Die sogenannten Rollheimer haben in diesen Tagen ihr neues Domizil auf dem
Stadtgut Niemark bezogen. Durch den Umzug der rund 20 Bewohner der
Wohnwagensiedlung auf der Wallhalbinsel unweit der Musik- und
Kongreßhalle ist der Parkplatz entlang der Straße Am Stadtgraben
wieder frei geworden. Fast vier Jahre lang lebten die Rollheimer auf diesem
Gelände.
Die Bewohner der Wohnwagensiedlung hatten den Verein ,,Tamanha alternatives
Leben e.V." gegründet und Anfang 1995 Verhandlungen mit der Stadt
Lübeck aufgenommen, um nach einem neuen Standort zu suchen. Inge Diemann,
Vorsitzende des Vereins ,,Tamanha", sagte in einem Gespräch gegenüber
der Stadt, sie begrüße die jetzt realisierte Lösung.
,,Tamanha", was übersetzt soviel wie ,,bis bald" oder ,,in die Zukunft
gewandt" heißt, fühle sich keineswegs aufs Stadtgut abgeschoben.
Niemark erfülle ein Bedürfnis, das alle Bewohner der
Wohnwagensiedlung hätten: ,,Der Natur möglichst nahe sein zu
können."
Dem Umzug vorangegangen war eine arbeitsintensive Suche nach geeigneten
Standorten. Mitarbeiter der Bereiche Stadtentwicklung und Liegenschaften hatten
rund 35 mögliche städtische Grundstücke geprüft. Nur eines,
eben Gut Niemark, wurde als geeignetes Grundstück für die
Wohnwagenkolonie ermittelt. Die Hansestadt Lübeck und der Verein
,,Tamanha" schlossen dann einen Pachtvertrag. Darin vereinbarten beide Seiten,
daß die Stadt dem Verein gegen Nutzungsentschädigung
vorübergehend einen rund 5000 Quadratmeter großen Stellplatz
für die Bau-/Wohnwagen sowie weitere knapp zwei Hektar Gartenland zur
landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung stellt.
Die Rollheimer haben sich aus den verschiedensten Gründen für diese
alternative Wohn- und Lebensform entschieden, berichtete Inge Diemann: Einige
der Bewohner leben während des Sommers in der Wohnwagenkolonie und
unternehmen im Winter Studien- und Forschungsreisen, andere seien aus sozialer
Notlage heraus, weil sie beispielsweise keine geeigneten Wohnungen gefunden
hätten, zu der Wohnwagenkolonie gestoßen. +++
Zurück zur Übersicht