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Was ist ein Kulturdenkmal

Der Begriff „Denkmal“, bzw. „Kulturdenkmal“ wandelte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach seine Bedeutung und wird auch heute vielschichtig verwendet. In der Regel handelt es sich dabei um herausragende  Bauwerke verschiedener Baustile. Mit einem Denkmal der Blick zurück auf die vergangenen Zeiten, Ereignisse und Zustände verbunden, die der jeweiligen Gegenwart als „denkwürdig“ erscheinen. Die Besonderheit eines Bauwerkes mit der Eigenschaft eines Kulturdenkmals liegt darin, dass es sich von anderen Gebäuden durch Alter, Architektur, historische Bedeutung, Funktion oder Nutzung, seine Ausstattung, künstlerische Ausdruckskraft oder stadt- bzw. ortsbildprägende Eigenschaften absetzt. Bei vielen Kulturdenkmalen fällt es relativ leicht, diese Eigenschaften zu erkennen. Für die Hansestadt Lübeck stehen z. B. die großen Kirchen, das Rathaus, die Klöster, die großen Giebelhäuser wohl für den überwiegenden Teil der heutigen Öffentlichkeit außer Zweifel in ihrer Eigenschaft als wertvolle Zeugnisse früherer Zeiten. Anders sieht die Akzeptanz hingegen für manch anderes Objekt aus, das von den Fachleuten als Kulturdenkmal erkannt worden ist, wie z.B. Bauten der Moderne, Industrieanlagen, Fabriken, Brücken, Bunker, oder dem Lübecker Rathaushof als Neubau nach der Kriegszerstörung. Allen gemeinsam ist, das sie  authentische Zeitzeugen sind, zu denen vielfach nicht nur die bauliche Hülle, sondern auch ihre innere Ausstattung gehören kann.

Es muss neben einer allgemeinen öffentlichen Akzeptanz und Übereinkunft immer auch Instanzen geben, die diese Eigenschaften definieren, feststellen und überwachen.

Daher entstanden  seit dem 19. Jahrhundert Institutionen für  Denkmalschutz und Denkmalpflege, die den Auftrag zum Schutz, zur Erforschung und Pflege der Kulturdenkmale erhielten. Seit 1958 besteht in Schleswig-Holstein landesweit ein Denkmalschutzgesetz, das die Rahmenvorgaben hierfür definiert.
Die Maßstäbe und Kriterien der Denkmalbewertung verändern sich im Laufe der Zeit ständig, sie passen sich neuen Erkenntnissen und der jeweils veränderten Gegenwart sowie auch der öffentlichen Wahrnehmung an. Entscheidende Vermittler in diesem Prozess sind die behördlichen Denkmalpfleger und Archäologen, deren Auftrag die Erfassung und Betreuung der Kulturdenkmale auf der Grundlage des Denkmalschutzgesetzes ist und die ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Dass dies von Bedeutung ist, zeigt die Aufnahme der Lübecker Altstadt in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Doch das Kulturerbe einer Stadt oder eines Landes besteht nicht nur aus den überragenden, allgemein bekannten Bauwerken, Altstädten oder berühmten archäologischen Objekten eines Museums, sondern auch aus den eher unscheinbaren Objekten, die in ihrer Vielfalt Sachzeugen früherer Lebensart darstellen. Um auch eine juristische Sicherheit für den Umgang mit diesen Objekten zu besitzen, haben die Denkmalschutzgesetze die Voraussetzungen festgelegt, nach denen Kulturdenkmale erkannt und geschützt werden müssen. In Schleswig-Holstein sind dies folgende Kriterien: Grundsätzlich müssen Kulturdenkmale Sachen oder Teile von Sachen vergangener Zeiten und Zeugnisse menschlichen Lebens sein. Sie müssen zusätzlich einen geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen, städtebaulichen, technischen oder die Kulturlandschaft prägenden Wert besitzen.

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