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Stadtbibliothek bietet neue elektronische Dienste an

050942LK 2005-11-18

Einen wichtigen Schritt in Richtung elektronischem Bürgerservice hat jetzt die Lübecker Stadtbibliothek beschritten: Seit Anfang November 2005 steht der gesamte digitalisierte Benutzerkatalog auch im Internet zur Verfügung. Um einen Buchtitel der Lübecker Stadtbibliothek zu finden, genügt jetzt eine Recherche im Internet. Auf Knopfdruck von zuhause aus kann zudem das persönliche Ausleihkonto eingesehen werden und die Ausleihe verlängert werden.

Ein weiterer Baustein ist die „Digitale Bibliothek“ (Digibib), die ebenfalls jetzt ihren Betrieb aufnimmt. An vier Bildschirmarbeitsplätzen in der Hundestraße können Nutzer kostenlos auf mehrere externe Datenbanken zugreifen und umfangreiche Online-Recherchen anstellen.

Der neue Internet-Service ist erreichbar im LÜBECK:Fenster, dem offiziellen Internet-Auftritt der Hansestadt Lübeck http://www.luebeck.de. Über den Menüpunkt „Kultur“ oder direkt über die Adresse http://www.luebeck.de/kultur_bildung/bibliothek/index.html gelangt man schnell zu den Seiten der Stadtbibliothek, die sich dort zunächst mit einer Übersicht von allgemeinen und spezielleren Informationen präsentiert. Neu ist die Schaltfläche „Online-Katalog & Konto“, die zum Katalog der Bibliothek (WEB-OPAC) führt.

Im WEB-OPAC ist der komplette Bücher- und Medienbestand, der bereits elektronisch erfasst wurde, recherchierbar. Somit kann sich der Leser bereits vor seinem Gang zur Stadtbibliothek vergewissern, ob ein bestimmter Titel oder Autor in der Lübecker Ausleihe vorhanden ist. Einem vielfachen Wunsch aus der Leserschaft entsprechend, kann jetzt über Internet nachgeschaut werden, welche Bücher noch zurückgebracht werden müssen und die Ausleihe verlängert werden. Sofern keine anderweitige Vorbestellung vorliegt, kann die Ausleihe bis zu dreimal verlängert werden. In den Online-Katalog und das persönliche Konto gelangt man am schnellsten über die Internet-Adresse https://katalog.stadtbibliothek.luebeck.de/ .

Wer in den Lübecker Beständen nicht fündig wird, kann mit Hilfe der digitalen Bibliothek (Digibib) seine Suche auf das gesamte Bundesgebiet ausdehnen. An vier Arbeitsstationen in der Hundestraße ist jetzt der Zugriff auf umfangreiche Datenbankbestände möglich, darunter auch auf Anbieter, die normalerweise nur gegen Kostenerstattung zur Verfügung stehen. Dies ist deshalb möglich, weil Bibliotheken heute nicht nur nur Bücher und Medien erwerben, sondern auch Lizenzen, um elektronische Angebote für ihre Nutzer vor Ort vorzuhalten. Vor allem das Management von CD-ROM-Datenbankangeboten der Verlage ist aufgrund des neuen Urheberrechts kompliziert geworden. Es ist daher klug, diese Aufgabe für viele Bibliotheken zentral zu organisieren. Das Hochschulbibliothekszentrum (HBZ) in NRW, Köln, übernahm diese Aufgabe und ist inzwischen für weit über hundert Bibliotheken in Deutschland tätig. Das HBZ betreut die Softwarepflege und verhilft zum Erwerb (einer Lizenz) von Datenbanken durch zentrale Konsortialvereinbarungen für die an einer Datenbank interessierten Bibliotheken als Gruppe.

An den Terminals der digitalen Bibliothek gelangt der Nutzer über eine spezielle, für seine Bibliothek angepasste Startseite zu den vielfältigen Angeboten. Vier Suchbereiche werden angeboten:

Einzelne Anbieter, „Hosts“ genannt, beherbergen wiederum eine Vielzahl einzelner Datenbankangebote, etwa Lexis-Nexis (mit rund 30 000 Datenbanken) und Lexis-Nexis-Educational (mit über 50 Datenbanken). Beck Online enthält fünf juristische Datenbanken, die GBI-Contentmaschine über 400 Datenbanken. Hier findet man die Zeitschrift „Der Spiegel“, die „Frankfurter Neue Presse“, das ABC der Wirtschaft, GfK (Bevölkerungsstrukturdaten), die Europäische Zeitschrift für Wirtschaftsrecht und viele andere mehr.

Die „Digibib“ enthält also zum einen die Möglichkeit, in frei verfügbaren Informationsquellen (zum Beispiel Bibliotheks- und Zeitschriftenkataloge) zu recherchieren. Zum anderen, und das ist das Highlight, kann man in üblicherweise kostenpflichtigen Datenbanken recherchieren, die von kommerziellen Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Suchergebnisse können in der Bibliothek für zehn Cent pro Seite ausgedruckt werden.

Lübecks Kultursenatorin Annette Borns zeigte sich erfreut über den weiteren Fortschritt und Ausbau des elektronischen Bürgerservice. „Diese neuen Angebote gehören heute zum normalen Service einer Bibliothek“, sagte sie. Die Digitalisierung, die den Zugriff auf Bücher und Medien ermögliche, die physisch nicht vor Ort sind, erhöhe einerseits den Nutzwert der Bibliothek, helfe gleichzeitig aber dabei, Kosten zu sparen und unnötige Wege zu vermeiden. +++


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