Digitales Pressedienstarchiv
Standesamt startet neue Online-Dienstleistungen
Mit rund 10 000 Personenstandsfällen
pro Jahr ist das Lübecker Standesamt eine der städtischen
Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr. Allein 80 000 mal kommt es im Jahr
vor, dass Urkunden verschiedener Art ausgestellt werden – ein Vorgang, der
mit Hilfe des Internets jetzt rationeller und bürgerfreundlicher als bisher
gestaltet werden soll. Denn ab sofort können die Urkunden auch vom
heimischen PC aus bestellt werden. Dies ist einer der neuen
Online-Bürgerdienste, die Innensenator Thorsten Geißler und das
Standesamt jetzt vorstellten.
Nach einer Pilotphase, die jetzt
abgeschlossen ist, sind aber noch weitere Dienstleistungen des Standesamtes im
Netz, die alle zusammen als ein weiterer Baustein der Lübecker Verwaltung
hin zu einem umfassenden E-Government gesehen werden. Neben der Bestellung der
Urkunden können jetzt von zuhause aus Formulare heruntergeladen und
umfassende Informationen eingeholt werden, beispielsweise welche Unterlagen
für Trauungen, Geburts- und Sterbeanzeigen nötig sind und was der
einzelne Service kostet. „Wir möchten damit erreichen, dass die
Bürgerinnen und Bürger schneller an ihre Unterlagen kommen, dass
unnötige Wege vermieden werden und dass das Amt somit seine Aufgaben besser
erfüllen kann“, sagte Senator Geißler bei der Präsentation
der Neuerung.
Zu erreichen sind die neuen Serviceseiten
des Standesamtes im LÜBECK:Fenster unter http://www.luebeck.de oder direkt
über die Internetadresse http://standesamt.luebeck.de . „Dies ist
für uns ein erster Schritt in Richtung virtuelles Standesamt“,
begründete Geißler das Projekt. Wenn alle rechtlichen und technischen
Voraussetzungen geschaffen seien, würden künftig die
Geschäftskunden des Standesamtes, wie Krankenhäuser und Bestatter
ihren Anzeigepflichten auf einfache Weise nachkommen können, ohne dass
Medienbrüche stattfänden, die jedes mal einen großen
Bearbeitungsaufwand nach sich ziehen. Hierin stecke ein großes
Rationalisierungspotential, vor allem dann, wenn die gegenseitigen
Mitteilungspflichten mit anderen Behörden wie Meldeämter, Gerichte und
Statistikämter künftig ebenfalls online abgewickelt
würden.
Geißler und Standesamtsleiterin
Regina Teege hoffen, mit Hilfe der modernen Technik künftig den Aufgaben
besser gewachsen zu sein und mit Hilfe der Rationalisierung einen ansonsten
drohenden Standardabbau vermeiden zu können. Denn trotz zusätzlicher
Aufgaben, wie die Beurkundung von Lebenspartnerschaften, Namenserteilungen und
Vaterschaftsanerkenntnissen, hat das Standesamt seit Jahren kein
zusätzliches Personal erhalten und muss - wie alle städtischen
Bereiche – auch künftig große Einsparleistungen erbringen.
„Dies stellt uns durchaus vor Probleme“, so Teege, „weil
beispielsweise bei der Beurkundung einer Geburt, eines
Vaterschaftsanerkenntnisses oder eines Sterbefalles enge gesetzliche Fristen zu
beachten sind und das Aufkommen nicht steuerbar ist. Der Bürger hat einen
Anspruch auf Ausstellung entsprechender Nachweise, da er erst durch Vorlage der
Urkunden Ansprüche sichern kann." Deshalb müssten derzeit
Dienstleistungen, die nicht fristgebunden sind, zurückstehen und erzeugten
teilweise lange Wartezeiten, die man mit Hilfe der neuen Technik zu verringern
hoffe. Insgesamt werden im Standesamt pro Jahr unter anderem 1300
Eheschließungen, 2800 Geburten, 700 Vaterschaftsanerkenntnisse und 3300
Sterbefälle beurkundet und rund 80 000 Urkunden – auch internationale
- ausgestellt. Davon entfallen 7700 Urkunden auf gesonderte Anforderung - aus
dem Ausland.
Entworfen und umgesetzt wurde der neue
elektronische Service des Standesamtes in Zusammenarbeit mit dem
städtischen Internet-Provider LYNET AG. Deren Geschäftsführer
Henning Hach wies auf die steigende Bedeutung der Internetdienste für die
Bürgerinnen und Bürger hin. Das LÜBECK:Fenster entwickele sich
als städtisches Portal rasant weiter, der Anstieg der Abrufzahlen sei
weiterhin ungebremst. „Wir zählen derzeit rund 12 Millionen
Seitenabrufe pro Jahr“, so Hach. Davon entfielen rund 715 000 auf Seiten
des Bürgerservice und auch jetzt schon 97 500 Seiten auf die Angebote des
Standesamtes. +++
