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Einwohnerentwicklung in 2009

Registerbereinigungen überlagern Einwohnerentwicklung

Im Jahr 2009 sind die Einwohnerzahlen in Lübeck deutlich zurückgegangen. Der Einwohnerverlust in Höhe von rd. 1.700 Personen ist in erster Linie auf die mit der Einführung der bundesweiten Steueridentifikationsnummer verbundenen Melderegisterbereinigungen zurückzuführen und betraf vor allem Ausländer, die Deutschland ohne Abmeldung verlassen haben. Da die Registerbereinigungen Mitte des Jahres weitgehend abgeschlossen waren, stabilisierte sich die Einwohnerzahl im zweiten Halbjahr. Zum 1. Januar 2010 wurden in der Hansestadt Lübeck somit nun 211.716 Einwohner gezählt, gegenüber 213.385 Einwohner im Vorjahr.

Wie in den Jahrzehnten zuvor sind die Geburtenzahlen mit durchschnittlich 1,3 Geburten je Frau weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Mit lediglich 1.777 Geburten wäre es beinahe zu einem Minusrekord gekommen, denn lediglich 1984 wurden noch weniger Kinder geboren. Den Geburten standen 2.624 Sterbefälle gegenüber, so dass sich allein hieraus bereits eine Bevölkerungsabnahme von 847 Personen ergab. Hinzu kam der Wanderungsverlust von 822 Personen (11.898 Zuzüge und 12.720 Fortzüge).

Hochschulstadtteil und Bornkamp
Im Hochschulstadtteil
geht es aufwärts

Doch nicht überall gehen die Einwohnerzahlen zurück: 990 Einwohner zogen in das Neubaugebiet Bornkamp und in den Hochschulstadtteil, wo jetzt zusammen fast 4.000 Einwohner leben. Diese starken Einwohnerzuwächse sind u. a. auf die Fertigstellungen im Geschosswohnungsbau im Hochschulstadtteil zurückzuführen.

Bevölkerungsrückgänge (incl. Registerbereinigungen) sind dagegen in St. Lorenz Nord (-697), St. Gertrud (-420), St. Lorenz Süd (-266) und Kücknitz (-239) zu verzeichnen. Zeigen sich derartige Bevölkerungsabnahmen über einen längeren Zeitraum, kann es zu deutlichen Bevölkerungsrückgängen kommen. So ist die Einwohnerzahl in Kücknitz von 20.055 im Jahre 1995 auf nun 18.002 gesunken, was einer Bevölkerungsabnahme von rd. 10 Prozent entspricht.

Altersstruktur
Alterspyramide 2009

Die Zahl der ausländischen Mitbürger/innen hat sich u.a. durch Registerbereinigungen und Einbürgerungen (236) von 16.071 auf 14.564 Personen verringert. Dies ist auch auf das neue seit 1.1.2000 geltende Staatsangehörigkeitsgesetz zurückzuführen, wonach in Deutschland geborene Kinder von Ausländern auch die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Mit rd. 5.000 Personen bilden die Türken die größte Gruppe, gefolgt von den Polen (1.257 Personen) und den Personen aus der Russischen Föderation (570) und der Ukraine (533). Bezieht man den Migrationshintergrund mit ein, der neben der Staatsangehörigkeit den Geburtsort - auch der Eltern - und bisherige Einbürgerungen berücksichtigt, so haben aktuell 39.540 Lübecker/innen einen sogenannten Migrationshintergrund, entsprechend einem Anteil von rd. 19 % an der Gesamtbevölkerung.

60.713 Personen (Vorjahr 60.648) sind über 60 Jahre alt. Das sind 29 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dem stehen 32.755 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gegenüber (Vorjahr 33.148), entsprechend 16 % der Bevölkerung.

Erneut rückläufig waren in 2009 die Zahlen zur Religionszugehörigkeit: Die Anzahl der Einwohner mit evangelischer Religionszugehörigkeit sank von 106.062 auf 104.563, die Zahl der katholischen Einwohner nahm von 19.128 auf 18.574 ab.

Montalich aktualisierte Daten zu Lübeck finden sie unter Statistik-Aktuell

gb