Digitales Pressedienstarchiv
980791LK 27. Oktober 1998Kommunales
Kino: Begeisterung für besondere Filme
Der Untergang der "Pamir" am 21. September 1957 hat nicht alle Spuren des
Lübecker Rahseglers mit in die Tiefe gerissen. Sehr gut erhalten ist
beispielsweise der Dokumentarfilm "Die Pamir" von Heinrich Klemme, den das
Hamburger Film- und Fernsehmuseum vor dem Verfall gerettet hat. Dieser
bemerkenswerte Streifen aus dem Jahre 1959 ist jetzt im Kommunalen Kino in
Lübeck zu sehen. Anlaß für die Aufführung ist der
Aktionstag der Kommunalen Kinos am 31. Oktober, der bundesweit zum vierten Mal
begangen wird.
Der Bundesverband Kommunale Filmarbeit, dem 160 Kinos in ganz Deutschland angeschlossen sind, möchte mit diesem Aktionstag die Bedeutung der Kommunalen Kinos für die Bewahrung und Präsentation der Filmkunst unterstreichen, mit der sie das kulturelle Leben der Städte bereichern.
Daß dieses filmkulturelle Angebot gerade auch in Lübeck auf großes Interesse stößt, beweisen die Ergebnisse der Publikumsbefragung des Kommunalen Kinos, die ebenfalls zum Aktionstag präsentiert werden. Insgesamt 388 Besucherinnen und Besucher haben sich im Mai/Juni dieses Jahres an dieser Befragung beteiligt, mit der das Kommunale Kino die Resonanz auf sein Programmangebot überprüfen und die statistische Zusammensetzung des Publikums ermitteln wollte.
Demnach kommen die Zuschauerinnen und Zuschauer aus allen Alters- und Bevölkerungsgruppen. Knapp zwei Drittel sind Frauen.
In der Altersstruktur zeigen sich wesentliche Unterschiede zu den kommerziellen Kinos: Während dort die unter 30jährigen 69 Prozent des Publikums ausmachen, sind es im Kommunalen Kino nur knapp 20 Prozent. Dafür sind alle Altersgruppen entsprechend gut vertreten. Die meisten Besucher (39 Prozent) sind zwischen 18 und 38 Jahren alt. 22 Prozent sind zwischen 38 und 58 Jahren, 8 Prozent 58 Jahre und älter, und rund 4 Prozent sind Teenies unter 18 Jahren. Schüler und Studenten machen 27 Prozent des Publikums aus, Angestellte und Beamte 34 Prozent. Arbeiter sind mit 2 Prozent vertreten, Selbständige mit 12 Prozent, Rentner mit 8 Prozent, Hausfrauen und Hausmänner mit 7,5 Prozent. Zur Zeit erwerbslos sind rund 6 Prozent der Befragten.
Der überwiegende Teil der kommunalen Kinogänger kommen Lübeck: 78 Prozent, wobei die meisten, nämlich rund 68 aus der Innenstadt oder innenstadtnahen Stadtbezirken in die Mengstraße kommen. 14 Prozent der Besucher kommen aus dem Umland, elf Prozent aus den städtischen Außenbezirken. Rund fünf Prozent sind Touristen.
Die Besucherhäufigkeit gibt ein differenziertes Bild: Zwölf Prozent kommen einmal in der Woche ins Kommunale Kino, 29 Prozent einmal im Monat, 15 Prozent einmal im Vierteljahr.
Rund 46 Prozent der Befragten bezeichnen sich als echte Filmfans, die ebenso häufig oder häufiger die anderen Lübecker Kinos besuchen. 41 Prozent der Befragten sind hingegen Stammkunden des Kommunalen Kinos, die andere Lichtspielhäuser seltener oder nie aufsuchen und ihren Filmhunger vorwiegend oder ausschließlich in der städtischen Kultureinrichtung stillen.
Interessant ist sind auch die Motive des Kinobesuches: 45 Prozent der Befragten geben an, daß sie die Filme zu sehen bekommen, für die sie sich besonders interessieren. 38 Prozent gaben an, daß ihnen das Programm "meistens" gut gefalle.
Hohe Zustimmungswerte gibt es auch für die Atmosphäre (29 Prozent), die günstigen Eintrittspreise (29 Prozent) und die Freundlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (38 Prozent). 31 Prozent gaben als Motiv ihres Besuches an, diese Einrichtung unterstützen zu wollen.
58,5 Prozent der Besucherinnen und Besucher informieren sich anhand des Programmfaltblatts des Kommunalen Kinos, 33 Prozent aufgrund von Hinweisen von Freunden und Bekannten. 82 Prozent interessieren sich für einen ganz bestimmten Film, 17 Prozent treffen sich hier mit Freunden und Bekannten. Damit hat sich das Kommunale Kino zum kulturellen Treffpunkt in der Stadt entwickelt.
320 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihren Fragebogen mit Namen und Adresse abgegeben und nehmen an der Verlosung von Kinofreikarten teil, die Senator Ulrich Meyenborg am 29. Oktober vornehmen wird. Die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner bekommen ihre Preise vor der Vorführung des Pamir-Filmes am Sonnabend, 31. Oktober, 20 Uhr, überreicht. +++
