Digitales Pressedienstarchiv
Unbekannte Zeichnungen von Heinrich Mann werden gezeigt
Am Sonntag, 26. August, 11 Uhr, wird im
Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, die Sonderausstellung “Liebschaften
und Greuelmärchen - Die unbekannten Zeichnungen von Heinrich Mann”
eröffnet.
Daß Heinrich Mann im amerikanischen
Exil nicht nur geschrieben, sondern auch gezeichnet hat, ist verschiedentlich
dokumentiert. In seinem Tagebuch spricht Thomas Mann von “einer Menge
obszöner Zeichnungen”, die sein Bruder angefertigt habe. Bislang
glaubte man, die Zeichnungen seien bis auf ein Skizzenbuch nach dem Tod Heinrich
Manns vernichtet worden oder verloren gegangen. Volker Skierka gelang ein
sensationeller Fund: In einem Nachlaß entdeckte er knapp 400 der
verschollen geglaubten Zeichnungen von Heinrich Mann.
Es handelt sich keineswegs nur um Bilder
von “dicken, nackten Weibern”, um Varieté- und Bordellszenen,
wie Thomas Mann behauptete. Heinrich Mann hat seine Bilder vielfach in
thematischen Zyklen gestaltet, er hat mit spitzer Feder zur politischen
Situation Stellung genommen und literarische Eindrücke verarbeitet. Jetzt
sollen erstmals knapp hundert Zeichnungen der breiten Öffentlichkeit
präsentiert werden. Vom 26. August bis zum 28. Oktober werden die
Originalblätter als Sonderausstellung im Buddenbrookhaus zu sehen sein.
Parallel dazu erscheint im Steidl-Verlag ein aufwendig gestalteter Bildband mit
etwa 150 Zeichnungen. Die Zeichnungen und die höchst aufschlußreiche
Zuordnung zu seinem literarischen Werk werden das Bild des Schriftstellers
Heinrich Mann ergänzen und zum Teil nachhaltig verändern.
Die Ausstellung kann während der
Öffnungszeiten, täglich von 10 bis 18 Uhr, besucht werden. Der
Eintritt kostet fünf, ermäßigt drei Mark. +++
