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Kino am Frauentag: Aufbruch in die Freiheit

Das Kommunale Kino zeigt am 8. März um 18 Uhr einen aufwühlenden Film über das neue „alte“ Tabuthema Schwangerschaftsabbruch

Der berühmte Stern-Titel „Wir haben abgetrieben“ war 1971 das Starsignal: Für ein selbstbestimmtes Leben gingen in der BRD immer mehr Frauen auf die Straße. Ihre Parolen - „Kinder oder keine, entscheiden wir allein!“ und „Mein Bauch gehört mir!“- brachten auf den Punkt, was die zweite Frauenbewegung forderte: die Handlungsmacht über den eigenen Körper, um selbstbestimmt leben zu können. In dieser Zeit wagt auf dem Land auch die ungewollt schwangere Metzgersfrau Erika, beeindruckend gespielt von Emmy Award-Gewinnerin Anna Schudt, einen schmerzhaften „Aufbruch in die Freiheit“. Das Drama wurde Ende Januar als „bester Fernsehfilm des Jahres 2018“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Sie habe den Film auch „für meine Töchter gemacht“, erklärte auf der Preisverleihung die Hamburger Produzentin Heike Wiehle-Timm, „um ihnen zu zeigen, dass die Freiheit, in der wir heute leben nicht selbstverständlich ist.“ Es gelte aufzupassen, dass diese Rechte nicht zurückgeschraubt werden.

Dieser Film für alle Generationen, Frauen und Männer, ist nicht rührselig, sondern echt; nicht weinerlich und rückwärtsgewandt, sondern Mut machend. Denn der zivile Ungehorsam, mit dem die dreifache Mutter Erika gegen die enge Familie und patriarchalische Gesellschaft rebelliert, ist heute nötiger denn je - weltweit und hierzulande. Das zeigt die aktuelle Debatte um den § 219a. Ein Gespräch vor dem Film leiten Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck, und die Autorin Charlotte Kerner.

Kommunales Kino Koki, Mengstraße 35, 23552 Lübeck,

Kartenreservierung nur über www.kinokoki.de; reservierte Karten müssen 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn abgeholt werden.
Donnerstag, 8. März, 18 Uhr, Eintritt frei. Spenden sind erwünscht für die Schwangerschaftsberatung der Humanistischen Union, Lübeck.
Der Kinoabend wird gefördert von der Lübecker Mellingen-Stiftung.

Aufbruch in die Freiheit ©ZDF/Relevant Film/Martin Rottenkolbe

©ZDF/Relevant Film/Martin Rottenkolber