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Hochschulbericht: Saxe beklagt schmerzhafte Einschnitte
Lübecks Bürgermeister Saxe nimmt
in einer ersten Stellungnahme die Vorschläge der Erichsen-Kommission zur
Kenntnis, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Gleichzeitig
dankt er ausdrücklich der Expertenkommission Hochschulentwicklung in
Schleswig-Holstein unter dem Vorsitz von Professor Dr. Hans-Uwe Erichsen
für Ihre engagierte Arbeit. Saxe: „Wir haben einen Strukturplan, mit
dem sich arbeiten läßt. Alles weitere müssen wir jetzt
sehen.“
Zum Inhalt sagte Saxe nach einer ersten
Durchsicht, daß die Richtung stimme, aber schmerzhafte Einschnitte
anstehen, über die zu reden sein werde. Lübecks Bürgermeister
zeigte sich aber zufrieden mit der Empfehlung der Kommission, „wonach der
Plan einer Kieler Landesuniversität vom Tisch zu sein scheint, in dem sich
die Kommission dafür ausspricht, an den zwei hochschulmedizinischen
Standorten in Kiel und Lübeck für Forschung, Lehre und
Krankenversorgung festzuhalten.“ Zugleich zeige der Bericht, daß
Lübecks Schwerpunktsetzung und die Kooperationsstrategie der Hochschulen
untereinander ausdrücklich befürwortet werden. „Hiermit gewinnen
wir auch Planungssicherheit beim Bau des neuen Hochschulstadtteils und des
Innovations-Campus. Das belegen nicht zuletzt die Aussagen zur
Medizintechnik,“ so Saxe.
„Die Kommission empfiehlt dem Land
im Interesse der Stärkung der einschlägigen Wirtschaft, die an der
Universität Lübeck, der FH Lübeck und in der eng mit den
Lübecker Kliniken kooperierenden Medizinisches Laserzentrum Lübeck
GmbH bereits vorhandene Forschungsbasis für Medizininformatik und
Medizintechnik auszubauen und sie
„Sonderforschungsbereich-fähig“ zu machen. Dazu sollten die
genannten Lübecker Einrichtungen in Kooperation mit der Wirtschaft ein
Konzept entwickeln, mit dem die vorhandenen Ressourcen wirksam
zusammengeführt und mit einer gewissen Verstärkung optimiert
werden“, heißt es in dem Erichsen-Bericht.
Schmerzhaft sind nach Einsicht Saxes die
Vorschläge der Kommission, in der Hochschulmedizin 20 Prozent der
C4-Professuren, 45 Prozent der C3-Professuren und zwölf Prozent der
Plätze für Studienanfänger zu streichen. „Hier geht es an
das Eingemachte. Hier muß in Gesprächen mit dem neu zu bildenden
Hochschulrat geklärt werden, wie das umgesetzt werden kann, ohne die
Qualität von Forschung, Lehre und das Profil des Hochschulstandorts
nachhaltig zu gefährden.“
Entgegen von Pressemeldungen bleibt die
Molekulare Biotechnologie zwar erhalten, soll aber verkleinert werden. Der
Fachhochschule wird empfohlen, auf die Biotechnologie zu verzichten. In diesem
Zusammenhang drückt Lübecks Bürgermeister sein Unverständnis
aus: „Auf der einen Seite wird das Lübecker Profil mit seiner
Fokussierung auf den Bereich der Medizin gelobt - unlängst betonte noch die
Ministerpräsidentin bei der Eröffnung des Mulitfunktionscenters die
Stärken Lübecks im Bereich der Biotechnologie. Auf der anderen Seite
aber soll Lübeck die Chance genommen werden, hier weiter seine Stärken
auszubauen. Das paßt irgendwie nicht zusammen.“
Die Ausführungen zum Bauwesen und zur
Architektur begrüßt die Hansestadt Lübeck nach Ansicht von Saxe.
Die Kommission empfiehlt, Bauwesen und Architektur für Schleswig-Holstein
in Lübeck zu konzentrieren.
Auch das Votum der Kommission,
mittelfristig einen eigenständigen Studiengang Betriebswirtschaftslehre mit
dem Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft an der Fachhochschule einzurichten, findet
die Zustimmung des Verwaltungschefs, wenn auch die Kapazitäten hier aus
hochschuleigenen Ressourcen bereitgestellt werden
müßten.
Saxe begrüßt darüber
hinaus die Einrichtung eines Hochschulrats, der die Umstrukturierung der
schleswig-holsteinischen Hochschullandschaft begleiten und koordinieren soll.
„Das ist der geeignete Weg, um zügig zu tragfähigen Ergebnissen
zu kommen. Aber das Gremium darf nicht dazu da sein, daß sich das Land
hier heimlich aus der Verantwortung verabschieden kann,“ so Saxe
abschließend und fügt als Fazit hinzu: „Die Vorschläge der
Kommission sind schmerzhaft, zeigen aber auch Perspektiven auf, die lohnen,
weiter verfolgt zu werden. Der Bericht muß jetzt im einzelnen zusammen mit
den Hochschulen geprüft werden. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch.
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.“ +++
