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Das Sankt-Annen-Museum

Wo die Lübecker ihre Altäre sammelten

Das Sankt-Annen-Museum

1502 stellte der Braunschweiger Baumeister Sysingus Hesse das Kloster für den Orden der Reformierten Augustinerinnen fertig. Die Nonnen wählten sich die Mutter Marias, die heilige Anna, zur Patronin. Im Zuge der Reformation löste sich das Kloster 1532 auf und diente in der Folgezeit als Zeughaus, dann als kirchliches Armen- und Werkhaus, später auch als Zucht-, Kranken- und Spinnhaus. Erst 1915 wurde das Kloster Museum.

In den gotischen Hallen des ehemaligen Klosters befindet sich heute ein Museum mit der größten Sammlung vollständig erhaltener Schnitzaltäre in Deutschland, die allesamt aus Lübeck selbst stammen. Wie kam es dazu? - Im Mittelalter war Lübeck eine reiche Hansestadt, deren 25 000 Einwohner fünf monumentale Kirchen bauten und zum Nutzen ihres Seelenheils Hospitäler und Klöster errichteten. In den großen Kirchen hatten vornehme und reiche Familien eigene Altäre und Kapellen, ebenso die großen Kauffahrerkompanien, die Schonen-, Bergen- und Novgorodfahrer.

Das Sankt-Annen-Museum

Der Passionsaltar von Hans Memling von 1491 mit seiner harmonischen Farbgebung hat europäischen Rang. Nach dem 2. Weltkrieg boten reiche Amerikaner für den Memling-Altar eine Summe, die ausgereicht hätte, den von Bomben zerstörten Teil der Altstadt wieder aufzubauen. Die Lübecker jedoch lehnten dieses Angebot ab.
Die Sammlung der Altertümer und Altäre geht zurück auf eine Verordnung des Rates von 1818. Dadurch wurden Verkauf, Vernichtung und Zerstörung unwiederbringlichen Kulturgutes unterbunden. Noch wenige Jahre vorher gingen die Lübecker nicht so fürsorglich mit ihren Kunstschätzen um: Beim Abriß des Johannis-Klosters wurden die Kunstwerke an Trödler verschiedenesleudert, beim Umbau der Jakobi-Kirche landete ein mittelalterlicher Altar zu Latten zerschnitten auf einem Hühnerhof.

Hauptanziehungspunkt des Bauwerkes sind die geschlossene gotische Raumfolge und der Kreuzgang, den man von der Eingangshalle her betritt. Hier angebaut sind Kalefaktorium (Speisesäle und Wärmeraum), Laienrefektorium, Nonnenrefektorium, Remter (Tages- und Eßsaal), Kapitelsaal und Sakristei. Zum Teil sind die Gewölbe ausgemalt.
Beim Wandern durch die alte Klosteranlage taucht der Besucher in die mittelalterliche Welt der Nonnen ein und vergißt in dieser ruhigen und friedlichen Umgebung den Streß des Alltags.

Anschrift:

St Annen-Museum,
St. Annen Straße 15,
23552 Lübeck,
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