Trotz allgemeiner Sommerferien besteht für den Bereich Hochbau der
Hansestadt Lübeck keine Gelegenheit zum Ausspannen. In den Wochen bis Ende
August sind in zahlreichen Schulen, Kindertagesstätten und anderen
städtischen Einrichtungen die Handwerker tätig, um die nötigsten
Sanierungs- und Umbauarbeiten zu erledigen.
Insgesamt 37 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 4,8 Millionen
Mark hat Uwe Jens Hansen, Leiter des Bereiches Hochbau, auf seiner
"Sommerliste" stehen. 1,08 Millionen Mark verschlingen dabei
Fenstererneuerungen und -anstriche, 610 000 Mark sind vorgesehen für
Sicherungsmaßnahmen an Türen und Nottreppen, sowie 142 000 Mark
für Dachsanierungen.
Als größter einzelner Ausgabenposten erweisen die dabei die Arbeiten
an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schlutup, die für insgesamt 904 000
Mark umgebaut wird. Auf 700 000 Mark kommt der Umbau der ehemaligen Stadtvilla
Schildstraße 12, vormals Amt für Wohnungswesen. Hier zieht in den
nächsten Wochen ein Großteil des Fachbereichs Kultur vom
Buddenbrookhaus in der Mengstraße aus um. Senator Ulrich Meyenborg leitet
bereits seine Amtsgeschäfte aus Räumen des repräsentativen
städtischen Gebäudes, in dem früher eine Reihe von
Bürgermeistern, Senatoren und anderen hochgestellten Persönlichkeiten
standesgemäß wohnten.
Beachtliche Investitionen fließen auch in die St. Jürgen-Realschule:
490 000 werden hier für die Erneuerung der Physik- und Chemieräume
verbaut. Für 255 000 Mark beseitigt die Hansestadt Sicherheitsmängel
an der Dorothea-Schlözer-Schule. Und 224 000 Mark läßt sie sich
die Sanierung der WC-Anlagen in der Francke-Schule kosten.
Hinzu kommt als Großbaumaßnahme die neue Burgtorhalle, die rund 8,3
Millionen Mark kosten wird. Die Arbeiten sind bereits im vollen Gange und
beschäftigen derzeit eine Reihe von Bauarbeitern und Firmen.
Insgesamt gibt die Hansestadt für Bauunterhaltung in diesem Jahr 13
Millionen Mark aus. "Viel zu wenig. Das ist praktisch ein Tropfen auf den
heißen Stein", sagt Hansen dennoch. Der Hansestadt gehören rund 600
Objekte, darunter 68 Schulen, 15 Kindertagesstätten und eine Vielzahl von
Verwaltungsgebäuden im Gesamtwert von 1,9 Milliarden Mark. Üblich sei
es, ein bis zwei Prozent dieses Wiederbeschaffungswertes jährlich für
die Bauunterhaltung auszugeben. Dies wären 19 bis 38 Millionen Mark, die
im Normalfall in jedem Jahr aufgebracht werden müßten.
Da die Hansestadt aus Sparzwängen heraus diese Summe seit Jahren nicht
erreicht, ist inzwischen ein Sanierungsstau aufgelaufen, den vor allem die
Schulen beklagen: Dort sind noch veraltete Dampfheizungen im Einsatz, die einen
energiesparenden, klimaschonenden Einsatz nicht zulassen und dringend ersetzt
werden müßten. +++
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