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Kunsthalle St. Annen erhält bedeutendes Sonderborg-Gemälde

040958RK 2004-12-06

Die Museen für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck freuen sich über eine wichtige Neuerwerbung für die Kunsthalle St. Annen: Von dem Sammler Dr. Dietrich Schulz wurde den Sammlungen der „Kunst nach 1945“ in der Kunsthalle St. Annen ein sehr bedeutendes Werk des 1923 in Sonderborg geborenen und in Hamburg lebenden Malers K. R. H. Sonderborg. geschenkt.

Sonderburg, am 5. April 1923 als Karl Rudolf Hoffmann im dänischen Sonderborg geboren, zählt zu den Klassikern der Informellen Malerei in Deutschland. Das noch in der Hauptzeit dieser Kunstströmung entstandene Bild „27-7-61, 21h35 – 22h21“ (Öl auf Papier auf Leinwand, 100 x 70 Zentimeter) stammt, wie der Datumstitel besagt, aus dem Jahre 1961.

Der Künstler studierte in Hamburg bei dem bekannten Maler Willem Grimm Malerei und Graphik, bei dem einst auch Loriot unterrichtet worden war. Unter dem Einfluß des Franzosen Roger Bissière und unter dem großen Eindruck der ostasiatischen Kalligraphie entwickelt er sehr erfolgreich ein vorwiegend schwarz-weißes Action Painting, in dessen automatischer Zeichenschrift Bewegung und Rhythmik zum Ausdruck kommen. Die Bildtitel zeigen jeweils das Datum und die Uhrzeit der Entstehung, womit letztlich auch der Faktor Zeit, als das Element steter Veränderung, zum Bildthema wird.

Stets geht es Sonderborg darum, den malerischen Prozeß sichtbar zu machen, wofür ein technisch differenziertes Auftragen und Bearbeiten der Farben kennzeichnend ist, ohne das Momentane zu beeinträchtigen.

Die seit den Sechzigern entstandenen Bilder, wie das hier vorgestellte, zeigen, daß die mitunter heiter und poetisch wirkenden Liniengebilde nicht allein der Imagination des Künstlers entsprangen. Im Gegenteil hat Sonderborg sich von technischen Apparaten, Hochspannungsmasten, Trafohäusern, Kränen des Hamburger Hafens oder elektrischen Oberleitungen von Bahn und Straßenbahnen zu seinen Kompositionen inspirieren lassen. Bezeichnend dabei ist, daß die Inspirationsquellen nicht allein als Graphiken am Himmel wahrgenommen wurden, sondern zugleich auch Elemente sind, die mit Energien und Strömungen, mit nicht sichtbaren Kräften und Spannungen zu tun haben, was seiner künstlerischen Zielsetzung, nämlich energetische Kräfte sichtbar und spürbar werden zu lassen, vollkommen entspricht.

Die Kunsthalle St. Annen kann während der Öffnungszeiten, dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr, besichtigt werden. +++


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