Digitales Pressedienstarchiv
EU-Gelder für deutsch-dänisches Bildungsprojekt des
BALI
Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe
hat am heutigen Mittwoch dem Bildungsträger BALI/JAW den
Bewilligungsbescheid aus der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III a für
das deutsch-dänische Projekt “Albatros” im Audienzsaal des
Rathauses überreicht. Andreas Stachowske, Leiter des Berufs- und
Ausbildungszentrums Lübeck Innenstadt (BALI), nahm den Bewilligungsbescheid
in Höhe von 253 782 Euro entgegen. Projektpartner ist der Bereich
Jugendarbeit/Jugendamt der Hansestadt Lübeck, vertreten durch das BALI/JAW.
Durch “Albatros” rücken
Deutsche und Dänen enger zusammen. Sinnbildlich wurde der Albatros zum
Namensgeber für das Bildungsprojekt, das zukünftig eine dänische
Produktionsschule in Nyköbing und drei Lübecker Bildungsträger
eng miteinander vernetzt.
Ermöglicht wurde das Projekt durch
das grenzübergreifende europäische Strukturförderprogramm
INTERREG III a sowie einer 50prozentige Kofinanzierung durch Mittel der
Bundesanstalt für Arbeit (Arbeitsamt Lübeck). Es ist zugleich das
erste gelungene Beispiel für die Möglichkeit, Gelder aus Mitteln des
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über das
Wirtschaftsförderungsprogramm INTERREG III a direkt in die Hansestadt
Lübeck fließen zu lassen. Ein Meilenstein, um die Bildungsarbeit
für benachteiligte junge Menschen in der Region qualitativ zu verbessern.
Die beteiligten deutschen
Bildungseinrichtungen (BALI/JAW, Leihcycle, und der Internationale Bund) sowie
die dänische Produktionsschule MultiCenter Syd (MCS) verfügen
über langjährige Erfahrungen in der Förderung benachteiligter
junger Menschen und konnten in der Vorbereitungsphase viele
Übereinstimmungen feststellen. Zur großen Freude aller beteiligten
Projektpartner findet nun eine über einjährige Planungsphase ihren
erfolgreichen Abschluß. Die vielen guten Ideen, die in dieser Zeit
entstanden sind, aber nicht aus den vorhandenen Töpfen zu finanzieren
waren, können nun in die Tat umgesetzt werden.
Die Laufzeit des ehrgeizigen Projektes,
durch gemeinsame Anstrengungen die Bildungschancen junger Menschen zu
verbessern, ihre Vermittlungschancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verbessern
und zugleich einen Beitrag zur Schaffung einer kulturellen und sozialen
Gemeinschaft in der Grenzregion zu leisten, begann bereits am 1. Juni diesen
Jahres.
Mehr als 30 junge Menschen haben in den
vergangenen Monaten die Chance genutzt, den dänischen oder deutschen
Nachbarn ganz nah zu erleben: im Arbeitsalltag, in ersten Sprachkursen, auf
gemeinsamen Festen, auf gemeinsamen Ausflügen und durch gemeinsame
Projekte. Besonders viel Freude bereitete ein deutsch-dänischer Workshop,
bei dem ein gemeinsames Logo entwickelt wurde, das mittlerweile schon viele
T-Shirts schmückt. Der besondere Clou: der grenzüberschreitende
Workshop fand auf einer mehrstündigen Pendelfahrt auf der Fähre
Puttgarden - Rödby statt.
Begleitet werden die gegenseitigen
Praktika durch Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter und Ausbilderinnen
und Ausbilder, die neben ihrem gewohnten Blick auf die jungen Menschen, selber
auch wieder zu Lernenden werden. Dies, durchaus gewollt, ist ein weiterer
wesentlicher Grundgedanke des Projektes. Er soll dazu beitragen, voneinander zu
lernen, Bildungssysteme zu vergleichen, neue Wege gemeinsam zu entwickeln,
Kooperationen zu Betrieben aufzubauen und so aktiv an dem gemeinsamen
Bildungsnetzwerk zu knüpfen.
Der “Vogelflug” wird durch ein
externes Institut (IUB- Institut für Umwelt in der Berufsbildung e.V.)
begleitet, das den vereinbarten Projektplan als Wegweiser in der Hand hält
und für die Einhaltung aller vereinbarten Ziele Sorge trägt. Die
deutsch-dänische Steuerungsgruppe hat sich damit abgesichert, auf
“Kurs” zu bleiben und sich zugleich verpflichtet, alle Erfahrungen
in einer Dokumentation (Handbuch) für weitere Projekte zur Verfügung
zu stellen.
Qualifizierungsbausteine, die sowohl auf
dänischer als auch auf deutscher Seite insbesondere in den Bereichen des
Umweltschutzes entwickelt werden, sollen meßbar den Erfolg des Projektes
“Albatros” belegen. So wird gesichert, daß auch nach
Beendigung der finanziellen Förderung im Jahr 2005 fest verankerte
Bildungsbausteine weiterhin nutzbar bleiben. Denn, auch das versteht Albatros
unter Nachhaltigkeit, im Jahr 2010 wird es wohl völlig normal sein,
daß Praktikanten von Lübeck nach Nyköbing fahren, dort
vielleicht sogar Arbeit finden und Europa als eine gemeinsame Heimat
erleben.
Zu den nächsten Schritten
gehört, daß rund 80 Jugendliche aus Lübeck und 80 dänische
Jugendliche insgesamt zehn Wochen im Jahr 2003 an unterschiedlichen Kursen,
Projekten und weiteren Aktivitäten teilnehmen und auch ein erstes
gemeinsames Fest veranstalten. Noch in diesem Jahr wird eine gemeinsame
Internetplattform erstellt, um alle technischen Kommunikationsmöglichkeiten
nutzen zu können. Zudem werden Sprachkurse zum Regelkurs entwickelt und ist
die Bildung fester Partnerschaften zu Wirtschaftsbetrieben in der Region
beabsichtigt.
Wie gut das Projekt bei den Jugendlichen
ankommt, zeigt die derzeit am häufigsten gestellte Frage der Jugendlichen:
“ Wann fahren wir wieder nach Dänemark?”. Nach einer
anfänglichen Skepsis gibt es bereits jetzt doppelt so viele Anmeldungen
für die nächsten Praktika als Plätze vorhanden sind.
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Weitere Auskünfte erteilt Elke Woitke
vom BALI unter Telefon (0451) 7 99 04-12;
E-mail:
E.Woitke@BALI-JAW.de
