Digitales Pressedienstarchiv
Wallanlagen im Bereich der Puppenbrücke werden
saniert
Die Lübecker Wallanlagen als
Bestandteil der Altstadt sind UNESCO Weltkulturerbe und Bodendenkmal zugleich.
Erhalt und Wiederherstellung der historischen Parkanlage sind anzustreben. Der
Bereich Stadtgrün hat jetzt ein Maßnahmenkonzept entwickelt, das
neben den gartendenkmalpflegerischen Gesichtspunkten auch Aspekte der
Stadtentwicklung und Stadtsanierung, des Tourismusmarketings, der
Erholungsnutzung, des Naturschutzes und der Finanzierbarkeit
berücksichtigt. Diese Maßnahmen stellen einen ersten Schritt der
vordringlichsten Arbeiten dar, dem mittelfristig weitere Schritte folgen
müssen, um am Ende eine komplett sanierte Parkanlage zu erhalten.
Das Kerngebiet der Wallanlagen auf der
südlichen Wallhalbinsel wird über den Eingangsbereich an der
Puppenbrücke erschlossen. Hier muß daher der erste
Überarbeitungsschwerpunkt liegen. Die Durchführung dieser
Initialmaßnahme trotz leerer Kassen wird erst durch die
großzügige finanzielle Unterstützung der Possehl-Stiftung
möglich.
Der Entwurf Bereich Puppenbrücke
sieht eine Rekonstruktion weiter Teile der beiden von Erwin Barth geschaffenen
halbkreisförmigen Bastionen an der Straße einschließlich der
Blickbeziehungen vor. Eine halbkreisförmiger Sonnenplatz wird unterhalb der
Treppe geschaffen. Der Blick über das Wasser, die Lärmschutz bietende
Absenkung gegenüber der Hauptstraße, und die sonnige Lage, werden dem
neuen Platz eine hohe Aufenthaltsqualität verleihen.
Um die historische Situation
annähernd wiederherzustellen, muß der nach dem Krieg selbst
ausgesäte Birkenaufwuchs und ein Teil der Schneebeerenmonokultur bis Mitte
März entfernt werden. Die entstehende offene, sonnige Fläche
erhält als Gehölzsaum eine Neupflanzung aus heimischen Gehölzen
gemäß den Wünschen des Bereiches Naturschutz und des
Naturschutzbeirates. Der Eingangsbereich der Wallanlagen wird
abwechslungsreicher und ökologisch wertvoller, transparenter und
attraktiver. Von der oberen Bastion kann der Blick schon bald einladend weit
über Wasser und Parklandschaft schweifen.
Alle Maßnahmen sind vorab mit den
Bereichen Denkmalpflege, Archäologie, Stadtplanung, Stadtgrün und
Naturschutz, sowie mit der Possehl- Stiftung, dem Bausenator, dem
Stadtbildpfleger und dem Naturschutzbeirat abgestimmt worden, wobei eine breite
Unterstützung deutlich wurde. +++