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Hopi-Künstler berichtet über das Leben seines
Indianervolkes
Ein Vortrag über das Leben der
Hopi-Indianer steht am Donnerstag, 6. September, 20 Uhr, auf dem Programm der
Lübecker Völkerkundesammlung, Parade 10 (Zeughaus am Dom). Der
Künstler Lindbergh Nemingha berichtet in englischer Sprache über sein
Volk und wird auch Hopi-Lieder mit Trommelbegleitung vortragen. Die
Veranstaltung findet im Rahmen der Katsinam-Ausstellung “Figuren der
Pueblo-Indianer Nordamerikas aus der Studiensammlung Horst Antes”
statt.
Nemingha stammt aus dem Dorf Shungopavi in
der Hopi-Reservation im Nordosten des US-Bundesstaates Arizona. Er ist 1959
geboren und hat noch drei Geschwister. Sein Vater, Sidney Namingha jr., ist
verstorben, während seine Mutter Julia, eine bekannte Korbflechterin, noch
im Dorf wohnt. Er ist Mitglied des Sonnenstirn- und des Maisklans, ein
Künstler, Trommler und Sänger von Liedern verschiedener Stämme.
Vor seiner Armeezeit nahm er aktiv an vielen gesellschaftlichen Ereignissen der
Hopi teil.
Seine Schulausbildung erhielt er zuerst
auf der Hopi-Reservation, in der Second Mesa Day School und in der Hopi Day
School in Kykotsmovi. Später besuchte er die High School in WinsIow/
Arizona, außerhalb der Reservation. Wenige Wachen nach seinem
Schulabschluß trat er 1978 in die US-amerikanische Armee ein, Dort wurde
er Mechaniker für Reifenfahrzeuge. Er diente einen Großteil seiner
Zeit in Deutschland, dazwischen und danach verbrachte er einige Jahre in den USA
bis zum Ende seiner Armeezeit 1995, Anschließend kehrte er mit seiner
deutschen Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern nach Deutschland
zurück.
Während seiner Armeezeit in
Deutschland war er lange Zeit Vorsitzender der Native American lntertribal
Society of Germany (NAIS), einer Vereinigung von Indianern und Deutschen, deren
Ziel unter anderem die Förderung des nichtindianischen Verständnisses
für indianische Kultur und Lebensweise war. Er war auch Leadsänger der
Gruppe und nahm mit seiner Familie und anderen Mitgliedern der NAIS an vielen
Veranstaltungen im Umland und in Belgien teil.
Als Künstler lernte er viel von
seinem Großvater mütterlicherseits, Otis Polelonema, einem bekannten
Hopi-Maler. Auch während seiner Armeezeit malte er und zeigte seine Bilder
in mehreren Ausstellungen in den USA (Arizona, Oklahoma, Kansas). Zur Zeit lebt
er als freischaffender Künstler mit seiner Familie in Kaiserslautern/Pfalz.
Der Eintritt kostet sechs Mark, Mitglieder
des Freundeskreises Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck haben
freien Eintritt. +++
