Bei der 109. Auflage der Travemünder Woche sind die Regatten der
Hochseeyachten vorzeitig abgeschlossen worden. Wettfahrtleiter Andreas
Stülcken ließ die Boote am Montag bei extrem leichten Winden zwar
noch einmal auf die Seebahn fahren, startete dann aber doch kein Rennen mehr:
Am Vormittag war der Wind dort so leicht, daß keine Windrichtung
festgestellt werden konnte. "Wir hatten drei gute Wettfahrten, da wollte ich
keine vierte, schlechte ranhängen", erklärte Wettfahrtleiter Andreas
Stülcken seine Entscheidung.
Insgesamt waren bei den Wettfahrten 70 Boote in sieben Klassen am Start.
Gesegelt wurden eine Langstrecken-Wettfahrt und zwei kurze Rennen. Sieger in
Klasse IMS I, in der die größten Yachten an den Start gehen, wurde
Lokalmatador Joachim Meyer mit der Vitamin X. Er erreichte zwei erste und einen
zweiten Platz. In der Wertungsgruppe IMS II setzte sich eindeutig mit drei
Siegen in drei Rennen der Flensburger Kaufmann Christoph Barth mit seiner "Auf
Ex" durch - eine Riesenenttäuschung für Frank Simoneit. Der Kaufmann
mit Segelmacherei präsentierte erstmals auf seinem Heimatrevier seine erst
in diesem Jahr fertiggestellte Yacht Stressless - eine X-36-Sport. Das ist
genau der Nachfolgetyp der X-362 Auf Ex, die die Rennen vor der Stressless
gewinnen konnte.
Ein anderer Lübecker war trotz des zweiten Platzes mit dem erreichten
zufrieden: Heino Haase und seine X-99 "Relaxed Rabbit" belegten in der Klasse
X-99 den Silberrang hinter der Yacht "Ex & Hopp" aus dem Seebad Barth. "Ich
bin mit den zwei Serien, die ich jetzt in Travemünde gesegelt habe, schon
sehr zufrieden: Der 13. Platz bei der X-99-WM und der zweite Rang jetzt,
daß ist für meine Amateur-Crew vollkommen in Ordnung."
Dabei hatten Haase und seine Crew im ersten Rennen ein Erlebnis, das für
sie auf der Ostsee bisher einmalig war: "Eine Windhose, da gab es wirklich eine
Windhose." Bei Sturmböen von bis zu 30 Knoten drehte der Wind innerhalb
von Sekunden um 90 Grad: "Von einer auf die andere Sekunde war an Bord alles
auf der anderen Seite - das war schon ein Schreckensmoment." Zumal das Boot
noch wenige Sekunden vorher eine Kollision gehabt hatte, bei der es aber keinen
Schaden an Bord gab. Für Haase war die erste Wettfahrt zwar etwas lang,
aber vollkommen in Ordnung. Sehr zufrieden war der Segelmacher mit dem zweiten
Renntag: "Da hat die Wettfahrtleitung mit den zwei Up- an Downs genau die
richtigen Kurse ausgelegt."
Ein Kompliment, das Andreas Stülcken gerne hört - auch wenn er selbst
nicht ganz zufrieden war: "70 Schiffe waren ein paar weniger als im vergangenen
Jahr - das wird wieder mehr." Als ein Fehlschlag erwies sich die Ausschreibung
von ORC-Club, einer neuen, aus England kommenden Vermessungsformel: "Da ist
leider nur eine einzige Meldung bei uns eingegangen, das war schon etwas
enttäuschend für uns." Aber wenn sich die neue Formel insgesamt in
Deutschland stärker entwickelt, dann soll sie auch im kommenden Jahr
wieder in Travemünde angeboten werden. Einen Wunsch hat Stülcken noch
offen: "Die Deutschen Meisterschaften der Seesegler, die würde ich hier
schon gerne einmal machen - aber das muß der Verein entscheiden."
Für einige Boote, die bei den Seebahn-Regatten mit am Start waren, ist die
Veranstaltung noch nicht beendet: Die Sprinta Sports können ab Donnerstag
auf der Dreiecksbahn in einem eigenen Feld starten, für die Beneteau 25
gibt es Startmöglichkeiten in der Klasse der Sportsboats.
Ergebnisse:
IMS I: 1. Vitamin X (Joachim Meyer/Lübeck) 5 Punkte; 2. Pax
(Klaus-Uwe Stryi/Eckernförde) 6; 3. Inshallah V (Volker Andreae/Hamburg)
10;
IMS II: 1. Auf Ex (Christoph Barth/Flensburg) 3; Stressless (Frank
Simoneit/Lübeck) 6; 3. Headhunter (Sven Hansen/Barth) 10;
IMS 3: 1. Bibi na met Met (Sven Stuwe/Neustadt) 7; 1. Thea (Hermann
Huuck/Kiel) 8; 3. Second Love (Andreas Maak/Kiel) 10;
IMS IV: 1. Campari (Rolf Heyde/Bremen) 11; 2. Drum (Kunibert
Lichte/Lübeck) 13; 3. Halbtrocken (Michael Berghorn/Ratzeburg) 14;
X-99: 1. Ex & Hopp (Michael Schulz/Barth) 4; 2. Relaxed Rabbit
(Heino Haase/Lübeck) 8; 3. Baltic Kölln (Dieter Martens/Bremen) 8;
X-79: 1. Speedy (Joachim Gerds/Travemünde) 4; 2. Havhexer
(Sönke Westphal/Hamburg) 6; 3. Baby X (Stefan Moll/Niendorf) 8;
Yardstick I: 1. Arconia 2 (Dietrich Wehrmann/Neustadt) 6; 2. Admiral
Jacob (Christine Voigt/Heiligenhafen) 8; 3. Chica (Christian
Jäger/Lübeck) 12;
Yardstick III: 1. Jan Himp (Georg Westphal/Lübeck) 4; 2. Working
Girl (Christian Stoppenbrink/Lübeck) 8; 3. Charlie Brown (Hans-Joachim
Behrens/Hamburg) 11;
Yardstick IV: 1. Larn (Jan Neumann/Warnemünde) 4; 2. Tolpatsch (Uwe
Koch/Lübeck) 5; 3. Hanging Loose (Olaf Zieten/Neustadt). +++
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