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Museum für Natur und Umwelt erhält bald zwei neue Wale

040976LK 2004-12-13

Das Lübecker Museum für Natur und Umwelt freut sich auf zwei neue Ausstellungsstücke, die es voraussichtlich im Frühjahr 2005 erhalten wird: Das Fossil eines Bartenwals aus dem mittleren Miozän und die Kopie des Skeletts eines Urwals.

Bei der Versteinerung handelt es sich einen Neufund eines großen Bartenwales aus dem mittleren Miozän (der Zeit vor zehn Millionen Jahren), den Fossiliensammler Gerhard Höpfner in den lauenburgischen Kiesgruben von Groß Pampau machte und nun sorgfältig für die Präsentation im Museum für Natur und Umwelt vorbereitet.

Mit deutlich anderen Merkmalen als bei den bereits im Museum seit 1993 präsentierten fossilen Walen von der gleichen Fundstelle, handelt es sich offensichtlich um eine neue, noch unbestimmte Walart. Dr. Oliver Hampe, Kustos am Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin und Spezialist für fossile Wirbeltiere, freut sich denn auch über das erweiterte Ensemble an Lübecker Walen, das er seit eineinhalb Jahren im Rahmen eines Auftrags der Deutschen Forschungsgemeinschaft wissenschaftlich untersucht.

Nach Auffassung von Dr. Hampe ist die Lübecker Sammlung für Forschung und Lehre so wertvoll, daß er ein Angebot des Berliner Naturkundemuseums hinzusetzte: einen Urwal namens Dorudon atrox, der vor über 40 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Ägypten lebte. Das Original ist im Paläontologischen Museum von Michigan in Detroit zu besichtigen. Nun kann sich Lübeck auf eine wertvolle Kopie dieses Wal-Skeletts mit seinem imponierenden Raubtiergebiß freuen. Der Vertrag für die Dauerleihgabe, für die Lübeck außer der Unterbringung keinen Cent zu bezahlen hat, ist unterzeichnet. Museumsleiter Dr. Wolfram Eckloff: „Diese einmalige Chance konnten wir uns nicht entgehen lassen. Der Urwal Dorudon stellt ein geeignetes Modell für ein frühes Stadium in der Entwicklung der Wale von landlebenden zu im Meer lebenden Säugetieren dar.“

Im Frühjahr nächsten Jahres ist der Ort im Museum soweit vorbereitet, daß der Dorudon und der neue Miozänwal einziehen können, kündigt Dr. Eckloff an. +++


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