Der 250. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe, dem zweifellos
größten Dichter der Deutschen, ist am Sonnabend, 28. August. Zum
Ausklang des Literatursommers erinnert die Hansestadt Lübeck an diesen Tag
mit einer Veranstaltung in der Lübecker St. Petri-Kirche, die über
das Übliche hinausgeht.
Das Projekt sieht in Goethe nicht nur den großen Künstler, sondern
den Repräsentanten seiner Zeit, der in Weimar zwischen 1775 und 1786 vor
allem als leitender Politiker eines deutschen Fürstentums tätig war.
Goethe läßt sich nicht auf das rein Geistig-Künstlerische
reduzieren. Er hat sich in Weimar um die ganz praktischen Dinge des politischen
Alltags gekümmert, um den Wegebau, die Bergwerkskommission und das
Kriegswesen. Eben dieser Goethe soll in Lübeck in doppeltem Sinne sichtbar
werden.
Unter dem Titel "Lübeck liest Goethe" soll es eine intensive Begegnung der
politischen Repräsentanten Lübecks mit dem Dichter geben. So lesen in
der Petri-Kirche am 28. August Mitglieder der Lübecker Bürgerschaft
von 17 bis 1 Uhr aus dem Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre". In den Lesepausen
ist Zeit für Gespräche, kann im Internet auf den vorhandenen
Goethe-Seiten recherchiert werden und wird Musik von Stephan Kuchel, Saxophon,
und John Eckhardt, Kontrabaß, erklingen. Natürlich ist auch für
Getränke und einen kleinen Imbiß gesorgt.
Über die Auseinandersetzung mit Goethe wird es zu einer intensiven
Begegnung von Kultur, Politik und Wissenschaft in der Lübecker Gegenwart
kommen. Das wird auch durch Organisation und Moderation deutlich, die in den
Händen von einigen Kulturinstituten der Hansestadt sowie der Medizinischen
Universität zu Lübeck, der Musikhochschule und der Fachhochschule
Lübeck liegt.
Für die Veranstaltung wurde Goethes Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre"
bewußt ausgewählt. Denn das Werk ist nicht nur zum klassischen
Bildungsroman in der deutschen Literaturgeschichte geworden, an dem sich alle
späteren Autoren, auch Thomas Mann, orientiert haben. In ihm haben auch
die praktisch-politischen Erfahrungen Goethes literarische Gestalt gewonnen.
Für die Veranstaltung in der Petri-Kirche wird kein Eintritt erhoben. Als
Veranstalter beteiligt sind das St. Petri-Kuratorium, das Buddenbrookhaus,
Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, Kulturforum Burgkloster, Theater Lübeck,
Institut für Medizin- und Wissenschaftsgeschichte der Uni Lübeck,
Musikhochschule Lübeck, Fachhochschule Lübeck und Werkhof
Lübeck. +++
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