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Die Mark wird 500 Jahre alt - Geburtsort Lübeck
feiert
Unbemerkt von der offiziellen deutschen
Erinnerungskultur wird mit der Währungsumstellung am 1. Januar 2002 die
exakt 500jährige Geschichte deutscher Markprägungen enden. So bleibt
es bundesweit beinahe unbemerkt, daß Lübeck als Geburtsort der
geprägten Mark eine besondere Stellung zukommt. Die Hansestadt selbst
begeht das Jubiläum mit einer Sonderprägung und einer Feier im Rathaus
am 10. September, 10 Uhr. Unter den Gästen wird auch der Finanzminister des
Landes Schleswig-Holstein, Claus Möller, sein, der als Erster eine eigens
zum Jubiläum nachgeprägte “Lübische Mark” erhalten
wird.
Das Übersehen dieses Jubiläums
von offizieller Seite (Bundesbank, Finanzministerium) ist um so erstaunlicher,
als sich an der Deutschen Mark ja ein Gutteil der deutschen Identität der
Nachkriegszeit festmachte und noch festmacht. Schon 1977 scheint die Darstellung
des Lübecker Holstentores auf der 50-Mark-Banknote ihren Grund allein in
dessen herausragender Bedeutung als Baudenkmal gehabt zu haben, nicht in der
fast ein halbes Jahrtausend währenden Tradition Lübecks als Geburtsort
der geprägten Mark.
Denn die Deutsche Mark der
Währungsreform von 1948 steht in der ununterbrochenen Kontinuität
deutscher Markgepräge, die im Jahr 1502 in der Reichsstadt Lübeck
begann. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts hatte man in Mitteleuropa damit
begonnen, Großsilbermünzen zu prägen, die den Wert eines
Goldguldens hatten, der bis dahin die Leitmünze der internationalen
Wirtschaft war. Diese Großsilbermünzen hießen deswegen in
Süddeutschland Guldiner, auch Guldengroschen. Die bedeutendste davon sollte
der Taler werden.
In Lübeck rechnete man
spätestens seit dem 13. Jahrhundert nach der Mark, die bis 1502 aber nur
als Rechnungs- und Gewichtseinheit für vermünztes Silber diente. Seit
dem 9. Jahrhundert in skandinavischen und angelsächsischen Urkunden belegt,
galt die Mark seit dem Ende des 11. Jahrhunderts eine halbe Libra, ein halbes
Pfund. In Lübeck galt die Kölner Mark zu 233,856 Gramm, die als
Rechnungseinheit in 16 Schillinge zu je 12 Pfennigen (Denare) unterteilt war.
1502 wurde die Gewichts- und Recheneinheit
Mark zu einem Münznominal, das heißt die Mark wurde tatsächlich
ausgeprägt. Die Eineindrittel Mark (28,85 Gramm, 15 Lot = 937.5/1000stel
fein) war der erste Guldengroschen Norddeutschlands. Sie wurde nur in
Lübeck geprägt, war aber eingebunden in das System der Münzreform
einer mittelalterlich-frühneuzeitlichen Währungsunion, des
“Wendischen Münzvereins”, aus den Jahren 1501/02, dem
Lübeck, Hamburg, Lüneburg und Wismar angehörten.
Seit 1502 wurden ein halbes Jahrtausend
lang Marknominale geprägt: als Teile der gemeinsamen Währung des
“Wendischen Münzvereins” bis 1549, außerdem in Holstein,
Dänemark, Riga, Reval und vom livländischen Orden. Vom 17. bis zum
Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Mark als Kurantgeld in den norddeutschen
Hansestädten geprägt und bis zum 18. Jahrhundert auch in Aachen. Die
Courantmark war im 19. Jahrhundert die zentrale Handelswährung des
Ostseeraumes, die in Thomas Manns “Buddenbrooks” ihre literarische
“Verewigung” erfuhr.
Als sich die süddeutschen und
norddeutschen Staaten bei den Verhandlungen über die Währung im
zweiten Deutschen Kaiserreich nicht auf eine der beiden damals vorherrschenden
Hauptwährungen einigen konnten, wurde 1871/73 die Mark zur
Reichswährung erhoben, als Kompromiß zwischen der norddeutschen
Taler- und der süddeutschen (Silber-)Guldenwährung. Seit damals ist
die Mark, 1924 die Rentenmark, dann die Reichsmark und seit 1948 die Deutsche
Mark zum Symbol der Wirtschaftskraft Deutschlands geworden. Nach genau 500
Jahren Dauer endet die Geschichte der Markprägung am 31. Dezember
2001.
Die Hansestadt Lübeck gibt gemeinsam
mit der Sparkasse zu Lübeck aus Anlaß des 500jährigen
Jubiläums die Nachprägung der Eineindrittel Mark von 1502 in
limitierter Auflage heraus, die ab dem 10. September bei der Sparkasse zu
Lübeck erhältlich sein wird. Gleichzeitig erscheint in der Reihe
“Handel, Geld und Politik” das von Dr. Dieter Dummler verfaßte
und mit zahlreichen Abbildungen versehene Heft 5: “500 Jahre
Markprägung in Deutschland 1502-2001”.
Der Verkaufspreis für die
nachgeprägte Münze beträgt 98 Mark. Die Medaille ist bei den
Lübecker Sparkassen und im Touristbüro Breite Straße 62
erhältlich. Die Gesamtauflage beträgt “nur” 1502
Exemplare, davon gehen wiederum lediglich 1000 Stück in den Verkauf.
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