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Digitales Pressedienstarchiv

Unbekannte Zeichnungen von Heinrich Mann werden gezeigt

010581LK 2001-08-14

Am Sonntag, 26. August, 11 Uhr, wird im Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, die Sonderausstellung “Liebschaften und Greuelmärchen - Die unbekannten Zeichnungen von Heinrich Mann” eröffnet.

Daß Heinrich Mann im amerikanischen Exil nicht nur geschrieben, sondern auch gezeichnet hat, ist verschiedentlich dokumentiert. In seinem Tagebuch spricht Thomas Mann von “einer Menge obszöner Zeichnungen”, die sein Bruder angefertigt habe. Bislang glaubte man, die Zeichnungen seien bis auf ein Skizzenbuch nach dem Tod Heinrich Manns vernichtet worden oder verloren gegangen. Volker Skierka gelang ein sensationeller Fund: In einem Nachlaß entdeckte er knapp 400 der verschollen geglaubten Zeichnungen von Heinrich Mann.

Es handelt sich keineswegs nur um Bilder von “dicken, nackten Weibern”, um Varieté- und Bordellszenen, wie Thomas Mann behauptete. Heinrich Mann hat seine Bilder vielfach in thematischen Zyklen gestaltet, er hat mit spitzer Feder zur politischen Situation Stellung genommen und literarische Eindrücke verarbeitet. Jetzt sollen erstmals knapp hundert Zeichnungen der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Vom 26. August bis zum 28. Oktober werden die Originalblätter als Sonderausstellung im Buddenbrookhaus zu sehen sein. Parallel dazu erscheint im Steidl-Verlag ein aufwendig gestalteter Bildband mit etwa 150 Zeichnungen. Die Zeichnungen und die höchst aufschlußreiche Zuordnung zu seinem literarischen Werk werden das Bild des Schriftstellers Heinrich Mann ergänzen und zum Teil nachhaltig verändern.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten, täglich von 10 bis 18 Uhr, besucht werden. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt drei Mark. +++


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