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Siedlung Triftstraße (1930)

Triftstraße 70-101

Liegende, bloße Horizontalität ist das architektonische Grundthema, dem sich alles unterordnet: flache kubische Doppelhäuser mit verkoppelnden Bauteilen, Sockelandeutung mit Ziegelsims, einem nach oben „offenen“ Attika-Abschluss (dahinter ein Flachdach mit geringem Gefälle), ursprünglich leicht liegende Fensterformate und -teilungen – verbunden über die gesamte Obergeschosslänge durch relief-artige Ziegelfelder bzw. -bänder – über alle Häuser hinweg.

Stadträumliche Gliederungen der Siedlung in Teilabschnitte durch Rückversatz – symmetrisch zur Straßenachse – und durch den historisch-geknickten Verlauf der alten Trift-Trasse. Die Anlage offenbart nicht nur eine Veränderung des Siedlungsbaus für Lübeck, sondern ebenfalls die „empfindliche Seite“ des „neuen bauens“. Die gewollte reduzierte Detailfreudigkeit, die Beschränkung auf wenige Gestaltungselemente – aus Kosten- wie gestalterischen Gründen – verzeiht nicht die kleinste Veränderung an den Häusern (z. B. der obere Fassadenabschluss, fehlende Fensterteilung).

Architekten: Wilhelm Karl Emil Schürer (1886-1975) und vermutl. Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft / Lübeck

 

rotes BAUHAUS in Lübeck

Im Lübecker Stadtgebiet befinden sich auch Bauwerke der Moderne aus den 20-/30er Jahren des letzten Jahrhunderts, deren städtebauliche Anlage, Planung und Gestaltung durch das „neue bauen“ und das BAUHAUS beeinflusst sind. Jedoch nicht die hellen, weißen Gebäude − sondern rot-sichtiger Ziegel dominiert das Lübecker Baugeschehen jener Zeit.

 

 

Bemerkung zu den Kurzbeschreibungen

Das ArchitekturForumLübeck stellte einige der hiesigen Bauwerke auf einer Radtour am 08. September 2019 vor. Dabei wurden die Bauten besprochen, und der Zustand, ihre Zusammenhänge zur damaligen Wohnungsnot und dem neuartigen Bauen erörtert. − Dies Faltblatt einhält keine gesellschaftlichen und bautechnologischen Inhalte, die eigentlich zum Verständnis der vorgestellten Bauten unbedingt erforderlich sind, vielmehr liegt der Fokus auf einer äußeren Gebäude-Beschreibung mit Akzentuierung der architektonischen Fragestellung, inwieweit Einflüsse des „neuen bauens“ sowie vorheriger kunsthistorischer Epochen erkennbar sind.

 

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