Digitales Pressedienstarchiv
Korrektur: Festakt erinnert an die Ermordung von Jitzhak
Rabin
Der Festakt anlässlich der Ermordung
des israelischen Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin vor zehn Jahren findet
am heutigen Donnerstag, 3. November 2005, um 19 Uhr in der Lübecker
Stadtbibliothek, Hundestraße 5 - 17, Scharbausaal, statt - nicht wie
versehentlich gemeldet am 4. November.
Veranstalter ist die Landeszentrale
für politische Bildung in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen
Gesellschaft, der jüdischen Gemeinde Lübeck und der Gesellschaft
für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
Es geht bei dem Festakt auch um die
Hintergründe und das gesellschaftliche Umfeld eines politischen
Verbrechens, die in der Gedenkrede von Prof. Wolfgang Engels unter dem Titel
„Als Israels Traum vom Frieden zerstört wurde“ beleuchtet
werden. Eine weitere Festrede hält der israelische Botschafter in Berlin
Shimon Stein zum Thema „40 Jahre diplomatische Beziehungen
Israel-Deutschland“. Grußworte sprechen für die Veranstalter
Dr. Klaus Kellmann (Kiel) und Ingrid Homann (Lübeck), sowie für die
Hansestadt Lübeck Stadtpräsident Peter Sünnenwold. Musikalisch
umrahmt wird der Festakt von Shilly Ezra (Israel) auf der
Klarinette.
Hintergrund: Am Abend des 4. November 1995
wird der israelische Ministerpräsident Jitzhak Rabin vor dem Rathaus von
Tel Aviv aus nächster Nähe erschossen. Sein jugendlicher
Attentäter Jigal Amir glaubte im Auftrag Gottes zu handeln und sein Land in
letzter Minute vor größtem Schaden zu bewahren: der Rückgabe von
Gebieten im besetzten Westjordanland („Judäa und Samaria“) und
dem schrittweisen Entstehen eines palästinensischen Staates an der Seite
Israels.
Amir studiert an der
Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan als Schüler des Rabbiners Israel
Hess, der den Nachbarstaaten Israels mit alttestamentarischer Argumentation die
totale Vernichtung androht. In seiner extremistischen Ejal-Gruppe
(„Kämpfende Jüdische Organisation“) konzipiert Amir
mehrere Methoden zur Ermordung Rabins. Obwohl nur wenige in Amirs Vorhaben
eingeweiht waren, geschah seine Tat auf einem in den orthodoxen jüdischen
Kreisen Israels und der USA damals wie heute breit akzeptierten religiösen
und gesellschaftlichen Umfeld, das sie als „gottgefällig“ und
„biblisch gerecht“ hinstellte und hinstellt. Amir nimmt seine
Verurteilung zu lebenslanger Haft am 27. März 1996 mit den Zeichen
äußerster Gelassenheit, ja Freude, entgegen. +++
