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Museum für Natur und Umwelt erhält bald zwei neue
Wale
Das Lübecker Museum für Natur
und Umwelt freut sich auf zwei neue Ausstellungsstücke, die es
voraussichtlich im Frühjahr 2005 erhalten wird: Das Fossil eines Bartenwals
aus dem mittleren Miozän und die Kopie des Skeletts eines
Urwals.
Bei der Versteinerung handelt es sich
einen Neufund eines großen Bartenwales aus dem mittleren Miozän (der
Zeit vor zehn Millionen Jahren), den Fossiliensammler Gerhard Höpfner in
den lauenburgischen Kiesgruben von Groß Pampau machte und nun
sorgfältig für die Präsentation im Museum für Natur und
Umwelt vorbereitet.
Mit deutlich anderen Merkmalen als bei den
bereits im Museum seit 1993 präsentierten fossilen Walen von der gleichen
Fundstelle, handelt es sich offensichtlich um eine neue, noch unbestimmte
Walart. Dr. Oliver Hampe, Kustos am Museum für Naturkunde der
Humboldt-Universität zu Berlin und Spezialist für fossile Wirbeltiere,
freut sich denn auch über das erweiterte Ensemble an Lübecker Walen,
das er seit eineinhalb Jahren im Rahmen eines Auftrags der Deutschen
Forschungsgemeinschaft wissenschaftlich untersucht.
Nach Auffassung von Dr. Hampe ist die
Lübecker Sammlung für Forschung und Lehre so wertvoll, daß er
ein Angebot des Berliner Naturkundemuseums hinzusetzte: einen Urwal namens
Dorudon atrox, der vor über 40 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen
Ägypten lebte. Das Original ist im Paläontologischen Museum von
Michigan in Detroit zu besichtigen. Nun kann sich Lübeck auf eine wertvolle
Kopie dieses Wal-Skeletts mit seinem imponierenden Raubtiergebiß freuen.
Der Vertrag für die Dauerleihgabe, für die Lübeck außer der
Unterbringung keinen Cent zu bezahlen hat, ist unterzeichnet. Museumsleiter Dr.
Wolfram Eckloff: „Diese einmalige Chance konnten wir uns nicht entgehen
lassen. Der Urwal Dorudon stellt ein geeignetes Modell für ein frühes
Stadium in der Entwicklung der Wale von landlebenden zu im Meer lebenden
Säugetieren dar.“
Im Frühjahr nächsten Jahres ist
der Ort im Museum soweit vorbereitet, daß der Dorudon und der neue
Miozänwal einziehen können, kündigt Dr. Eckloff an.
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