Digitales Pressedienstarchiv
Lübecker Museen ab 1. Januar 2006 alle unter einem
Dach
Lübecks Kultursenatorin Annette Borns
und Dr. Hans Wißkirchen, Direktor der Kulturstiftung Hansestadt
Lübeck, haben am heutigen Freitag, 2. Dezember 2005, den Medien die
Neuorganisation der Lübecker Museen vorgestellt. Danach übernimmt die
Kulturstiftung Hansestadt Lübeck, Trägerin des Buddenbrookhauses und
des Günter Grass-Hauses, ab1. Januar 2006 die Geschäftsführung
sämtlicher städtischer Museen.
Damit wird Wißkirchen von Januar an
für die Lübecker Museumslandschaft gesamtverantwortlich tätig
sein. Diese umfasst elf Museen, von denen zehn auf der zum UNESCO-Weltkulturerbe
gehörenden Lübecker Altstadtinsel in fußläufiger Entfernung
liegen. Einen entsprechenden Beschluss zur Neuorganisation hatte die
Lübecker Bürgerschaft während ihrer Sitzung am 24. November
2005 gefasst.
„Durch ein gemeinsames Marketing,
eine intensivierte Pressearbeit, koordinierte Ausstellungsplanung und
abgestimmte Angebote sollen unsere Museen ihren Status als Träger einer
nachhaltigen Kultur in der Stadt und über die Grenzen Lübecks hinaus
verstärken“, begründete Kultursenatorin Borns die
Umorganisation. In Zeiten knapper werdender Mittel sollen die Museen damit auch
für Stiftungen und Förderer attraktiver gemacht werden, um die
Museumslandschaft Lübecks auch für die Zukunft in ihrer ganzen Breite
und Vielfalt erhalten zu können. Im Sinne eines „Bewahren durch
Verändern“ gelte es, die reichen Bestände zu sichern und
gleichzeitig veränderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. „Die
Attraktivität des Museumsstandortes wird so gestärkt werden
können“, ist Borns überzeugt.
Lübeck setzt dabei inhaltlich auf ein
unverwechselbares und eigenständiges kulturelles Profil, das durch
fünf herausragende Merkmale gekennzeichnet ist:
- Die einmalige archäologische Erschließung der Altstadtinsel, auf der die Museen liegen.
- Die Nobelpreisträger Thomas Mann, Willy Brandt und Günter Grass und ihr Wirken.
- Der Schwerpunkt Kunst und Kultur im Mittelalter.
- Lübeck als Haupt der historischen Hanse.
- Die beispielhaften lübschen Akzente der historischen und kulturellen Entwicklung.
Auf die einzelnen
Häuser bezogen sind dies konkret: Die mittelalterliche Kunst im
St. Annen-Museum genauso wie die Klassische Moderne und die moderne Kunst
in der Kunsthalle St. Annen, die gotische Architektur und sakrale Kunst der
Katharinenkirche, die Literatur mit den Nobelpreisträgern Thomas Mann und
Günter Grass im Buddenbrookhaus und Günter Grass-Haus, die
mittelalterliche Archäologie mit der Hansezeit als Höhepunkt im neuen
Archäologischen Museum und im Kulturforum Burgkloster sowie das Holstentor
als Lübecker Wahrzeichen, die Goethezeit und Romantik im Museum
Behnhaus/Drägerhaus, die jüngere Alltagsgeschichte im Industriemuseum
Geschichtswerkstatt Herrenwyk, der Dialog mit fremden Kulturen in der
Völkerkundesammlung sowie die einmaligen Sammlungen und die lebendige
Darstellung heimischer Lebensräume im Museum für Natur und Umwelt
– das sind die Pfunde, mit denen man künftig vereint wuchern will.
Auch die bildenden Künstler aus der Region werden hier ihren Raum
finden.
Dr. Wißkirchen, Direktor der
Kulturstiftung Hansestadt Lübeck betont: „Alles das gibt es in dieser
Form nur in Lübeck zu sehen. Zusammengenommen ergibt sich ein
facettenreiches Profil als Lübecker Alleinstellungsmerkmal.“ Die
Basis dafür würden die individuellen Stärken und
eigenständigen Leistungen der einzelnen Häuser mit ihren
wissenschaftlichen Leitungen bilden. „Neu wird die enge Verknüpfung
im Netzwerk sein“, so Wißkirchen.
Transparente Strukturen, konzeptionelle
Abstimmung, gemeinsame Ziele und partnerschaftliches Miteinander unter einem
gemeinsamen Management sollen die Effektivität der Arbeit weiter steigern.
Ein wesentlicher Punkt im neuen Museumsverbund ist das Ehrenamt, das, gemeinsam
mit den Fördervereinen, noch stärker als bisher in die Arbeit der
Häuser integriert werden soll. +++
Hinweis: Eine gleichlautende
Pressemitteilung verschickt die Kulturstiftung
