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Ehrenbürger

Die Hansestadt Lübeck kann Persönlichkeiten, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, die Ehrenbürgerschaft verleihen. Die Verleihung drückt die Anerkennung und den Stolz der Stadt darüber aus, dass die Verdienste des Geehrten beziehungsweise der Geehrten der Stadt zur Ehre gereichen. Die Entscheidung über die Verleihung trifft die Bürgerschaft.

Ehrungen durch die Hansestadt Lübeck werden auch vorgenommen durch die Verleihung:

Ehrenbürger der Hansestadt Lübeck

Vier Ehrenbürgerschaften aus der NS-Zeit wurden 1946 von der Bürgerschaft annuliert.

Bekannte Persönlichkeiten der Hansestadt Lübeck


Ehrenbürger der Hansestadt Lübeck


James Colquhoun (*1780- 1855)

Im Jahre 1835, vierzig Jahre nach Frankfurt, erhob Lübeck seinen ersten Ehrenbürger der Neuzeit. Es war der Schotte James Colquhoun. Colquhoun hielt bereits die Ehrenbürgerschaft der Städte Frankfurt und Hamburg inne. Im Jahre 1817 war er als Nachfolger seines Vaters Stalhofmeister geworden.

Da die Hansestädte fanden, Konsulat und Stalhofverwaltung liege am besten in denselben Händen, ernannten sie Colquhoun auch zum hanseatischen Generalkonsul und diplomatischen Agenten beim großbritannischen Hofe; außerdem war er Vertreter westindischer Kolonien und übernahm späterhin noch das königliche sächsische Konsulat sowie das oldenburgische Generalskonsulat, alles gegen nicht unbeträchtliche Vergütungen.

Am 28. September 1828, bei einem Deutschlandaufenthalt, der ihm in Bremen das erste hanseatische ehrenbürgerrecht einbrachte, besuchte Colquhoun Lübeck.

Sieben Jahre später schrieb er seinem vormaligen Gastgeber, dem Syndikus Curtius, in aller Offenheit, er besitze inzwischen das bremische und das hamburgische (1934) bürgerrecht und sehne sich nunmehr nach dem lübeckischen. sein Wunsch wurde am 5. August 1835 durch den Senat beschlossen und erfüllt, wobei die Anerkennung seiner "vielfachen verdienstvollen Bemühungen im Interesse hiesiger Stadt" sicherlich höfliche Übertreibung war.

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Georg Gramlich (*1795- 1880)

Gramlich, ein Hamburger Kaufmann, hatte als Geschäftsträger der drei Hansestädte in Caracas den "Freundschafts-, Handels- und Schifffahrts- Vertrag zwischen Lübeck, Bremen und Hamburg und der Republik Venezuela" vom 27. Mai 1837 zustande gebracht.

Die Freie- und Hansestadt Hamburg gedachte sich dafür mit dem Ehrenbürgerrecht dankbar zu zeigen, zumal für den vermögenden Gramlich ein Geldgeschenk kaum in Frage kam, und regte bei der Hansestadt Lübeck und Bremen eine gleichartige Ehrung an. Am 18. Mai 1838 wurde in Bremen, am 27. Juni in Lübeck und am 20. Juli Hamburg entsprechend beschlossen; in Hamburg zuletzt, weil der Senat erst noch das Einverständnis der Oberalten einholte. Doch wurde Lübecks Ehrung erst durch die Hamburger in Kraft gesetzt: der Lübecker Senat beschloss eine Ehrung ausdrücklich nur "für den Fall, dass von Seiten Hamburgs ein Gleiches geschehen sollte".

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August Friedrich Bloch (*04.11.1780- 10.05.1866)

August Friedrich Bloch, Präsident des Staatsbankenunternehmens " Preußische Seehandlung", ist der erste gewesen, den Lübeck am 8. Juni 1850, nach der französischen Revolution aus eigenem Antrieb zum Ehrenbürger erhob. Man drückte damit den Dank für eine von Bloch vermittelte Staatsanleihe der preußischen Seehandlung aus. Es ging um Projekte, die Lübeck sehr unmittelbar betrafen: den Bau der Lübeck- Büchener Eisenbahn und die Korrektion des Trave- Fahrwassers. - Lübeck ehrte in Bloch eine sehr beachtenswerte Persönlichkeit.

Der im Teplitz unter dem Namen Abraham Bloch Geborene war am 28.02.1816 in Berlin getauft worden. Die Verbindung mit Lübeck fällt in seine aktivsten, auch erfolgreichsten Jahre: der Agent der Seehandlung und Hauptverwaltung der Staatsschulden wurde am 3.Mai 1848 durch Kabinettsorder zum zweiten Mitglied der Generaldirektion, am 11. August desselben Jahres zu deren Vorsitzenden und am 29. Januar 1850 zum Präsidenten ernannt. Nur wenige Jahre später trat Bloch wegen mancherlei Anfeindungen der "Kreuzzeitung" von seinem Posten zurück. Am 10. Mai 1866 ist August Friedrich Bloch in Berlin gestorben.

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Per Gustaf Nylén (*01.02.1793- 17.04.1870)

Auch der schwedische Schiffskapitän Per Gustaf Nylén gehört zu den Ehrenbürgern, mit denen Lübeck in eigener und besonderer Verbindung stand. Schon sein Geburtsort, die Bergwerkstadt Falun, erinnert an die althansischen Handelsverbindungen, über die das schwedische Kupfer zum Kontinent befördert wurde.

Die Stockholm- Lübeck- fahrt, der sich Nylén im Jahre 1838 nach manchen Nordamerika- und Ostindienreisen zuwandte, hatte sich schon im 14. Jahrhundert zu einer regelmäßigen Verbindung entwickelt und darf als der älteste Linienverkehr Nordeuropas bezeichnet werden. Zum 25- Jährigen Jubiläum seiner Lübeck- Stockholm- Reisen, im Jahre 1862, ehrte ihn die Handelskammer durch ein Geschenk; auf Ihre Anregung verlieh der Senat Nylén am 22. November desselben Jahres das Ehrenbürgerrecht. - Das Jubiläum Nylén ist für die Lübecker nur ein Anlass gewesen, zu zeigen, wie sehr sie den schwedischen Kapitän als einen der ihren betrachteten.

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Vincent Rumpff (*10.12.1789- 13.02.1867)

Das Ehrenbürgerrecht, das die Lübecker am 14. März 1863 an den Lizenziaten beider Rechte Vincent Rumpff verliehen, hat wieder mehr allgemeinen Charakter. Rumpff war einen Monat zuvor, am 20. Februar 1863, bereits von Frankfurt zur gleichen Würde erhoben worden; beide Ehrungen waren als Dank und Anerkennung für ein langes, erfolgreiches Diplomatenleben im Dienst der vier Freien Städte gedacht.

Der Enkel des hamburgischen Bürgermeisters Rumpff hatte ein halbes Jahrhundert zuvor, im Jahre 1814, seine Laufbahn als Attache des Hamburgischen Gesandten Wiener Kongress begonnen. Zehn Jahre später, 1824 wurde er dann auf Hamburgs Betreiben Ministerresidenten der vier Freien Städte in Paris und blieb dies 40 Jahre lang. - Lübeck und Bremen fanden Hamburgs Vorgehen damals etwas eigenmächtig; doch erwies sich Rumpff gerade für Lübeck als Gewinn, da von einer guten Besetzung des französischen Residentenpostens der Weinhandel abging. Stellvertretend für seine anderen Leistungen im Dienst der Hansestädte seien hier nur die sechs Handels- und Schifffahrtsverträge genannt, die er abschließen half.

Der Lübecker Senat hatte Rumpff schon 1844, als dritten Nichtlübecker, die Goldene Ehrengedenkmünze "Bene Merenti" verliehen. Das Ehrenbürgerrecht, das Rumpff am Ende seines Lebens, am 14.03.1863 erhielt, ist als eine Steigerung der " Bene Merenti" aufgefasst worden.

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Franz Emanuel August Geibel (*17.10.1815- 06.04.1884)

Franz Emanuel August Geibel wird am 17. Oktober als Sohn eines Pfarrers in Lübeck geboren.
Geibel war zur Zeit Maximilians II. von Bayern Professor für Ästhetik an der Universität München und zugleich Lyrischer Dichter gewesen.

Im Jahre 1852 heiratet er seine Frau Amanda Trummer und zog nach München. In München war Geibel Mittelpunkt eines Dichterkreises " Krokodil" und der königlichen Tafelrunde.
Nach der Rückkehr Geibels im Jahre 1868 nach Lübeck, regten sein Freund Professor Mantels und Senator Dr. Plitt an, ihn zum Ehrenbürger zu machen, jedoch fürchtete man, dass eine Ehrung Geibels in der vorgeschlagenen Weise von Bayern als Provokation aufgefasst werden könnte. Erst Mantels schriftliche Darlegung; es handele sich um "eine ganz interne Sache der Vaterstadt Geibels" zerstreute die Bedenken.

In der Tat ging es nicht zuletzt um die schlichte Aufnahme als Bürger; Geibel war zwar Lübeckischer Bürgerssohn, hatte aber seid seiner Studienzeit niemals dauernd in Lübeck gelebt. Entsprechend ist der Ehrenbürgerbrief für Geibel vom 25. November 1868 ausgestellt " in Anlass seiner Rückkehr zu bleibenden Wohnsitz in Lübeck".(Puppenbrücke).

Emanuel Geibel wurde als Spätromantiker durch formvollendete Gedichte bekannt. Seinen Erfolg begründete er in erster Linie mit volkstümlichen Liedern wie: "Der Mai ist gekommen". Er versuchte sich aber auch weniger erfolgreich als Dramatiker. Dabei ist sicherlich auch erwähnenswert sein Libretto zur Oper: "Loreley".
Am 4. April 1884 stirbt Franz Emanuel August Geibel vereinsamt in Lübeck.

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Fürst Otto Eduard Leopold von Bismarck (*01.04.1815- 30.07.1898)

Fürst Otto Eduard Leopold von Bismarck erhielt seine Ehrenbürgerschaft am 20.05.1871.
Bismarck wurde als viertes von sechs Kindern des Gutsbesitzers Ferdinand von Bismarck und dessen Frau Wilhelmine Luise wird Otto Eduard Leopold von Bismarck in Schönhausen (Altmark) geboren.

Nach dem Abitur im Jahre 1832 immatrikuliert sich Bismarck an der Universität Göttingen für das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften. Er absolvierte sein erstes juristisches Staatsexamen und referendierte am Königlichen Stadtgericht in Berlin und wechselte dann später in die Stadt Aachen. Der Verwaltungstätigkeit überdrüssig, lässt sich Bismarck wegen Unwohlseins beurlauben und reist monatelang ohne genehmigten Urlaub seiner ersten großen Liebe hinterher. Bei seiner Rückkehr wird er aus dem Regierungsdienst in Aachen entlassen, er beginnt daraufhin den Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger.

Im Jahre 1844 dann setzte er seine Referendarzeit in Potsdam fort, entscheidet sich aber letztendlich doch gegen die Beamtenlaufbahn. Im Oktober des Folgejahres tritt Bismarck als Abgeordneter in den Provinziallandtag von Pommern.
Am 28. Juli 1847 fand die Heirat mit Johanna von Puttkamer in Reinfeld/Pommern statt. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor. Bismarcks verfolgte das Ziel, die Erringung und der Ausbau einer preußischen Vormachtstellung, in Deutschland und Europa.

Ferner wird Bismarck Kanzler des unter preußischer Führung gegründeten Norddeutschen Bundes. Neben seinen Ämtern als preußischer Ministerpräsident und Außenminister wird er in den erblichen Fürstenstand erhoben und zum ersten Reichskanzler des neu gegründeten Deutschen Reichs ernannt.

Im Jahre 1895, zu Bismarcks 80. Geburtstag erreicht der Kult einen vorläufigen Höhepunkt: Über 450 Städte verleihen Bismarck die Ehrenbürgerschaft, 9.875 Telegramme und 450.000 Briefe werden vom Postamt in Friedrichsruh ausgeliefert, Tausende pilgern zu Bismarcks Ruhesitz. Am 30. Juli des Jahres 1898 stirbt Otto von Bismarck in Friedrichsruh bei Hamburg.

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Graf Helmuth (Karl Bernhard) von Moltke (*26.10.1800- 24.04.1891)

Helmuth (Karl Bernhard) von Moltke war nach Napoleon I. das strategische Genie des 19. Jahrhunderts. Er wurde am 26. Oktober 1800 in Parchim (Mecklenburg) geboren.

Moltke war zunächst im dänischen, seit 1822 dann aber im preußischen Militärdienst. Er wurde schon im Jahre 1828 in den Großen Generalstab berufen. Nach Jahren als Ausbilder in der Türkei (1825 - 40) bewährte er sich, wurde zum Generalmajor befördert, als Organisator des Generalstabs, dessen Führung er 1857 übernahm.

Politisch konservativ, war Moltke Reichstagsabgeordneter von 1867 bis zu seinem Tode.
Er handelte nach der Maxime "Mehr sein, als scheinen." Er liebte den Krieg nicht, dazu war er zu religiös und kannte die Schrecken zu genau. Doch den "ewigen Frieden" hielt er für einen Traum und richtete sich nach der altrömischen Weisheit:
"Si vis pacem, para bellum." (Willst du den Frieden, bereite den Krieg vor).

Die Eindrücke seiner Jahre im Osmanischen Reich hatte Moltke in seinem Werk “Unter dem Halbmond” mit dem Untertitel "Briefen über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839" aufgezeichnet.
Zehn Tage nach dem Abschluss des Frankfurter Friedens wurde Graf Helmuth (Karl Bernhard) von Moltke am 20.05.1871 zum Ehrenbürger Lübecks ernannt.

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Johann Heinrich Thöl (*06.06.1807- 16.05.1884)

Johann Heinrich Thöl der am 26.02.1879 seine Ehrenbürgerschaft erhielt, erntete seinen Ruhm als bedeutender Jurist in Göttingen, wo er - vom 23. Lebensjahr an! - den größten Teil seiner akademischen Lehrtätigkeit verbrachte. Thöl gehörte dort unter anderem zum Freundeskreis um die Gebrüder Grimm und Friedrich Christoph Dahlmann.

Thöl war zunächst als Privatdozent und außerordentlicher Professor in Göttingen tätig. 1842 wurde er als ordentlicher Professor für Deutsches Recht an die Rostocker Universität berufen. Dort übte er 1848 auch kurzzeitig das Amt des Rektors aus.

Während in Göttingen eine Gedenktafel die Erinnerung an ihn wach hält, sind seine Spuren in Lübeck fast verwischt. An seiner Geburtsstätte, dem Hause in der Krähenstraße 19, geht heute jeder achtlos vorüber. Thöl ist im 19. Jahrhundert neben seinem Altersgenossen und Mitehrenbürger Geibel weniger beachtet worden, gerade weil er dich in der Reihe der Geehrten wie ein Doppelgänger des Dichters ausnimmt.

Als Heinrich Thöl im Mai 1884 starb, beachteten das die Lübecker kaum, weil sich ihr ganzes Interesse auf ein Denkmal für den sechs Wochen zuvor dahingegangenen Geibel konzentrierte.

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Alfred Ludwig Heinrich Karl Graf von Waldersee (*08.04.1832- 05.03.1904)

Alfred Graf von Waldersee wird als Sohn eines preußischen Generals in Potsdam geboren. Nach seiner militärischen Erziehung in Kadettenanstalten wird er zum Leutnant ernannt.

Im Jahre 1852 absolvierte er die Artillerie- und Ingenieurschule. Sechs Jahre später wird er dann zum Adjutanten einer Artillerieinspektion ernannt. Er ist unter anderem im Stab des Generalgouverneurs von Hannover tätig und wird zum Generalstabsoffizier berufen.
Um 1870 wird Waldersee Militärattaché an der preußischen Botschaft in Paris. In dieser Funktion übermittelt er wichtige Informationen über die französische Armee, nimmt am Deutsch-Französischen Krieg als Flügeladjutant des preußischen Königs teil.

Waldersee erhielt das Ehrenbürgerrecht Lübecks am 06.04.1898, anlässlich der Abgabe des Postens, des Kommandierenden General des IX. Armeekorps in Altona und der Übernahme der III. Armee. Inspektion. Am 05. März 1904 stirbt Alfred Ludwig Heinrich Karl Graf von Waldersee in Hannover.

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Paul von Beneckendorff und von Hindenburg (*02.10.1847- 02.08.1934)

Als Sohn eines preußischen Offiziers wurde Paul von Beneckendorff und von Hindenburg am 02. Oktober 1847 in Posen geboren. Die Ehrenbürgerschaft wurde Hindenburg an seinem 70. Geburtstag im Jahre 1917 verliehen.

Er wählte eine militärische Laufbahn und nahm am Deutsch- Französischen Krieg von 1870/71 als Offizier teil. Im Jahre 1903 wurde er kommandierender General und zog sich 1911 im Alter von 64 Jahren vorerst aus der Armee zurück. Bereits 3 Jah-re später, beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges, kehrte er zurück und wurde zum Oberbefehlshaber der 8. Armee an der Ostfront ernannt. Der Sieg über die russische Armee bei Tannenberg brachte ihm Ruhm und Ehre.

Im August 1916 übernahm er mit Ludendorff die Oberste Heeresleitung, die schnell an Einfluss gewann. 1918 versuchte er die Monarchie zu retten, indem er Kaiser Wilhelm II. riet, das Land zu verlassen. Durch die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung versuchte er die Unruhen innerhalb der Bevölkerung zu bekämpfen. Mit Abschluss des Versailler Vertrages trat Hindenburg im Juli 1919 zurück. Im April 1925 wurde Hindenburg als Nachfolger Eberts zum Reichspräsidenten gewählt. Neben seinen militärischen Erfolgen während des Ersten Weltkrieges, machte Paul von Hindenburg sich einen Namen als monarchistisches Oberhaupt der Weimarer Republik.

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Bürgermeister Dr. Emil Ferdinand Fehling (*03.08.1847- 03.08.1927)

Der Lübecker Senator und ehemalige Bürgermeister Dr. Emil Ferdinand Fehling erhielt das Ehrenbürgerrecht an seinem 80. Geburtstage auf Vorschlag des Senators Vermehren und als Anerkennung dafür, dass er " als Bürgermeister die Vaterstadt durch die Stürme des Weltkrieges und der ihm folgenden Umwälzung kraftvoll und ausgleichend hindurchgeführt und mit tiefem Verständnis die Verfassung des Staates unter Erhaltung des Altbewährten des Anforderungen der neuen Zeit angepasst hat":

Die Lübecker hatten Ihrem alten Bürgermeister als dem maßgeblichen Schöpfer Ihrer neuen Staatsverfassung vom 23. Mai 1920 zu danken. Fehling war weiterhin Direktor der " Gemeinnützigen" und Vorsitzender des Hansischen Geschichtsvereins gewesen und hatte sich in zahlreichen Schriften zur hansischen und lübeckischen Geschichte geäußert - Ehrenämter und Tätigkeiten in einer Fülle, ja Vollständigkeit, wie sie einst nur selten wenige Lübecker aufweisen können.

An seinem Geburtstage (03.08.1927) erschienen der gesamte Senat mit der Ehrenbürgerurkunde und zwei Hamburger Professoren mit der Urkunde über die Ehrenpromotion zum Doktor der Staatswissenschaften. Von beiden hat indessen der Jubilar nichts mehr erfahren . Nachdem Frau und Kinder für ihn Grüße, Glückwünsche und Gaben entgegengenommen hatten, ist er nicht mehr zum Bewusstsein erwacht und am Abend desselben Tage verstorben.

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Prof. Dr. phil Carl Jacob Burckhardt (*10.09.1891- 03.03.1974)

Carl Jacob Burckhardt, ein umfassender, universaler Geist, zugleich Schweizer Diplomat, Gelehrter, Philosoph und Schriftsteller, wurde 1891 geboren, studierte in München, Göttingen, Basel und Zürich Geschichte und promovierte 1918 zum Dr. Phil.

Burckhardt rettete während des Zweiten Weltkrieges als Präsident des Internationalen Roten Kreuzes die Hansestadt Lübeck vor der drohenden Gefahr der völligen Zerstörung. Im Juni 1944 lag der Alliierten-Verbindungshafen Marseille im Operationsgebiet. In langen Verhandlungen erreichte Burckhardt das Zugeständnis, ersatzweise Lübeck zum Umschlaghafen für Rotkreuzschiffe und zum Lagerplatz der Hilfssendungen für die alliierten Kriegsgefangenen in Deutschland zu bestimmen. Auf diese Weise rettete er die alte Hansestadt vor der vollständigen Zerstörung.

Einen ersten verheerenden Bombenangriff hatte Lübeck am Palmsonntag 1942 (28.März) erlebt. Als Vergeltung für die völlige Zerstörung der britischen Stadt Coventry durch die Deutschen, fassten die Alliierten den sogenannten Baedeker-Plan, der die systematische Zerstörung deutscher Städte vorsah. Als Richtschnur für die Ausführung des Planes sollte der bekannte Reiseführer dienen. - Als Dank für die Rettung der historischen Altstadt wurde Burckhardt am 30.11.1950 die Ehrenbürgerschaft verliehen (Geschichte der Hansestadt Lübeck).

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Georg Kalkbrenner (*20.12.1875- 18.05.1956)

Dr. Georg Kalkbrenner gebürtiger Schlesier, studierte in Berlin, Göttingen und Freiburg und kam als 27- Jähriger, junger Nationalökonom in die Hansestadt Lübeck, wohin er im Jahre 1902 als Sekretär der Industrie- und Handelskammer berufen worden war.

Die außerordentlichen Fähigkeiten und die Tatkraft des jungen Mannes profilierten sich sehr bald. Bereits 1905 war er an der Gründung der Lübecker Hochofenwerk- Aktiengesellschaft, als Mitglied des damals 12köpfigen Komitees, beteiligt. Die Berufung Dr. Georg Kalkbrenners als nur 32jährigen in den Senat der Hansestadt im Jahre 1907 war eine kleine Sensation und ein Entschluss, den die berufenden Senatoren niemals zu bereuen hatten.

Als junger Senator stand er erst am Beginn einer Laufbahn,, die in Ihrer Effektivität dem Wohl der Hansestadt Lübeck gewidmet war. Zum Spezialgebiet Kalkbrenners entwickelte sich immer mehr das Finanzwesen. Er übernahm in den Jahren ab 1919 den Vorsitz der Finanzbehörde und den Vorsitz der Kommission für Handel und Wirtschaft - er war der Mann, der in den Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise (1930 bis 1933) die Finanzen der Stadt Lübeck fest in der Hand behielt. Im Jahre 1933 gehörte Kalkbrenner noch einmal für kurze Zeit einem neuen Senat an, legte allerdings im selben Jahr sein Amt nieder, um sich ganz einem anderen Werk zu widmen: dem Aufbau des Wohnungs- und Siedlungsbaus der Lübecker Heimstätten.

Beim Ausbruch des letzten Weltkrieges wurde Kalkbrenner um Hilfe gebeten und leitete über die Kriegsjahre die Finanzverwaltung. Erst im Alter von 76 Jahren vom aktiven Berufsleben zurück. Ferner wurde in der Stadt Lübeck eine Straße nach Dr. Georg Kalkbrenner benannt. Am 20.11.1951 wurde Dr. Georg Kalkbrenner dann die Ehrenbürgerschaft Lübecks verliehen.

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Professor Dr. Thomas Mann (*06.06.1875- 12.08.1955)

Thomas Mann, seit 1955 Ehrenbürger der Hansestadt Lübeck, wurde am 6. Juni 1875, als Sohn einer angesehenen Kaufmannsfamilie geboren. Seine Kinder- und Jugendzeit verbrachte er in Lübeck. 1929 erhielt er den Literaturnobelpreis für seinen Roman "Buddenbrooks. Verfall einer Familie" (1901).

Er emigrierte während der Nazizeit in die Schweiz und die USA. Das Wohn- und Geschäftshaus der Großeltern, Mengstraße 4, ist heute als "Buddenbrooks" bekannt und beherbergt seit 1993 das Heinrich- und- Thomas- Mann-Zentrum. Das Haus wurde im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört. Nur die Fassade und der Gewölbekeller sind im Original erhalten. 20.05.1955 verlieh die Hansestadt Lübeck Thomas Mann die Ehrenbürgerschaft.

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Willy Brandt (*18.12.1913- 08.10.1992)
(früher: Herbert Ernst Karl Frahm)

Friedensnobelpreisträger (1971), wurde in Lübeck geboren und besuchte hier die Schule bis zum Abitur. Seine ersten Begegnungen mit der Politik erlebte er im Lübeck der zwanziger Jahre. 1933 Flucht über Dänemark nach Norwegen, 1940 Flucht nach Schweden, kehrte 1945 als Korrespondent skandinavischer Zeitungen nach Deutschland zurück, 1947 Wiedereinbürgerung unter seinem Schriftstellernamen Brandt.

1957 - 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, danach Außenminister und Vizekanzler der Großen Koalition 1966-69, seit 1976 Präsident der Sozialistischen Internationale. Während seiner Zeit als Bundeskanzler (1969-74) verfolgte er vor allem außenpolitische Aktivitäten (Atomwaffensperrvertrag, Dt.-Sowjet. Vertrag und Dt.-Poln. Vertrag 1970), aber auch in der Deutschland- und Berlinpolitik (Gipfeltreffen mit W. Stoph 1970, Viermächteabkommen über Berlin 1971). Von 1964 bis 1987 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, anschließend Ehrenvorsitzender.

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Rodolfo Groth (*02.01.1881- 07.02.1985)

Rodolfo Groth gebürtig Rudolf Johann Wilhelm Lorenz Groth wurde als erstes von sechs Kindern des Schulleiters der St. Jürgen Knabenschule (später Kalandschule) Rudolph Groth geboren. Weil der Vater frühzeitig an einer Typhusepidemie starb, musste Rudolf Groth das Katharineum zu Lübeck vorzeitig verlassen. Seine Mutter konnte das Schulgeld nicht aufbringen. Nach Abschluss der Schule mit der Mittleren Reife trat er eine Kaufmannslehre an und wanderte mit 19 Jahren im Juli 1900 nach Mexiko aus.

Er verließ als junger Mann seine Heimatstadt, erwarb in Übersee als Kaufmann ein Vermögen und kehrte dann wieder nach Lübeck zurück. Seinen Vornamen änderte er wegen seiner mexikanischen Staatsangehörigkeit in Rodolfo.

Seit Anfang der zwanziger Jahre stellte Rodolfo Groth immer wieder große Geldsummen für gemeinnützige Zwecke in der Hansestadt zur Verfügung. So ließ er einen Kinderpark einrichten, ermöglichte 10.000 Kindern eine unbeschwerte Ferienerholung, schenkte der Stadt einen Park, förderte eine Sonderschule und leistete Spenden für die Restaurierung des Burgklosters, des Lübecker Doms und des historischen Zeughauses.

Kurz vor seinem 102. Geburtstag nahm Rodolfo Groth am 2. Dezember 1982 persönlich den Ehrenbürgerbrief aus den Händen des Bürgermeisters im Audienzsaal des Rathauses entgegen. Er starb im Alter von 104 Jahren am 7. Februar 1985.

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Dr. Heinrich Dräger (*02.07.1898- 1986)

Am 30. September 1982 wurde Dr. Heinrich Dräger auf Vorschlag des Senats, durch die Lübecker Bürgerschaft zum Ehrenbürger ernannt.

Als Mäzen förderte er fast 30 Jahre lang die Ausgrabungen der Lübecker Altstadt und andere archäologische Forschungen. Durch zahlreiche Spenden ermöglichte er Wiederaufbau- und Restaurierungsmaßnahmen in Lübeck sowie die Anlage eines Freizeitparks und eines Wanderweges. Die von ihm ins Leben gerufene Dr. Bernhard- Dräger- Stiftung fördert die Volks- und Jugendbildung und trug zur Erhaltung von Natur- und Kulturdenkmälern bei.

Ebenfalls die von Dräger gegründete Elfriede- Dräger- Gedächtnisstiftung dient der Bewahrung von Kulturgütern. Dank einer Stiftung von Dr. Dräger im Jahre 1975 konnte das Museum Drägerhaus von der Hansestadt Lübeck eingerichtet werden.

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Rabbiner Felix F. Carlebach (*15.04.1911- 23.01.2008)

Carlebach, geboren am 15. April 1911 stammte aus einer der einflussreichsten jüdischen Familien Lübecks. Sein Vater, Salomon Carlebach, war der erste Rabbiner, der einen Gottesdienst in der Lübecker Synagoge abhielt.

Felix F. Carlebach besucht in jungen Jahren das Lübecker Katharineum und studiert danach Theologie und Musik an der Kölner Universität. Im Jahre 1934 unterrichtet er als Lehrer an einer jüdischen Schule in Leipzig, wo er 1936 auch Babette kennen lernt, die bis zu ihrem Tod im Jahre 1991 seine Ehefrau sein soll. Das Ehepaar überlebt die Ausschreitungen der Reichspogromnacht 1938 in einem Versteck bei dem Rabbiner Joseph Herz. Eine Gruppe von rund 200 Menschen sollen aus Deutschland nach England gebracht werden. Unter ihnen befinden sich auch Carlebach und seine Ehefrau. Carlebachs Eltern und ein Großteil seiner Familie werden von den Nazis umgebracht.

Im Laufe seiner Jahre zeichnet sich Carlebach zunehmend durch sein soziales Engagement, seine Intellektualität und seine tiefe Religiosität aus. Es findet ein reger Kontakt zwischen Carlebach und der Hansestadt Lübeck statt. Unter dem Eindruck seiner versöhnenden Worte beschloss die Bürgerschaft der Hansestadt, Rabbiner Carlebach die Ehrenbürgerschaft am 17. September 1987 als "ein weithin sichtbares Zeichen ihres aufrichtigen Bemühens um Aussöhnung mit ihren jüdischen Mitbürgern", zu verleihen. Carlebach ist der 19. Ehrenbürger Lübecks.

Zweimal besucht der Ehrenbürger nach dem Krieg seine Geburtsstadt, und zwar im Juni 1989, hier dirigiert er während seines Besuches das Orchester der Lübecker Musikhochschule in der Stadthalle. Im Jahre 1994 ist Carlebach anlässlich der MuK-Eröffnung in Lübeck zu Gast. Zu dem Brandanschlag auf die jüdische Synagoge in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1994 drückt er in einem Brief an die Hansestadt seine tiefe Erschütterung aus.1998 wird auf einen Antrag der Sozialdemokraten in der Lübecker Bürgerschaft, der Beschluss gefasst, eine Straße nach ihm zu benennen. Im September 2005 erhält der neu angelegte Park im Hochschulstadtteil seinen Namen. Zur Einweihung des Parks reist eigens seine Schwester Esther aus Israel an.

Lübecks letzter Ehrenbürger stirbt am 23. Januar 2008 in seiner neuen Heimatstadt Manchester. Er hinterlässt drei Töchter – Naomi, Suamit und Judith, neun Enkelkinder und 15 Großenkel. Carlebach sah immer nur das Beste im Menschen und war in der Lage dies auch herauszuholen. Er war immer daran versucht, aktiv Harmonie herzustellen."

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Bekannte Persönlichkeiten der Hansestadt Lübeck


Johann Balhorn d.J., um 1575 - 1604 oder später in Lübeck

Kaum jemand weiß, daß das Wort "verballhornen" von dem Namen des Lübecker Buchdruckers Balhorn abgeleitet ist. Der Name steht fälschlicherweise als Synonym für grobe und sinnentstellende Textverstümmelungen. Balhorn hatte 1586 eine überarbeitete Fassung des nach 350 Jahren überholungsbedürftigen Lübecker Stadtrechts gedruckt, die viele eigenmächtige Änderungen enthielt. Das war um so schlimmer, als sich viele andere Städte nach dem Lübecker Stadtrecht richteten. So war die Neuauflage die Ursache für zahlreiche Rechtsstreitigkeiten. Allerdings tat man Balhorn wohl Unrecht. Die Änderungen stammten nicht von ihm. Zwei Juristen des Rates hatten das Lübecker Recht "aufs Neue übersehen und korrigiert".

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Ida Boy- Ed (*17.04.1852- 13.05.1928)

Ida Boy- Ed wurde im Jahre 1852 als letztes von zehn Kindern in Bergedorf geboren. 1865 zog sie nach Lübeck in die Große Petersgrube, dem neuen Wohnsitz und Verlagshaus der Familie Ed. 1870 heiratet sie den Kaufmann C. J. Boy, der einer patriacharlischen Patrizerfamilie entstammt. Selbstbewusst entscheidet sie sich für den Doppelnamen "Boy- Ed". Doch die Ehe ist unglücklich: Ihr Ehemann und seine Familie verhängen ein Schreibverbot über sie, denn das Schreiben gilt besonders für verheiratete Frauen geradezu als eine Sittenverletzung.

1878 flieht sie mit dem ältesten Sohn ihrer vier Kinder nach Berlin. Nur zwei Jahre später muss sie aufgrund gescheiterter Scheidungsverhandlungen nach Lübeck zurückkehren.

Als eigenständige Schriftstellerin ist sie größtenteils in Vergessenheit geraten und findet oft nur als Briefpartnerin oder Rezensentin in biografischen Randnotizen zu Thomas Mann Erwähnung. Ihre erste Veröffentlichung, die Novellen "Ein Tropfen" erscheinen 1882 und seit 1887 veröffentlichte Ida Boy- Ed jährlich ein bis drei Romane. Als nach der Jahrhundertwende die Firma Boy bankrott geht, wird ironischerweise die schriftstellerische Tätigkeit von Ida Boy- Ed zur Existenzgrundlage für die Familie. 1910 erscheint ihr bekanntestes Werk und Bestseller "Der königliche Kaufmann - Hanseatischer Roman", welcher in Lübeck spielt.

Bis zu ihrem Lebensende schuf Ida Boy- Ed über siebzig Romane und Erzählbände, darunter Darstellungen des hanseatischen Bürgerlebens, holsteinische Dorfgeschichten, "Frauenromane" und Biografien von Germaine de Staël, Charlotte von Kalb und Charlotte von Stein. Mit einer Ehrenwohnung im Burgtor und lebenslangem Wohnrecht wird die Schriftstellerin 1912 geehrt. Am 13. Mai 1928 stirbt Ida Boy- Ed in Travemünde.

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Dietrich Buxtehude (*1637- 09.06.1707)

Dietrich Buxtehude wurde 1637 in Oldesloe geboren und ist am 09.05.1707 in Lübeck gestorben. Nach Anfangsstellungen als Organist in Helsingborg und Helsingör wurde er 1668 Werkmeister und Organist an der Marienkirche in Lübeck. Als Voraussetzung für diesen Organistenposten musste er die Tochter seines Vorgängers F. Tunder heiraten.

Berühmt wurde Buxtehude durch seine “Abendmusiken“. Hierbei handelte es sich um Kirchenkonzerte an den fünf Sonntagen vor Weihnachten, für die er auch selber Kantaten komponierte. Als Organist wurde Buxtehude bewundert. Um sein Orgelspiel zu hören pilgerten u.a. auch Telemann, Händel und Bach nach Lübeck.

Das Bedeutendste Werk als Komponist hat Dietrich Buxtehude auf dem Gebiet der Orgelmusik geleistet. Seine Orgelwerke gehören auch heute noch zum Standardrepertoire der Organisten. Außerdem komponierte er mehr als 100 Kanten Klaviersuiten- und Variationen, sowie Orgelwerke. Für kurze Zeit war Buxtehude Lehrer Johann Sebastian Bachs in Lübeck.

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Julius Leber (*16.11.1891- 05.01.1945)

Julius Leber wurde als nichtehelicher Sohn von Katharina Schubetzer geboren und später von deren Ehemann, dem Maurer Jean Leber, an Kindes statt angenommen. In seiner Jugend wurde er entscheidend geprägt von seinem franzosenfreundlichen Großvater. Nach dem Abitur 1912 studierte Leber in Straßburg Nationalökonomie und Geschichte.

Als Soldat wurde er zweimal verwundet. Er wurde zum Leutnant befördert und diente nach Kriegsende in der Reichswehr bei Grenzschutztruppen im Osten. Julius Leber, der seit 1913 Mitglied der SPD war, beteiligte sich in der Weimarer Republik 1920 an der Niederwerfung des Kapp-Putsch. In den Jahren von 1921 bis 1933 war er Chefredakteur des Lübecker Volksboten. In der SPD, deren Fraktion im Reichstag er seit 1924 angehörte, trat er als Fachmann für Wehrkunde hervor. Von den Nationalsozialisten wurde Leber von 1933 bis 1937 im Konzentrationslager festgehalten, danach war ihm nur die Betätigung als Kohlenhändler gestattet.

Leber, der sich an den Vorbereitungen zum Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 beteiligt hatte, wurde am 5. Juli 1944 erneut inhaftiert und schließlich vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, das Urteil wurde am 5. Januar 1945 in Berlin- Plötzensee vollstreckt.

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Heinrich Mann, (*1871 - 1950)

Heinrich Mann wurde als erstes Kind des Lübecker Kaufmanns Thomas Johann Heinrich Mann und dessen Ehefrau Julia geboren. Ihm folgten der Bruder Thomas (1875-1955), die Schwestern Julia (1877-1927) und Carla (1881-1910) sowie sein jüngster Bruder Viktor (1890-1949). Er wuchs in wohlhabenden Verhältnissen in Lübeck auf, wo sein Vater von 1877 bis zu seinem Tod 1891 Senator für Wirtschaft und Finanzen war.

Nachdem Heinrich Mann das Katharineum 1889 in der Unterprima verließ, begann er im Oktober eine Buchhandelslehre in Dresden, die er nach knapp einem Jahr abbrach. Er arbeitete ab August 1890 bis 1892 als Volontär beim S. Fischer Verlag in Berlin. Zugleich betrieb er Studien an der Friedrich- Wilhelms- Universität.

1933 wurden seine Werke von den Nationalsozialisten verboten, so lebte Heinrich Mann bis 1940 im französischen Exil und floh dann in die USA. Heinrich Mann schrieb im Engagement gegen Nationalsozialismus, Militarismus und Untertanenmentalität. Zu seinen bekanntesten Romanen gehören "Professor Unrat" (1930 unter dem Titel "Der blaue Engel" verfilmt) und "Der Untertan", die sich kritisch mit dem selbstgefälligen Bürgertum auseinandersetzen, sowie sein Doppelroman über Heinrich IV. von Frankreich.

Kurz vor seiner Rückkehr nach Deutschland starb Heinrich Mann starb in der Emigration in Kalifornien.

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Bernt Notke (*um 1435- 1509)

Bernt Notke war Maler und Bildschnitzer. Ferner war er Hauptmeister der Spätgotik im Ostseeraum des ausgehenden Mittelalters. Notke lebte und arbeitete viele Jahre in Lübeck, wo er auch starb.
Eines seiner berühmten Hauptwerke: Das Triumphkreuz im Lübecker Dom.

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Johann Friedrich Overbeck (*03.07.1789- 12.11.1869)

Johann Friedrich Overbeck wurde in Lübeck geboren. Er übte den Beruf des Malers aus. Overbeck war Mitbegründer und Hauptmeister der Nazarener, einer Gruppe junger deutscher Maler in Rom, die im christlichen Geist des Mittelalters malte.

Seine wichtigsten Werke waren unter anderem: Die Joseph - Fresken für die Casa Bartholdy in Rom, das Selbstbildnis mit Familie im Lübecker Behnhaus und die Grablegung in der Marienkirche der Hansestadt.

Johann Friedrich Overbeck verstarb am 12.11.1869 im Rom.

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Emil Possehl (*13.02.1850- 04.02.1919)

Der gebürtige Lübecker übernahm 1875 die Geschäftsführung der aufstrebenden väterlichen Firma L. Possehl & Co., eine Eisen-, Blech- und Steinkohlenhandlung, und entwickelte daraus in einem geradezu kometenhaften Wachstum ein nordeuropäisches Wirtschaftsimperium.

Possehl - 1901 zum Lübecker Wirtschaftssenator gewählt - hatte schließlich den gesamten schwedischen Erzhandel und die Produktion des hochwertigen schwedischen Stahls in seiner Hand, betrieb Hochofenwerke an der deutschen Ostseeküste, Kupferhütten in Bochum und Magdeburg, Fabriken in Russland, Erzgruben in Lappland und vieles andere mehr. Bei seinem Tode wurde sein Vermögen auf über 100 Millionen Goldmark geschätzt. Sein Erbe wurde in der Possehl Stiftung angelegt, die die Aufgabe der Förderung "alles Guten und Schönen in Lübeck" erhielt.

Als Folge der beiden Weltkriege und der Inflation verlor die Firma einen Großteil ihres Besitzes. Anfang der 50er Jahre blühten die Possehl Unternehmen jedoch wieder auf. Die Stiftung gewann mehr und mehr an Bedeutung und gab viel Geld für soziale Zwecke und die Jugendförderung, unterstützte den Bau von Altenheimen und Kindertagesstätten, schuf zwei Landschaftsparks, förderte Kunst und Wissenschaft und die Sanierung und Restaurierung historischer Bausubstanz in der Hansestadt Lübeck. Von 1959 bis 1970 wurden über 44 Millionen Mark ausgeschüttet.

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Frauen in der Lübecker Geschichte