus,
Glockengießerstraße 21, bietet zu diesen Themen am Sonnabend und
Sonntag, 16. und 17. April, Führungen an. Mehr als fünf Jahrzehnte
arbeitet der Literaturnobelpreisträger Grass als Schriftsteller und
bildender Künstler – ein halbes Jahrhundert, in dem ein
vielschichtiges Œuvre entstand. Die Ausstellung zeigt den Künstler als
Romanautor und Lyriker, Grafiker, Maler und Bildhauer. Die Vielfältigkeit
des Ausdrucks und der Techniken steht im Mittelpunkt. „Linienzauber(n) -
SchriftBilder von Günter Grass“ zeigt eine Auswahl von Zeichnungen,
Aquarellen, Druckgrafiken, Terrakotten, Büchern und Buchumschlägen aus
dem Vorlaß des Literaturnobelpreisträgers, die in den vergangenen
fünf Jahrzehnten entstanden. Alle Exponate kreisen um die für
Grass’ Schaffen zentrale Frage: „Bin ich nun Schreiber oder
Zeichner?“. Die Führungen beginnen jeweils um 14 Uhr und dauern etwa
eine Stunde. Die Teilnahme kostet jeweils sieben Euro.
Das Buddenbrookhaus bietet am Donnerstag,
14. April, im Rahmen der Sonderausstellung „Aufgemerkt nun also! - 100
Jahre Heinrich Manns Professor Unrat“ einen literarischen Abendspaziergang
an. „Nebendinge“ lenken Unrats Schüler ab und erregen den Zorn
des Schultyrannen – bis er ihnen selbst verfällt: Die
„Nebendinge“ werden im Roman zur Hauptsache. Teilnehmer der vom
Buddenbrookhaus neu konzipierten literarischen Spaziergänge können
sich auf den Spuren Unrats auf die Suche nach Rosa Fröhlich begeben, denn
der Roman läßt seinen Schauplatz deutlich erkennen, es ist
Lübeck – jenseits der gediegenen Bürgerlichkeit, die der Bruder
Thomas Mann beschreibt. Nicht Bürgerhäuser, sondern –
historische – Halbwelt stehen auf dem Programm. Der Abendspaziergang
führt zur Schule Unrats und vorn dort an Orte, deren Bedeutung für das
Romangeschehen wie auch für den jungen Heinrich Mann bislang unbekannt
waren oder unbeachtet geblieben sind. Bei den literarischen Spaziergängen
des Buddenbrookhauses gibt es somit in den nächsten Wochen „zwei
Lübecks“ zu entdecken. Die Teilnahme kostet fünf Euro.
Treffpunkt ist um 19 Uhr am Buddenbrookhaus, Mengstraße 4.
Führungen durch die beiden
Dauerausstellungen bietet das Lübecker Buddenbrookhaus, Mengstraße 4,
am Mittwoch und Sonnabend, 13. und 16. April, an. „Die Manns - eine
Schriftstellerfamilie“ spiegelt die Geschichte der Familie Mann wider.
Ausgehend von den ungleichen Schriftstellerbrüdern Heinrich und Thomas
Mann, ihren Vorfahren, Geschwistern und Lebenspartnern spannt die Ausstellung in
sechs Stationen einen Bogen über ihre Zeitgenossen bis hin zu ihren
Nachfahren. „Die 'Buddenbrooks' - ein Jahrhundertroman“
präsentiert die Entstehung, Handlung und Wirkung von Thomas Manns
nobelpreisgekrönten Roman. Dabei wurde eine Literaturausstellung neuen Typs
entwickelt. Für die Führung am Mittwoch ist auch ein Kurzbesuch im
Günter Grass-Haus vorgesehen. Die Führungen beginnen jeweils um 14
Uhr. Die Teilnahme kostet inklusive Eintritt acht Euro.
Die Museen für Kunst und
Kulturgeschichte bieten am Sonntag, 17. April, um 11.30 eine Führung mit
Dr. Hildegard Vogeler durch die Museumskirche St. Katharinen an. Die Kirche der
Franziskaner ist ein Bau des frühen 14. Jahrhunderts. Sie ist Teil der
angrenzenden Klosteranlage, die seit dem 16. Jahrhundert als Schule genutzt
wird. Der klare Innenraum mit seiner Doppelchoranlage gilt als ein
Höhepunkt des Kirchenbaus in Lübeck. Zum Inventar gehören
zahlreiche Kunstwerke, Wandgemälde, Epitaphien und Tintorettos
„Erweckung des Lazarus“. Die Kirche wird heute auch für
Wechselausstellungen genutzt. Die Teilnahme an der Führung kostet einen
Euro. +++
