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PM zum Bericht Gender Monitoring 21.6.2019

Gender Monitoring: Frauenbüro legt Daten und Fakten zu Frauen und Männern in Lübeck vor

Das Frauenbüro der Hansestadt Lübeck legt 2019 erstmals ein „Gender Monitoring“ für die Hansestadt Lübeck vor. Dieses stellt eine Vielzahl aktueller Daten und Fakten zur Situation von Frauen und Männern in Lübeck sowie Entwicklungen im Bereich der Gleichstellung dar.

Der Bericht fokussiert auf die Themenfelder 1. Partizipation von Frauen und Männern, 2. Gewalt an Frauen und Kindern, 3. Bildung und 4. Erwerbsbeteiligung in Lübeck. „Diese Fokussierung haben wir vorgenommen, da dies noch immer die ‚Stellschrauben‘ sind für eine Umsetzung von Artikel 3 Grundgesetz – und das heißt für uns für ein geschlechtergerechtes Lübeck“, erläutert Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse.

Die Zahlenanalysen verdeutlichen, dass Frauen bei der Bildung und am Arbeitsmarktes weiter aufgeholt haben. Immer mehr Frauen studieren und sind erwerbstätig, die Zahl der Minijobs geht langsam zurück und die Beschäftigungsquote der Frauen steigt.

„Trotz leichter Veränderungen bleibt es jedoch oft bei der geschlechtsspezifischen Berufswahl. Dies zeigt z.B. der geringe Frauenanteil an der gewerblich-technischen Berufsschule, der Technischen Hochschule sowie an der Fachhochschule der Bundespolizei. Oder der geringe Anteil der Männer an der Berufsschule für Gesundheit, Ernährung und Sozialwesen“, so Petra Schmittner, Mitarbeiterin im Frauenbüro der Hansestadt Lübeck und Autorin des Berichtes.

In Minijobs arbeiten nach wie vor mehr Frauen, selbständig sind nach wie vor mehr Männer. „Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Lübeck liegt bei bis zu 31%, konkret verdienten Frauen rund 9.515 Euro pro Jahr bzw. 793 Euro pro Monat weniger als Männer,“ stellt Schmittner fest.

Zwar gibt es in Lübeck inzwischen mehr und mehr Frauen in Spitzenpositionen, z.B. bei der IHK, den Hochschulen, bei den Senatsmitgliedern der Stadt und bei den Gewerkschaften. „Einzelne Frauen in Spitzenpositionen können jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass in vielen Entscheidungsgremien, sowohl in der Kommunalpolitik als auch in den Hochschulen, Kammern und bei den Gewerkschaften, Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert sind“, so Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck.

Positiv und neu sei, dass seit 2019 Aufsichtsrates-Positionen, die von der Hansestadt Lübeck besetzt werden, zu 50% mit Frauen besetzt werden. „Trotz einer Regelung im Gleichstellungsgesetz Schleswig-Holstein von 1994 ist dies erst 2019, nach einem Gerichtsurteil, umgesetzt worden“, konstatiert Elke Sasse ernüchtert.

Positiv seien auch rechtliche Neuerungen im Gewaltschutz. Diese führten dazu, dass z.B. sexuelle Belästigung erstmals „sichtbar“ wurde. Allerdings stieg dadurch auch die Zahl der registrierten Opfer von Vergewaltigungen in Lübeck. Ebenso liefert das Gender Monitoring z.B. Zahlen zur (Über-)Belegungssituation der Lübecker Frauenhäuser.

„Das Zahlenmaterial bietet der Kommunalpolitik eine gute Arbeitsgrundlage, um konkrete Veränderungen und Verbesserungen für Frauen und Männer in Lübeck anzustoßen“, so Elke Sasse. Mit dem „Gender Monitoring“ wird der seit 25 Jahren bestehende und alle vier Jahre aktualisierte Bericht „Frauen in Lübeck. Daten und Fakten“ fortgeführt und weiterentwickelt. Grundlage für den Bericht ist ein Bürgerschaftsbeschluss aus dem Jahr 1994.

Einige Daten sind bereits jetzt unter www.frauenbuero.luebeck.de zu finden, weitere werden bis Ende 2019 online abrufbar sein und anschließend regelmäßig aktualisiert. Anregungen, Fragen und Ideen zum Gender Monitoring nimmt das Frauenbüro unter Tel: 122-1615 oder frauenbuero@luebeck.de gerne entgegen.