Pressemitteilungen des Lübecker Frauenbüros
Gewalt kommt nicht in die
Tüte:
Feinbäckerei Schüler unterstützt die Arbeit der
Gleichstellungsbeauftragten und Frauenprojekte in Lübeck
"Schaut hin! Gewalt betrifft uns alle" steht auf den Brötchentüten, die die Kundinnen und Kunden der Feinbäckerei Schüler am 25. November erhalten, wenn sie Brötchen oder Brot, Kuchen oder Tortenstücke kaufen. Mit dieser Aufforderung soll aufmerksam gemacht werden auf die alltägliche Gewalt, der jeder und jede begegnet. Die Brötchentüte auf dem Frühstückstisch macht deutlich: Hinsehen ist notwendig.
Die Lübecker Feinbäckerei
Schüler beteiligt sich damit an einer Aktion der gesamten
Bäcker-Innung Holstein, die mit den Gleichstellungsbeauftragten
Schleswig-Holsteins in vielen Kreisen und Städten des Landes am 25.
November durchgeführt wird.
"Für uns war sofort klar, dass wir uns
an dieser Aktion beteiligen. Denn weg schauen tun viele. Wen es aber einmal
getroffen hat, der weiß: Gewalt betrifft uns alle. Wir hoffen, mit
unserem Engagement ein Stück weit mehr für die Gewalt im Alltag
sensibilisieren zu können", so Bettina Schüler von der
Feinbäckerei Schüler.
Das Frauenbüro der Hansestadt
Lübeck hat die Aktion aufgegriffen und in Kooperation mit den
Einrichtungen AWO-Frauenhaus, Autonomes Frauenhaus, biff e.V., dem Frauennotruf
Lübeck und dem Frauenkommunikationszentrum Aranat e.V. für den
Internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen" vorbereitet. "Das Besondere an
dieser Aktion ist, dass sich durch diese gemeinsame Aktion mit einer
Handwerksinnung ganz neue Kooperationen entwickeln und über diese Form der
Öffentlichkeitsarbeit weitere Bevölkerungsgruppen an die Problematik
der alltäglichen Gewalt herangeführt werden können" betont Elke
Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck.
Denn neben den
Brötchentüten, die die Kundinnen und Kunden beim Kauf ihrer Backwaren
erhalten, werden die Lübecker Frauenprojekte am 25.11. in den
Bäckereifilialen der Feinbäckerei Schüler in der
-
Schwartauer Allee 50 (8-16 Uhr)
- Ziegelstr. 3-5 (8-16 Uhr) und in der
- Königstr. 97 (8.30 - 16 Uhr)
sein und die Kundschaft an
Informationsständen über ihre Arbeit und die in Lübeck
vorhandenen Hilfsmöglichkeiten informieren und sensibilisieren.
Bereits im Vorfeld der Aktion wurde für die Arbeit der Frauenprojekte eine Sponsoring-Aktion durchgeführt, die mehr als 20 Lübeckerinnen und Lübecker mit einer Spende unterstützten. 800,- Euro für die Anti-Gewalt-Arbeit in der Stadt wird somit am 25.11.2005 Bettina Schüler dem Frauennotruf Lübeck stellvertretend für die SpenderInnen stolz überreichen können.
Häusliche und familiäre Gewalt
ist die am weitesten verbreitete Form der Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder
und umfasst alle gesellschaftlichen Schichten. In Deutschland ist davon fast
jede vierte Frau betroffen, und jährlich fliehen rund 45.000 Frauen mit
ihren Kindern in Frauenhäuser. Vielfach sehen die Opfer ihre Lage als
aussichtslos an und können sich nicht selbst daraus befreien.
Frauenhäuser und Frauenfachberatungsstellen bieten den Frauen
Zufluchtmöglichkeiten und Hilfsangebote.
Schirmfrau der landesweiten
Aktion ist Bildungs- und Frauenministerin Ute Erdsiek-Rave, die die Aktion am
24. November in Bad Segeberg eröffnen wird.
Die "Tütenaktion" ist diesjähriger Höhepunkt der Lübecker Aktivitäten zum Internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen". Bereits ab Samstag, den 19.11.2005 werden für eine Woche an zahlreichen öffentlichen Gebäuden mindestens 24 Fahnen hängen, die mit ihrer Aussage "Nein zu Gewalt an Frauen - frei leben ohne Gewalt" das öffentliche Bekenntnis der Einrichtungen zu dieser Aussage dokumentiert. Eine Ausstellungseröffnung, ein Vortrag über die Kriegswaffe Vergewaltigung, Filme und andere Veranstaltungen bieten Informationen, Hilfestellungen und Aufklärung. (Die genauen Daten zu allen Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Flyer).
Lübeck, 21. November 2005
