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„Landhaus“ oder „Haus eines Studienrates“ (1928)

Torneiweg

Das Haus verbindet die puristisch-angezielte Einfachheit des norddeutschen „Heimatschutzstils“ (oder „Reformarchitektur“) aus changierend-rotem Sichtziegelmauerwerk, materieller, handwerklicher bzw. konstruktiver „Ehrlichkeit“ (z. B. Fenstersturz) und weißen Rahmen kombiniert mit der geometrisch-klaren Körperhaftigkeit des damaligen „neuen bauens“ (z. B. Flachdach). Die Fassadengestaltung straßenseitig mittels einer freieren Fensterverteilung ist verhalten und unprätentiös, d. i. für damals ungewöhnlich, plus dem zeittypischen Übereckfenster-Motiv. Gartenseitig öffnen sich die Fassaden mittels einer umgreifenden, langgezogenen horizontalen Terrasse im Obergeschoss und durch die vorgelagerte Erdgeschoss-Terrasse weit auf „zur Natur“ und geben dem Haus einen der Wohnfunktion dienenden, leichten Ausdruck. Unterstrichen wird die Modernität durch die manifest horizontalen, hellen Bauteile wie auskragendem Dachgesims, Vordächern und die Terrassen (Stirnseiten). Die Straßen-Schauseite behält durch den Dachvorsprung eher eine geduckte, bodenverhaftete Haltung, von der sich das Gebäude jedoch zum Garten hin befreit.

Architekt: Friedrich August Wilhelm (Willi) Bräck (1875-1968) / Lübeck

 

rotes BAUHAUS in Lübeck

Im Lübecker Stadtgebiet befinden sich auch Bauwerke der Moderne aus den 20-/30er Jahren des letzten Jahrhunderts, deren städtebauliche Anlage, Planung und Gestaltung durch das „neue bauen“ und das BAUHAUS beeinflusst sind. Jedoch nicht die hellen, weißen Gebäude − sondern rot-sichtiger Ziegel dominiert das Lübecker Baugeschehen jener Zeit.

 

 

Bemerkung zu den Kurzbeschreibungen

Das ArchitekturForumLübeck stellte einige der hiesigen Bauwerke auf einer Radtour am 08. September 2019 vor. Dabei wurden die Bauten besprochen, und der Zustand, ihre Zusammenhänge zur damaligen Wohnungsnot und dem neuartigen Bauen erörtert. − Dies Faltblatt einhält keine gesellschaftlichen und bautechnologischen Inhalte, die eigentlich zum Verständnis der vorgestellten Bauten unbedingt erforderlich sind, vielmehr liegt der Fokus auf einer äußeren Gebäude-Beschreibung mit Akzentuierung der architektonischen Fragestellung, inwieweit Einflüsse des „neuen bauens“ sowie vorheriger kunsthistorischer Epochen erkennbar sind.

 

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