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Heimgekehrte Abendmusik nach 231 Jahren wieder
aufgeführt
Am 2. Advent, 8. Dezember, um 18 Uhr
findet in der Lübecker St. Marien-Kirche wieder eine
“Abendmusik” statt. Zum ersten Mal seit der Uraufführung im
Jahr 1771 erklingt das Weihnachtsoratorium von Adolph Carl Kunzen (1720 - 1781)
“Die Hirten auf dem bethlehemitischen Felde”. Im zweiten Weltkrieg
wurde die Partitur zusammen mit vielen anderen wertvollen Altbeständen aus
der Stadtbibliothek Lübeck ausgelagert, gelangte über Umwege nach St.
Petersburg und wurde 1991 im Rahmen des deutsch-russischen Kulturabkommens
zurückgegeben.
Unter der Leitung von Joachim Walter
musizieren Dorothea Gotthelf, Sopran, Tanya Aspelmeier, Sopran, Peter Bartels,
Tenor, Christoph Lauer, Tenor, und Ulf Bästlein, Bass, mit dem
Mecklenburgischen Barock-Orchester “Herzogliche HofKapelle” auf
historischen Instrumenten in alter Stimmung. Außerdem singen der
Lutherchor (Einstudierung Joachim Walter) und der Studentische Kammerchor
Lübeck (Einstudierung Eva-Maria Salomon).
Der Bereich Kunst und Kultur der
Hansestadt hat in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und der Kirchengemeinde
St. Marien im Bachjahr 2000 die Tradition der schon im 17. Jahrhundert
weltberühmten Lübecker Abendmusiken mit geistlichen Kantaten von
Tunder und Buxtehude wiederbelebt. Adolph Carl Kunzen, einer der Nachfolger
Buxtehudes als Marienorganist, setzte dessen auf fünf Sonntage um die Wende
des Kirchenjahrs verteilte oratorische Großform fort. Sieben Partituren
von Kunzen sind in der Stadtbibliothek jetzt wieder verfügbar. Sie sollen
in den nächsten Jahren im Rahmen der Reihe Lübecker Abendmusiken zum
Klingen gebracht werden.
Adolph Carl Kunzens letztes Oratorium
“Die Hirten auf dem bethlehemitischen Felde” von 1771 steht in
Tradition der berühmten Abendmusiken von St. Marien Lübeck, der
vermutlich ältesten Konzertreihe der Welt. Der aus einer Musikerfamilie
stammende Adolph Carl Kunzen schuf mit diesem Werk ein Oratorium von
dramatischer Dichte in der Tonsprache des “Empfindsamen Stils”.
Kunzens bildhafte kompositorische Sprache wie auch seine originelle Behandlung
des Orchesters machen diese Abendmusik zu einem wichtigen Beitrag zur Gattung
des Oratoriums der Frühklassik.
Der Eintritt kostet 14,
ermäßigt sieben Euro. Karten sind im Vorverkauf ab Sonnabend, 16.
November, über das Musikhaus Ernst Robert, Breite Straße, und das
Klassik-Kontor, Aegidienstraße, erhältlich. +++
