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Kulturforum Burgkloster mit Museum für Archäologie

"Die bedeutendste Klosteranlage Norddeutschlands"

Kulturforum Burgkloster mit Museum für Archäologie

Das 1229 gegründete Burgkloster zu Lübeck ist die bedeutendste mittelalterliche Klosteranlage Norddeutschlands. Nach der Reformation wurde das Kloster als Armenhaus, ab Ende des 19. Jahrhunderts als Gericht und Untersuchungsgefängnis genutzt. Während des "Dritten Reiches" war das Burgkloster durch die Inhaftierung von Juden, Widerstandskämpfern der Arbeiterbewegung und durch den "Christenprozess" 1943, der mit dem Tod von vier Geistlichen endete, Schauplatz nationalsozialistischen Unrechts. Somit ist das Burgkloster ein Denkmal sowohl für das Mittelalter als auch für die jüngere Geschichte.

Seit der Restaurierung durch das Land Schleswig-Holstein dient das Burgkloster der Hansestadt Lübeck als kulturelles Zentrum, als ein Ort lebendiger Auseinandersetzung mit bildender Kunst und Architektur, mit der Geschichte der Hanse und des Ostseeraums, mit Zeitgeschichte und Philosophie.

Zu besichtigen sind das restaurierte Dominikanerkloster aus dem 13.-16. Jahrhundert mit seinen bedeutenden Wandmalereien sowie der Gerichtstrakt mit Schöffengerichtssaal und Untersuchungsgefängniszellen des 19. Jahrhunderts. Neben den ständigen Ausstellungen "Pfeffer & Tuch für Mark & Dukaten" - Der Münzschatz des Hansekaufmanns,"... dahin wie ein Schatten" - Aspekte jüdischen Lebens in Lübeck, sowie "Szenen aus einer Hansestadt" - Modelle, Skizzen und Bilder von Waltraud und Heinz- Joachim Draeger, werden regelmäßig wechselnde Ausstellungen zur Kunst und Kulturgeschichte, Archäologie und Zeitgeschichte gezeigt. Darüber hinaus bietet das Kulturforum Raum für Vorträge, Kolloquien, Lesungen, musikalische und szenische Darbietungen.

Am 12. Juli 2005 öffnete das Museum für Archäologie im Beichthaus des Burgklosters seine Pforten. Der um 1360 errichtete Gebäudeteil war nach Süden zur Stadt durch seine großen Fenster offen, nach Norden zur Klausur abgeschlossen, denn die Dominikaner nahmen hier den Lübeckern die Beichte ab. Nach der Reformation war das Beichthaus Bestandteil des Armenhauses, später Begräbnisstätte, Turnhalle und Atelier, bis es in den Jahren 2002/2003 saniert wurde, um das Museum für Archäologie aufnehmen zu können. Die Gestaltung der Ausstellung nimmt Rücksicht auf das jahrhundertealte Gebäude, so behält dieses seine Würde und wird selbst zum Exponat. Im barock umgestalteten Westteil wird im Herbst 2005 ein Café eröffnen.

Die Dauerausstellungen

"Pfeffer & Tuch für Mark & Dukaten" - Der Münzschatz des Hansekaufmanns

Münzschatzpaar

Der große Lübecker Münzschatz - 450 Jahre verborgen - 1984 bei Baggerarbeiten ans Licht gebracht. Die Ausstellung erzählt vom Geld, vom Handel der Hanse und von den Münzen.
Die wunderbare Geschichte des großen Lübecker Münzschatzes rankt sich um die Ausstellung:
Ein reicher Lübecker Kaufmann vergrub in den Wirren der Jahre um 1533 seine Wechselkasse unter der Treppe seines Hauses. Warum er sie nicht wieder ausgraben konnte, wissen wir nicht. Gefunden wurde sie erst 1984 bei Baggerarbeiten während der Bauarbeiten an der Musikhochschule. Die Münzen erzählen viel über den Handel der damaligen Zeit, woher welche Waren kamen und wohin sie verkauft wurden. Im "Kaufkeller" sieht man Fässer, Ballen und Säcke mit Heringen, Tuchen, Fellen, Gewürzen und anderen Dingen, aber auch, wie die Menschen damals gekleidet waren. Eine Ausstellung für Jung und Alt !

"Szenen aus einer Hansestadt"
Modelle, Skizzen und Bilder von Waltraut und Heinz-Joachim Draeger

Einzug des Kaisers 1376

Die Ausstellung zeigt die Originale von Heinz-Joachim Draeger, die vielen Fans schon aus seinen Büchern "Von Koggen und Kaufleuten" und "Die Torstraße" bekannt sind. Sie zeigen Szenen aus der Hansezeit und eine Straße im Wandel der Jahrhunderte von 1176 bis heute. Außerdem sind sieben Modelle von Waltraut Draeger zu sehen: Sie bieten einen Blick in eine gotische Kirche, in das Schreibzimmer eines Klosters, in eine mittelalterliche Badestube, in das Haus eines Hansekaufmanns, in eine mittelalterliche Fußbodenheizung, in eine Ziegelwerkstatt und in eine Kirchenbauhütte zur Zeit der Gotik. Das prächtige Haus mit dem typischen Lübecker Stufengiebel diente nicht nur zum Wohnen, sondern auch als Kontor und Warenlager.

Ständige Fotodokumentation
"... dahin wie ein Schatten" - Aspekte jüdischen Lebens in Lübeck

Synagoge

1645 kamen Menschen jüdischen Glaubens nach Moisling, das damals noch vor den Toren Lübecks lag. Bis sie Bürger der Hansestadt werden durften, vergingen zweihundert Jahre. Aber dann entwickelte sich eine fruchtbare Symbiose zwischen Juden und Christen in Lübeck. Mit der Machtübertragung an die Nationalsozialisten 1933 begann die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung der Juden in Europa. Etwa 90 jüdische Lübeckerinnen und Lübecker wurden in Riga umgebracht, die anderen in alle Welt zerstreut. Seit wenigen Jahren gibt es erneut eine jüdische Gemeinde in Lübeck; in der Synagoge finden wieder Gottesdienste statt. An den Schicksalen jüdischer Menschen in Lübeck wird ein wichtiger Teil unserer Geschichte sichtbar. Da sie in uns bekannten Straßen und Häusern spielt, können wir uns ihr nicht entziehen, denn wir begegnen den Spuren auf Schritt und Tritt.
Die Fotos dokumentieren anhand der Schicksale jüdischer Menschen einen wichtigen Teil der Lübecker Geschichte. - Dokumentation € 2,60

Anschrift

die LÜBECKER MUSEEN
Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
Kulturforum Burgkloster mit Museum für Archäologie
Hinter der Burg 1-6
23552 Lübeck

Tel.: +49 (0) 451 / 122-4195
Fax: +49 (0) 451 / 122-4198
E-Mail: kulturforum-burgkloster@luebeck.de

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