Digitales Pressedienstarchiv
Stadtbibliothek bietet neue elektronische Dienste an
Einen wichtigen Schritt in Richtung
elektronischem Bürgerservice hat jetzt die Lübecker Stadtbibliothek
beschritten: Seit Anfang November 2005 steht der gesamte digitalisierte
Benutzerkatalog auch im Internet zur Verfügung. Um einen Buchtitel der
Lübecker Stadtbibliothek zu finden, genügt jetzt eine Recherche im
Internet. Auf Knopfdruck von zuhause aus kann zudem das persönliche
Ausleihkonto eingesehen werden und die Ausleihe verlängert
werden.
Ein weiterer Baustein ist die
„Digitale Bibliothek“ (Digibib), die ebenfalls jetzt ihren Betrieb
aufnimmt. An vier Bildschirmarbeitsplätzen in der Hundestraße
können Nutzer kostenlos auf mehrere externe Datenbanken zugreifen und
umfangreiche Online-Recherchen anstellen.
Der neue Internet-Service ist erreichbar
im LÜBECK:Fenster, dem offiziellen Internet-Auftritt der Hansestadt
Lübeck http://www.luebeck.de. Über den Menüpunkt
„Kultur“ oder direkt über die Adresse
http://www.luebeck.de/kultur_bildung/bibliothek/index.html gelangt man schnell
zu den Seiten der Stadtbibliothek, die sich dort zunächst mit einer
Übersicht von allgemeinen und spezielleren Informationen präsentiert.
Neu ist die Schaltfläche „Online-Katalog & Konto“, die zum
Katalog der Bibliothek (WEB-OPAC) führt.
Im WEB-OPAC ist der komplette Bücher-
und Medienbestand, der bereits elektronisch erfasst wurde, recherchierbar. Somit
kann sich der Leser bereits vor seinem Gang zur Stadtbibliothek vergewissern, ob
ein bestimmter Titel oder Autor in der Lübecker Ausleihe vorhanden ist.
Einem vielfachen Wunsch aus der Leserschaft entsprechend, kann jetzt über
Internet nachgeschaut werden, welche Bücher noch zurückgebracht werden
müssen und die Ausleihe verlängert werden. Sofern keine anderweitige
Vorbestellung vorliegt, kann die Ausleihe bis zu dreimal verlängert werden.
In den Online-Katalog und das persönliche Konto gelangt man am schnellsten
über die Internet-Adresse https://katalog.stadtbibliothek.luebeck.de/
.
Wer in den Lübecker Beständen
nicht fündig wird, kann mit Hilfe der digitalen Bibliothek (Digibib) seine
Suche auf das gesamte Bundesgebiet ausdehnen. An vier Arbeitsstationen in der
Hundestraße ist jetzt der Zugriff auf umfangreiche Datenbankbestände
möglich, darunter auch auf Anbieter, die normalerweise nur gegen
Kostenerstattung zur Verfügung stehen. Dies ist deshalb möglich, weil
Bibliotheken heute nicht nur nur Bücher und Medien erwerben, sondern auch
Lizenzen, um elektronische Angebote für ihre Nutzer vor Ort vorzuhalten.
Vor allem das Management von CD-ROM-Datenbankangeboten der Verlage ist aufgrund
des neuen Urheberrechts kompliziert geworden. Es ist daher klug, diese Aufgabe
für viele Bibliotheken zentral zu organisieren. Das
Hochschulbibliothekszentrum (HBZ) in NRW, Köln, übernahm diese Aufgabe
und ist inzwischen für weit über hundert Bibliotheken in Deutschland
tätig. Das HBZ betreut die Softwarepflege und verhilft zum Erwerb (einer
Lizenz) von Datenbanken durch zentrale Konsortialvereinbarungen für die an
einer Datenbank interessierten Bibliotheken als Gruppe.
An den Terminals der digitalen Bibliothek
gelangt der Nutzer über eine spezielle, für seine Bibliothek
angepasste Startseite zu den vielfältigen Angeboten. Vier Suchbereiche
werden angeboten:
- Deutsche Bibliothekskataloge wie der Katalog des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds Göttingen, der Katalog der Deutschen Bibliothek, der Regionalkatalog Hamburg
- Zeitschriftendatenbanken wie die Zeitschriftendatenbank ZDB, die Internationale Bibliographie der Zeitschriftenliteratur IBZ
- ausgewählte Volltexte
- weitere Datenbanken wie die Deutsche Internetbibliothek, ECLAS (Bibliothek der Europäischen Kommission), FIS-Bildung
Einzelne Anbieter,
„Hosts“ genannt, beherbergen wiederum eine Vielzahl einzelner
Datenbankangebote, etwa Lexis-Nexis (mit rund 30 000 Datenbanken) und
Lexis-Nexis-Educational (mit über 50 Datenbanken). Beck Online enthält
fünf juristische Datenbanken, die GBI-Contentmaschine über 400
Datenbanken. Hier findet man die Zeitschrift „Der Spiegel“, die
„Frankfurter Neue Presse“, das ABC der Wirtschaft, GfK
(Bevölkerungsstrukturdaten), die Europäische Zeitschrift für
Wirtschaftsrecht und viele andere mehr.
Die „Digibib“ enthält
also zum einen die Möglichkeit, in frei verfügbaren
Informationsquellen (zum Beispiel Bibliotheks- und Zeitschriftenkataloge) zu
recherchieren. Zum anderen, und das ist das Highlight, kann man in
üblicherweise kostenpflichtigen Datenbanken recherchieren, die von
kommerziellen Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Suchergebnisse
können in der Bibliothek für zehn Cent pro Seite ausgedruckt
werden.
Lübecks Kultursenatorin Annette Borns
zeigte sich erfreut über den weiteren Fortschritt und Ausbau des
elektronischen Bürgerservice. „Diese neuen Angebote gehören
heute zum normalen Service einer Bibliothek“, sagte sie. Die
Digitalisierung, die den Zugriff auf Bücher und Medien ermögliche, die
physisch nicht vor Ort sind, erhöhe einerseits den Nutzwert der Bibliothek,
helfe gleichzeitig aber dabei, Kosten zu sparen und unnötige Wege zu
vermeiden. +++
