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St. Annen-Museum zeigt Haute Couture vor dem Altar

040955RK 2004-12-03

Das St. Annen-Museum, St.-Annen-Straße 15, eines der schönsten Museen in Lübeck, beherbergt in den alten Klosterräumen Deutschlands größte Sammlung mittelalterlicher Schnitzaltäre. Diese Altäre zeugen von der mittelalterlichen Frömmigkeit der Zeit vor der Reformation. Auf etlichen dieser Schreine werden Meßfeiern dargestellt mit Priestern und Diakonen in feierlichen Gewändern.

Vor diesem Hintergrund werden im St. Annen-Museum nun moderne liturgische Gewänder präsentiert, die zeigen, daß die heutige katholische Kirche mit der Mode gehen will: Haute Couture im Kirchenraum. Unter dem Titel „Haute Couture vor dem Altar? LiturgieGewänder - Kirche und Design“ zeigt das Museum vom 5. Dezember 2004 bis zum 27. Februar 2005 den Reiz und den Charme dieser modernen Kollektion im Dialog mit den mittelalterlichen Vorbildern auf den Altären und den historischen Gewändern.

Während früher die Meßfeiern ausschließlich von geweihten Priestern zelebriert wurden, sind heute auch Laien aktiv daran beteiligt. Für sie sollten neue Gewänder geschaffen werden, die der Würde des Amtes entsprechen, sich aber deutlich von den Priestergewändern unterscheiden. Deswegen rief im Jahre 2003 das Deutsche Liturgische Institut in Trier einen Wettbewerb für Laiengewänder ins Leben: Es beteiligten sich 74 Designer und Couturiers aus dem kirchlichen und profanen Bereich und reichten mehr als 130 Entwürfe für Gewänder ein - für Laien wie auch für Priester. Hieraus wurden über 50 Kreationen ausgewählt und an verschiedenen Orten gezeigt – in katholischem wie in protestantischem Gebiet.

Die Bandbreite der verwendeten Materialien reicht von schlichtem Leinen über feine Wollstoffe und schillernde Seide bis hin zu modernen Mikrofasern oder Silikon. Die Formen der Gewänder knüpfen nicht nur an die traditionellen Alben und Chormäntel an, sondern übernehmen mit Kimonos und Chasublen auch Kleidungsstücke fremder Kulturen und schließen selbst Formen der Alltags- und Arbeitskleidung wie den Overall mit ein.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 5. Dezember, um 11.30 Uhr im Foyer der Kunsthalle St. Annen eröffnet. Nach der Begrüßung durch Dr. Hildegard Vogeler führt Dr. Andreas Poschmann vom Deutschen Liturgischen Institut, Trier, in die Ausstellung ein.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der 14,80 Euro kostet. Die Schau ist von Sonntag, 5. Dezember 2004, bis zum 27. Februar 2005, während der Öffnungszeiten des Museums, dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr, zu sehen. +++


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