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Renaturierung und Ausbau des Gewässers Medebek beendet

020240L 2002-03-25

Mit einem Aufwand von rund 175 000 Euro hat die Hansestadt Lübeck das Gewässer Medebek in den vergangenen zwölf Monaten ausgebaut und renaturiert. Die Maßnahmen, die Bausenator Dr. Volker Zahn jetzt der Öffentlichkeit vorstellte, sollen Überschwemmungen verhindern und den Naturwert des Baches verbessern.

Die Medebek ist Vorfluter für große Teile der Lübecker Stadtteile Marli und St. Gertrud und fließt durch das Lauerholz und den Schellbruch in die Trave. Das nicht mit der Erschließung neuer Gewerbe- oder Wohnungsbaugebiete erweiterte Gewässerprofil führte in der Vergangenheit häufig zu Überflutungen auch bebauter Gebiete. Daher forderten 1998 die Entsorgungsbetriebe den Bereich Wasser und Hafen zur Herstellung eines abflußstarken Profils der Medebek auf.

Insbesondere war dies für das schadlose Ableiten des Oberflächenwassers aus den bebauten Gebieten im Einzugsgebiet Heiligen-Geist-Kamp/Arnimstraße notwendig. Außerdem plante der Bereich Stadtentwicklung, gemäß Bebauungsplan 06.55.00, die Bebauung einer Fläche zwischen Arnimstraße und Kulenkampstraße zu ermöglichen. Hierfür mußte die gesicherte Erschließung, hierzu gehört auch die Ableitung des Regenwassers, gewährleistet und erklärt sein.

Den ersten Arbeiten ging eine Sedimentuntersuchung voraus, die Auskunft über die Schadstoffbelastung der Medebek gaben und die Frage der Aushubablagerung bei einer durchzuführenden Grundräumung klären sollte. Im Herbst 1999 wurde als erste Sofortmaßnahme die Grundräumung des Gewässers durchgeführt, die mit einer Inanspruchnahme des Gewässerrandstreifens einherging. Die Aushubmassen wurden vor Ort verteilt und in einigen Bereichen abgefahren. Dies war ein erster Schritt für die Gewährleistung besserer Vorflutverhältnisse im Einzugsgebiet der Medebek.

Danach stand die Reaktivierung der Alten Medebek an, deren Gewässerverlauf durch den Bau der Hafenbahn abgeschnitten worden war. Die Wiederherstellung soll ein Teil der Wassermenge durch das Lauerholz ableiten und somit gleichzeitig für eine gewünschte Zufuhr von Oberflächenwasser in den Wald sorgen. Damit verbunden war der Einbau eines Wasserteilers und eines Durchlasses in der Nähe des ehemaligen Forsthauses Rittbrook, die Herstellung von zwei Furten und die Vergrößerung von zwei Durchlässen.

Hinzu kam eine Gewässerumleitung in den Wesloer Wiesen. Sie dient der Abtrennung des alten Regenrückhaltebeckens in den Medebekwiesen zur Vermeidung der Auswaschung von Sedimenten und Mineralölkohlenwasserstoffen. Sie war vom Bereich Stadtwald als Voraussetzung für die Ableitung von Wasser durch den Wald gefordert worden.

Weitere Voraussetzung für die Umsetzung der Maßnahmen Reaktivierung Alte Medebek und Gewässerumleitung Wesloer Wiesen war allerdings, daß nur vorbehandeltes Oberflächenwasser in die Medebek eingeleitet wird. Dafür wurde von den Entsorgungsbetrieben zeitgleich ein neues Regenrückhaltebecken oberhalb der Wesloer Wiesen angelegt.

Die Reaktivierung der Alten Medebek und die Gewässerumleitung in den Wesloer Wiesen von April bis Juni 2001 kostete rund 89 000 Euro.

Eine weitere Voraussetzung für die Beherrschung der Hochwassersituation ist die Rückhaltung des anfallenden Oberflächenwassers bei extrem großen Regenereignissen in sogenannten Retentionsflächen unterhalb der Tesdorpfstraße zur Vermeidung einer Überflutung von bebauten Flächen. Die Maßnahme wurde im Februar/März 2002 durchgeführt und kostete rund 86 000 Euro. +++


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