Montag, 21.05.2012 23°C

Schnellsuche

Externe Links

Weitere Informationen

Service

Digitales Pressedienstarchiv

Faszination Biotechnologie, literarische Spaziergänge und mehr

050284LK 2005-04-08

Auch in der kommenden Woche bietet die Hansestadt Lübeck wieder interessante Führungen ihrer kulturellen Einrichtungen an: Im Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, ist die Ausstellung „Faszination Biotechnologie“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zu sehen. Brot, Käse, Bier, Wein und Essig sind alltägliche Produkte, die heute in großtechnischem Maßstab biotechnologisch hergestellt werden. Interessierte Besucherinnen und Besucher können sich im Rahmen einer Führung am Donnerstag, 14. April 2005, um 19.30 Uhr (Einlaß ab 19 Uhr) mit Dr. Susanne Füting, stellvertretende Leiterin des Hauses, bei den zahlreichen Originalprodukten, Computeranimationen und Modellen zum Anfassen der Biotechnologie im Umweltschutz auf die Spur zu kommen. Die Teilnahme an der Führung kostet vier Euro.

Wer sich für die Geschichte des Burgklosters, Hinter der Burg 2 - 6, interessiert, kann am Sonnabend, 16. April, um 11.30 Uhr an einer Führung durch das ehemalige Dominikanerkloster teilnehmen. Zum Dank für ihre Hilfe in der Schlacht von Bornhöved 1227 haben die Lübecker der heiligen Maria Magdalena ein Kloster gewidmet. Erbaut wurde das „Maria-Magdalenen-Kloster“, so der eigentliche Name, 1229 auf dem Gelände der 1225/26 geschleiften stadtherrlichen Burg und bis ins 14. und 15. Jahrhundert erweitert. Es gehört mit Kreuzgang und angrenzenden Klausurräumen zu den Hauptleistungen der Backsteingotik in Norddeutschland. Die Teilnahme kostet vier Euro plus drei Euro für die Führung zugunsten des Fördervereins Museum Burgkloster zu Lübeck e. V.

Wer sich für Druckgrafik der Dürer-Zeit interessiert, kann sich in der Sonderausstellung „Des Menschen Gemüt ist wandelbar - Druckgrafik der Dürer-Zeit“ im Rahmen einer Führung am Sonnabend, 17. April, um 15 Uhr umfassend informieren. Die Ausstellung im Kulturforum Burgkloster, Hinter der Burg 2 - 6, zeigt rund 120 Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte aus der Grafischen Sammlung der Kieler Kunsthalle, die einen ungewohnt vielschichtigen Einblick in die Lebenswelt vom Ende des 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts bieten. Den Anfang bildet der vollständige Apokalypse-Zyklus des 27jährigen Albrecht Dürer, der bereits 1498 Hinweise auf die Leitthemen der Ausstellung gibt. Der Titel der Ausstellung entstammt dem Gedicht Der Schulmeister, das Albrecht Dürer 1510 zusammen mit einem Holzschnitt als Flugblatt herausgab. Die grafischen Werke geben Einblicke in die sich wandelnde Lebenswirklichkeit mit ihren positiven Veränderungen, aber auch Schwankungen und Verunsicherungen der Menschen jener Zeit. Die Teilnahme an der Führung kostet vier Euro Eintritt plus einen Euro Gebühr.

Interessierte haben die Möglichkeit, „Atelier und Schreibwerkstatt von Günter Grass“ sowie die Sonderausstellung „Linienzauber(n)“ kennenzulernen. Das Grass-Haus, Glockengießerstraße 21, bietet zu diesen Themen am Sonnabend und Sonntag, 16. und 17. April, Führungen an. Mehr als fünf Jahrzehnte arbeitet der Literaturnobelpreisträger Grass als Schriftsteller und bildender Künstler – ein halbes Jahrhundert, in dem ein vielschichtiges Œuvre entstand. Die Ausstellung zeigt den Künstler als Romanautor und Lyriker, Grafiker, Maler und Bildhauer. Die Vielfältigkeit des Ausdrucks und der Techniken steht im Mittelpunkt. „Linienzauber(n) - SchriftBilder von Günter Grass“ zeigt eine Auswahl von Zeichnungen, Aquarellen, Druckgrafiken, Terrakotten, Büchern und Buchumschlägen aus dem Vorlaß des Literaturnobelpreisträgers, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten entstanden. Alle Exponate kreisen um die für Grass’ Schaffen zentrale Frage: „Bin ich nun Schreiber oder Zeichner?“. Die Führungen beginnen jeweils um 14 Uhr und dauern etwa eine Stunde. Die Teilnahme kostet jeweils sieben Euro.

Das Buddenbrookhaus bietet am Donnerstag, 14. April, im Rahmen der Sonderausstellung „Aufgemerkt nun also! - 100 Jahre Heinrich Manns Professor Unrat“ einen literarischen Abendspaziergang an. „Nebendinge“ lenken Unrats Schüler ab und erregen den Zorn des Schultyrannen – bis er ihnen selbst verfällt: Die „Nebendinge“ werden im Roman zur Hauptsache. Teilnehmer der vom Buddenbrookhaus neu konzipierten literarischen Spaziergänge können sich auf den Spuren Unrats auf die Suche nach Rosa Fröhlich begeben, denn der Roman läßt seinen Schauplatz deutlich erkennen, es ist Lübeck – jenseits der gediegenen Bürgerlichkeit, die der Bruder Thomas Mann beschreibt. Nicht Bürgerhäuser, sondern – historische – Halbwelt stehen auf dem Programm. Der Abendspaziergang führt zur Schule Unrats und vorn dort an Orte, deren Bedeutung für das Romangeschehen wie auch für den jungen Heinrich Mann bislang unbekannt waren oder unbeachtet geblieben sind. Bei den literarischen Spaziergängen des Buddenbrookhauses gibt es somit in den nächsten Wochen „zwei Lübecks“ zu entdecken. Die Teilnahme kostet fünf Euro. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Buddenbrookhaus, Mengstraße 4.

Führungen durch die beiden Dauerausstellungen bietet das Lübecker Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, am Mittwoch und Sonnabend, 13. und 16. April, an. „Die Manns - eine Schriftstellerfamilie“ spiegelt die Geschichte der Familie Mann wider. Ausgehend von den ungleichen Schriftstellerbrüdern Heinrich und Thomas Mann, ihren Vorfahren, Geschwistern und Lebenspartnern spannt die Ausstellung in sechs Stationen einen Bogen über ihre Zeitgenossen bis hin zu ihren Nachfahren. „Die 'Buddenbrooks' - ein Jahrhundertroman“ präsentiert die Entstehung, Handlung und Wirkung von Thomas Manns nobelpreisgekrönten Roman. Dabei wurde eine Literaturausstellung neuen Typs entwickelt. Für die Führung am Mittwoch ist auch ein Kurzbesuch im Günter Grass-Haus vorgesehen. Die Führungen beginnen jeweils um 14 Uhr. Die Teilnahme kostet inklusive Eintritt acht Euro.

Die Museen für Kunst und Kulturgeschichte bieten am Sonntag, 17. April, um 11.30 eine Führung mit Dr. Hildegard Vogeler durch die Museumskirche St. Katharinen an. Die Kirche der Franziskaner ist ein Bau des frühen 14. Jahrhunderts. Sie ist Teil der angrenzenden Klosteranlage, die seit dem 16. Jahrhundert als Schule genutzt wird. Der klare Innenraum mit seiner Doppelchoranlage gilt als ein Höhepunkt des Kirchenbaus in Lübeck. Zum Inventar gehören zahlreiche Kunstwerke, Wandgemälde, Epitaphien und Tintorettos „Erweckung des Lazarus“. Die Kirche wird heute auch für Wechselausstellungen genutzt. Die Teilnahme an der Führung kostet einen Euro. +++


Zurück zur Übersicht