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Die Sonne heizt ein: Solare Optimierung für ein
Baugebiet
Für die Beheizung von Gebäuden
wird in Lübeck, wie in anderen Städten auch, sehr viel Energie
benötigt. Viel zu viel, meinen die Mitarbeiterinnen der
Klimaschutzleitstelle. Daß bereits in der Phase der Bauleitplanung
bedeutsame Weichen zur Reduzierung des Heizenergiebedarfs gestellt werden
können, zeigt ein gemeinsames Projekt der Bereiche Stadtplanung und
Umweltschutz.
Der Bebauungsplan-Entwurf für das
Neubaugebiet “Haler Ort” in Schlutup wurde vom Ingenieurbüro
SOLARC aus energetischer Sicht unter die Lupe genommen: Mit Hilfe einer
Simulation am Computer wurde im ersten Schritt der jährliche Energiebedarf
der vorgesehenen Bebauung errechnet. Ergebnis: Das Baugebiet mit fünf
Einfamilienhäusern, 16 Doppelhäusern, sieben Reihenhäusern und
zwei Bürogebäuden hat - sehr gute Wärmedämmung vorausgesetzt
- einen jährlichen Energiebedarf von gut 130 000 kWh. Bei Ölheizungen
würden dafür über 13000 Liter Heizöl pro Jahr
verheizt.
In einem zweiten Schritt wurden Ideen
für eine wirkungsvolle Ausnutzung der kostenlosen Sonnenenergie im
Baugebiet zusammengetragen. Daraus erstellte SOLARC-Mitarbeiter Frank Dehnhart
eine B-Plan-Variante mit folgendem Ergebnis: Die Energieeinsparungen der
Variante gegenüber dem Originalentwurf beträgt jährlich
13 Prozent beziehungsweise 1700 Liter Heizöl. Bei einem weniger gut
gedämmten Haustyp wäre die Einsparung absolut gesehen noch
größer. Weiterer Vorteil der Variante: Entscheiden sich die
späteren Hausbesitzer für die Installation beispielsweise einer
thermischen Solaranlage, könnten sie ihre Energieausbeute gegenüber
der ursprünglichen Planung erheblich steigern.
“Durch Alternativentwürfe
lassen sich schon in der frühen Planungsphase durch andere Ausrichtungen,
andere Dachformen, die Berücksichtigung der Topographie und der
Grünplanung bis zu einem Fünftel der Heizenergie einsparen, ohne
daß nennenswerte zusätzliche Investitionskosten anfallen,” so
Dehnhardt.
Wohl nirgends ist Energiesparen so
preiswert wie in der Neubauphase. Dort wird der Heizenergiebedarf für die
nächsten 50 Jahre der Gebäude vorherbestimmt. Fehlplanungen schlagen
sich Jahr für Jahr in überhöhten Heizkostenrechnungen zu Buche -
bei der aktuellen Energiepreisentwicklung kann das fatale Folgen haben.
Daß neben Klimaschutzaspekten
weitere Ansprüche an einen Bebauungsplan gestellt und letztendlich ein
Kompromiß gefunden werden muß, der vielen Belangen Rechnung
trägt, ist selbstverständlich. Ziel der städtischen
Mitarbeiterinnen ist jedoch, energetische Gesichtspunkte im B-Plan-Verfahren
aufzuwerten. Besonders wichtig ist dabei die Sicherung von langfristigen
Solarnutzungsoptionen. +++
